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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 259 mal aufgerufen
 Lustiger Marktplatz mit eigenem Springbrunnen
HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

07.12.2006 12:02
RE: Wie war das noch mal an der Tafel? antworten

Durch tyrus' und Geminis Kindheitserinnerungen animiert, mach ich doch gleich mal einen eigenen Thread dazu auf:

Einer meiner Bio-Lehrer auf dem Gym hat mir wirklich mal einen guten Spruch gedrückt, über den lache ich heute noch. Ich meine, der Lehrer an sich war schon ein bisschen von der Rolle, was zwangläufig aber auch immer zu einer gewissen Situationskomik führte.

... also .. ich musste an die Tafel, eine Amöbe anzeichnen. Soweit ich mich jetzt erinnere, war das nicht wirklich so schwer, ist doch eigentlich so ein formloses Dings, gell? Jedenfalls soll ich dann was auch noch zu der Amöbe erzählen, da hört es allerdings schon auf, ich stammele herum und erzähle was von "Also, das sind so Teilchen ... mit Scheinfüsschen ... äh, Teilchen ... "
Daraufhin unterbricht er mich und mault:
"Teilchen, Teilchen, was denn für'n Teilchen? Kann ich jetzt in die Bäckerei gehen und mir da 'ne Amöbe kaufen??"



(hoffentlich findet das jetzt auch noch jemand außer mir witzig ...)

mande ( gelöscht )
Beiträge:

07.12.2006 12:15
#2 RE: Wie war das noch mal an der Tafel? antworten

(hoffentlich findet das jetzt auch noch jemand außer mir witzig ...)

Ich liebe Christine. Ich!! Ganz ääährlich!!

Mandelein

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

07.12.2006 12:36
#3 RE: Wie war das noch mal an der Tafel? antworten

Ja Christine,

die Lehrer hatten's schon in sich. Vor allem das Vorführen und Lächerlichmachen der Schüler.

Ich war alles andere als eine vorbildliche Schülerin. Ich hatte zwar gute Noten, aber ein Verhalten, das meine Lehrer auf die Palme brachte. Ich habe immer lieber mit Jungen gespielt und Puppen waren bei mir mehr Dekoration. Ich trug auch lieber Lederhosen statt Kleider, mit denen man überall hängenblieb, besonders beim Klettern in den Bäumen.

Meine Eltern wollten aus mir eine manierliche Tochter machen. So erhielt ich Klavierunterricht (nachdem ich Tastaturen von zwei Klavieren kaputt gehauen habe, war ich wieder vogelfrei), Ballett (3 lange Jahre, weil ich einen Gang wie ein Bauer hatte) und wurde zu allem Überfluss auf ein Mädchengymnasium eingeschult. Die Schule war okay und die weiblichen Lehrer hatten eher was Gouvernantenhaftes, die männlichen hatten nicht viel zu melden. Unsere Rektorin hatte manchmal eigenartige Praktiken.

Wir waren damals etwa elf Jahre alt, und ich versuchte mich gern als Anführerin für die allseits beliebten Schulstreiche. Eine Mitschülerin war sehr klein und wurde von uns allen nur Floh genannt. Kurz vor dem Biologieunterricht kam ich auf die glorreiche Idee, sie kurzerhand in den riesigen Papierkorb zu verfrachten, der sich hinter der Klassentür befand. Mit einem Seil haben wir sie dann an der Tafel hochgehievt und befestigt. Kaum saßen wir alle auf unseren Plätzen, erschien die Lehrerin. Alle grinsten. Floh - eine eher ängstliche Natur - ließ in diesem Moment einen lauten Pups (Furz) fahren. Da erst erblickte die Lehrerin sie und bekam einen Tobsuchtsanfall. In erster Linie wohl auch wegen dem Pups. Wir mussten Floh dann herunterholen. Nach dem Verursacher gefragt, habe ich mich lieber freiwillig gemeldet, denn Floh war in Tränen aufgelöst, als sie aus dem Papierkorb kletterte. Wir mussten beide zur Rektorin, ich, weil ich das Ganze initiiert habe und Floh, weil sie die Frechheit besessen hatte zu furzen. Floh bekam vor lauter Scham kein Wort heraus, und ich bin dann irgendwann zornig geworden und habe nur zur Rektorin gesagt, dass ein Furz wohl jedem mal entfahren könne. Darauf bekam ich eine endlose Gardinenpredigt wegen meiner "Frechheit" und einen Vorladungsbrief für meinen Vater mit nach Hause.

Ich habe meinem Vater nichts erzählt, ihm nur unauffällig den Brief auf den Schreibtisch drapiert und ihn dann gewissermaßen ins Ungewisse laufen lassen, denn der Brief enthielt keine Angabe darüber, weswegen er vorgeladen wurde. Am nächsten Tag sprach er mit der Rektorin, ich musste draußen warten und hörte nur Gemurmel. Plötzlich hörte ich meinen Vater laut auflachen, und dann bekam seine Stimme einen lauteren harten Klang: "Ich möchte meine Tochter nicht zu einer Duckmäuserin erziehen. Sie hat sich zwar, was den Streich betrifft, nicht richtig verhalten, aber dass sie ihre Mitschülerin verteidigte, geht für mich in Ordnung. In Zukunft zitieren Sie mich bitte nur hierher, wenn was Wichtiges anliegt." Sprachs und kam aus dem Zimmer geschossen mit den Worten: "So jetzt nach Hause, das Essen müsste fertig sein."

Ich habe meinen Vater sehr geliebt - nicht nur hierfür. Er ist schon Jahre tot, aber er war für mich der beste Vater der Welt.

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