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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 1.232 mal aufgerufen
 Lustiger Marktplatz mit eigenem Springbrunnen
Seiten 1 | 2
Enno Ahrens ( gelöscht )
Beiträge:

05.12.2006 19:20
RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Na gut, dann möchte ich hiermit noch ein wenig Abgefahrenes bis nachdenklich Machendes auf den Markt schmeißen.

Später Besuch

Nach seiner Schulzeit zog Udo Liebig mit seinen Eltern fort. Fünfzehn Jahre später wurde das erste Klassentreffen veranstaltet. Beate Krause verliebte sich heimlich in ihn. Sie verloren sich sofort wieder aus den Augen. Ein sporadischer Briefwechsel war alles. Weitere fünfzehn Jahre verstrichen, ein zweites Klassentreffen war vereinbart. Sie schickte ihm eine Einladungskarte, bot ihm an, bei ihr Quartier zu beziehen.

Beate war aufgeregt. Ob er noch gut aussah? Aber in ihrem Alter zählten mehr die inneren Werte. Tapfer empfing Beate ihn, Udo, den Mann ihrer Träume. Sie hatte zumindest ein Bäuchlein an ihm erwartet und sein schütteres Haupthaar war ihr in vager Erinnerung. Doch es grenzte an ein Wunder, Udo präsentierte sich mit vollem Haar, rank und schlank, und seine stahlblauen Augen nahmen sie sofort wieder in ihren Bann wie damals, nur schienen sie ihr früher etwas trüber. Sein charmantes Colgate-Lächeln mit einwandfreien Zähnen vertrieb schließlich ihre letzten Zweifel. Sie liebte ihn immer noch und war überwältigt wie ein Teenager.

Beate Krause hielt sich für eine attraktive Frau und konnte so auf Udo Liebigs Zuneigung hoffen. Als sie ihn ins Gästezimmer begleitete, frohlockte sie heimlich, schien doch sein Hintern noch knackiger geworden.

Aber schon zeigten sich ein paar Schatten. Beate hatte besonders Udos handfeste Art gemocht, doch wollte sie ihm nun durchs Haar streichen oder ihm in den sexy Po kneifen, entzog er sich mimosenhaft wie ein schüchternes Mädchen.

Gegen Abend schlenderte sie ein wenig barsch ins Bad, im Glauben, Udo sei in seinem Zimmer, denn er wollte sich früh schlafen legen. Doch da stand er, mitten im Bad, mit vor Schreck aufgerissenen Bullenaugen und mit errötetem Kahlschädel, und sein Kugelbauch schnellte ihr wie ein Punchingball entgegen, denn Udo hatte sich gerade von seinem Stahlkorsett befreit. Das Colgate-Lächeln mit den wundervollen Zähnen befand sich in einem Schälchen auf der Spiegelablage, daneben die Perücke und das künstliche Poformpolster. Beate war entsetzt, jäh aus einem Traum gerissen. Warum war es ihr nicht gleich aufgefallen?

Udo war gekränkt, raffte seine Scheinutensilien zusammen und verließ hals über kopf das Bad und stürzte aus ihrer Wohnung. Die blaugetönten Kontaktlinsen hatte er in der Panik vergessen. Noch immer fassungslos, entkleidete Beate sich und legte nachdenklich ihr Mieder ab. Danach hatte sie einen Morgenmantel übergezogen, als Udo plötzlich die Badezimmertür aufriss, ihr wortlos den Wohnungsschlüssel zurückgab, den sie ihm ausgehändigt hatte und geschwind den Behälter mit seinen Haftschalen ergriff, um gleich darauf davonzueilen, während Beate Krause ins Wohnzimmer latschte und Whisky-Cola in sich hineinkippte.

Bald wurde sie schläfrig, wankte ins Bad, setzte ihre vor Udo verborgen gehaltene Brille ab und legte sie neben ihren Stütz-BH, dorthin wo seine Perücke gelegen hatte, stellte ihr Haarfärbemittel wieder offen hin, nahm ihr Gebiss aus dem Mund und tauchte es in die Schale neben jener, in der er seine Zahnattrappe platziert hatte und torkelte ins Schlafzimmer.

* * *

Fabelhafte Posse

Die Heilige Schrift ragte aus dem Bücherregal hervor. Man gesellte eine Erotikausgabe dazu, und vor dieser hatte jemand einen abgewetzten Schuhanzieher abgelegt.

Das Moralwerk empörte sich über die Erotikedition: „Es ist eine Schande, mit so einem Schmierenstück auf eine Ebene gestellt zu sein. Verbannen sollte man dich! Durch mich aber“, ereiferte die Bibel sich, „erlangen die Menschen ihr wahres Wohl. Dazu weise ich sie an, wie sie zu leben haben.“

„Ich stimuliere die Leute und bringe ihnen Freuden“, triumphierte das Erotikbuch.

Der Schuhlöffel aber hielt sich heraus und brummelte nur gelassen: „Was schert’ s einen wie mich.“ Schließlich wurde er von den dreien am meisten gebraucht, den Erotikband nahm man hin und wieder aus dem Bord - nur die Bibel rührte keiner an.

* * *

Liebe Bell-in-da, du Aas!!!
„Anti-Liebesbrief“

Du hast mich verlassen. Dass der Verlassene die schwerere Bürde trägt, kann ich nicht bestätigen. Ich komme mir vielmehr so vor, als hätte mich ein Floh verlassen, und es kratzt mich nicht. Und, Bellinda, es ist einfach nicht richtig, wenn du behauptest, am Anfang unserer Beziehungskiste hätte ich mehr Gefühl, Leidenschaft, ja Inbrunst gezeigt, als später. Die Wahrheit ist, dass meine Liebesschreie auf deiner Couch weniger Ausdruck meiner Liebe zu dir waren, sondern durch deinen Waldi verursacht wurden, der mir seine Reißzähne hemmungslos in die Zehen geschlagen hatte, was ich rücksichtsvoll bis jetzt verschwiegen habe.

Auch ein Kribbeln, das du mir gegenüber verspürt gehabt haben willst, ist mir fremd geblieben; es war mehr ein Juckreiz, wohl weil ich allergisch auf deine Körperlotion reagiert hatte. Trotzdem wäre ich dir bestimmt ein guter Partner geworden, Bellinda. Zwar hatte ich an unseren Wochenenden immer etwas viel getrunken. Aber eine Frau muss in der heutigen leichtlebigen Zeit schon froh sein, wenn ihr Mann mit einem schweren Kater aufwacht, anstatt mit einer Geliebten!

Ungern erinnere ich mich allerdings an deine ständige, detektivische und einnehmende Observation. War das Objekt, was ich einst erlegte, eine leidige Fliege, so war ich dein Opfer. Dein dauernder Charme und endloser Kuschelzwang berührten mich wie die Klatsche jene Fliege, treffsicher, aber leider genauso erdrückend. Außerdem mag ich keine Geborgenheit; die ist für mich wie Käseglocken über brennenden Kerzen.

Rügen muss ich dich auch, weil du immer wieder dieses Kleid mit den vielen Taftrüschen im Busenbereich bei mir zu Hause getragen hattest, wo du wusstest, dass der Fahrstuhl so eng ist und ich mich stets, wenn wir gemeinsam den Müll runter führen, mich gedankenverloren mit meiner Brille in diesen widerlichen Rüschen verfangen würde. In diesem Zusammenhang war ich auch sehr gekränkt, als du einmal sagtest, ich fühlte mich ewig von dir auf den Schlips getreten, lachtest dann noch frech und meintest, es läge wohl daran, das jener ob meiner kurzen Beine wohl auf dem Boden schleife. Dabei weißt du genau, dass in mir das Kluge wuchert, ich einen sehr hohen IQ schon seit meiner Geburt habe, und mein schweres Gehirn so stetig auf den Körper drückt, wodurch der natürlich nicht so ins Kraut schießen konnte.
Als ich mich auf eine Fußbank stellte, um an die Stubenlampe zu gelangen zum Auswechseln einer Glühbirne, ergötztest du dich daran, weil du mir nun auf einer horizontalen Linie direkt in die Augen schauen konntest und wünschtest dir, dass es für alle Zeiten ohne Hilfsmittel so bleiben sollte; mir aber wurde schwindelig, nicht deinem seligen Blick, sondern der Höhe wegen. Die Natur hat zwingende Gründe für ihre Konstruktionen und Eigenarten. Sie hatte es auch nicht zugelassen, dass du ein Kind kriegtest. Es wäre auch nicht gegangen, denn du hättest dem Kind ständig seinen Schnuller geklaut, weil du selber noch einen brauchtest.

Gemein fand ich auch von dir, Bellinda, dass du mich auf dein Wasserbett gelockt hattest, wo du wusstest, dass die Reisetabletten gegen Seekrankheit bereits verbraucht waren, und ohne die mir bei dem wiederholten schaukelnden, schwabbelnden Auf und Ab unpässlich werden würde. Ja, du hast eben ein zweigeteiltes Ich, die eine Hälfte ist ein Schwein, die andere ein kümmerlicher Mensch. Einmal wird das Schwein in dir zum Menschen, ein anderes Mal der Mensch in dir zum Schwein, sowie damals zu Ostern, als du Mutter und mir sämtliche Eier weggegessen hattest. Wärest du etwas wert gewesen, hättest du für uns Trüffel gesucht und gefunden. Ich hatte dir denn auch Ostermontag den Schweinehimmel auf Erden gewünscht, der für die Nutztiere in den eigenen Därmen als Wurst gepresst Erfüllung findet. Du, Bellinda, allerdings bist ungenießbar, denn als du bei einem Zoobesuch deine Hand in den Löwenkäfig stecktest, hatten diese blutrünstigen Fleischfresser nicht einmal versucht, daran zu nagen.

Und ich glaube dir auch nicht, dass du an jenem Osterfeiertag die Brille vom Klo aus Versehen mit Schmierseife abgewischt hattest, so dass Mutter in dasselbe mit ihrem Hinterteil hineingerutscht war und wir sie nur mühsam aus dieser misslichen Lage befreien konnten. Es war reine Schikane von dir. Und du hattest Glück, denn wäre ich noch ein zweites Mal mit dir in den Zoo gegangen, hätte ich Mutter gerächt und dich gezwungen, deine Hand diesmal in den Aasfresserkäfig zu halten. Da wärst du bestimmt schlechter weggekommen, als bei den Großkatzen. Ja, Bellinda, es ist dir vor längerer Zeit denn auch recht geschehen, wo du deine Zigarette in Opas Neuerwerbung, den goldenen Spucknapf, ausgedrückt hattest, und Opa und Vater sich wieder ihres gemeinsamen Russlandfeldzuges bewusst wurden und Angriff auf deinen Hosenboden nahmen.

Und dann deine Eifersucht, als ich mit deiner besten Freundin Niki ein einziges Mal das Bett geteilt hatte. Es ist doch nichts passiert, ein Gummi hatte uns ja voneinander getrennt gehabt. Wozu also deine helle Aufregung?! Zu meiner Entlastung muss ich auch deutlich sagen, dass kein Mensch Lust haben kann, sonst könnte man sie ja abstreifen, wie du es mit mir getan hast. Nein, die Lust hat einen; man kann sie höchstens mit seinem Willen kanalisieren. Ich bin aber leider kein Kanalarbeiter und sehr willensschwach. Du bist doch auch, bevor du mit mir liiert warst, ein Typ gewesen, der nichts hat anbrennen lassen, wie du zugegeben hattest. Unsere akute Kennenlernphase stellt sich für mich jetzt bildlich so dar, als wäre mein Nebenbuhler Bernd seinerzeit Wasser gewesen und ich eine Schupfnudel. Die Schupfnudel hattest du nicht anbrennen lassen, sondern sie vorher vernascht. Ach, wäre ich doch Bernd, das Wasser gewesen, das sich indessen mit Volldampf verflüchtigte.

Ich möchte dir noch mitteilen, ob ich dich jemals geliebt habe. Nein! Zwar hatte ich jedes Mal ja gesagt, aber es war Nötigung von dir, mich dies kurz vor dem Höhepunkt zu fragen. Hätte ich die Frage verneint, wärst du sicher prompt abgesprungen und zu meinem Nachbarn gelaufen. Wie du am Telefon sagtest, hättest du mit ihm schon mal hinter meinem Rücken angebandelt, weil er dir leid tat, so ohne Freundin, und du dich mit der Schuld einer „unterlassenen Hilfeleistung“, wie du es nennst, nicht belasten wolltest. Für diese edle Tat sollte man dir das Bundesverdienstkreuz verleihen.

Insgeheim liebte ich sowieso einzig mein Computerchen, den teuren Freund. Schon am Anfang war es schwierig und damit interessant gewesen, den Rechner überhaupt anzumachen; bei dir, Bellinda brauchte ich mir leider keine Mühe zu geben. Der PC diente mir auch brav, wie selbstverständlich, wogegen du dich obligatorisch sträubtest. Deine Software war hoffnungslos veraltet, und natürlich nicht so einfach auswechselbar. Bei ihm tauschte ich sie flugs mit einem Handgriff aus; mal gab es dann Kochrezepte französisch, mal asiatisch, bei dir nur Hausmann.

Mein Computerchen hatte auch sehr verwinkelte Verstecke potentieller Optionen, denen man irgendwann, vielleicht zufällig, begegnen würde, im Gegensatz zu dir, bei der absolut nichts Überraschendes aufzuspüren ist. Deine Seele hat keine geheimen Nischen. Sie ist platt und plump wie die Pfannkuchen, die du alle drei Tage bäckst. Für dich hatte ich mir denn auch in unserem Hochgebirgs-Urlaub einen Absturz erträumt. Leider ist der nun meinem geliebten Computerchen widerfahren.

Dein Duftwässerchen „Chanel Nr. 5“, welches ich dir jüngst geschenkt habe, steht noch bei mir im Bad, und du erhältst es umgehend per Post zugestellt. Eine neuere wissenschaftliche Untersuchung hat übrigens ergeben, dass Männer mehr durch Garten- und Küchengerüche anzuheizen sind, so z. B. durch Kräuter auf der Pizza; und weil Männer nun mal laut der wissenschaftlichen Studie derartigen Gerüchen hoffnungslos verfallen, kannst du mir nicht böse sein, dass ich mich in unserer gemeinsamen Zeit mit einer Pizzabäckerin eingelassen hatte. Damals kannte ich die besagte Kräutergeruchswirkung noch nicht, sonst hätte ich in der Anwesenheit jener Frau natürlich dir zuliebe eine Atemschutzmaske übergestülpt.

Für deine weitere Zukunft, liebe Bellinda, wünsche ich dir alles Gute. Aber da hast du ja schon beflissen vorgesorgt, indem du einen Esel gefunden hast, der für dich mitarbeiten geht. Ich sorge mich nur darum, was du inzwischen die ganze Zeit treibst. Aber in eurer Gegend soll neuerdings ein hübscher Briefträger unterwegs sein.

Ich tröste mich am Busen der Natur – der ist am größten.


Viele Grüße und tausend letzte, kalorienfressende, innige Küsse.

Dein . . .

* * *

HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

05.12.2006 22:00
#2 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Hallo Enno, da fand ich es doch schmarrn, dass Dein Schmarrn einfacher Schmarrn sein soll und wollte das Ganze schnell zu unseren Kurzgeschmarrnten (oder auch: Kurzgeschichten) verschieben, da können aber nur Mitglieder der Nexusboards lesen.
So bleibt das Ganze erst mal hier stehen, aber vielleicht ist das ja über kurz oder lang doch ein Anreiz für Dich, einfach mal eine Ehe mit unserem Forum (durch Anmeldung) einzugehen und festzustellen, dass diese auf jeden Fall polygam ist und somit gar nicht mal so viel Verantwortung auf dem Einzelnen hängen bleibt.

Wär doch schade, wenn sonst Deine schönen Geschichten im Schmarrn unter gehen.

Gruß

Enno Ahrens ( gelöscht )
Beiträge:

06.12.2006 00:34
#3 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Ja, Holy, da habe ich dumm geguckt, weil man in den Foren als Gast keine Einsicht hat, alles Verschlusssache, als wenn dort etwas großes Geheimnisvolles ausgebrütet wird, eine Art literarische Atembombe. Aber ich nehme an, es ist deswegen, weil veröffentlichte Texte nicht an Anthologieausschreibungen teilnehmen dürfen. Wird wohl auch irgendwo ein Info drüber geben, oder?

Gruß E.

HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

06.12.2006 11:23
#4 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

So würde ich das nicht sagen.
Hier z. B. sind die verschiedenen Rubriken auf unterschiedlichste Art zu staffeln. Hier z. B. kannst Du auch als Gast reinschreiben. In Anderen wiederum reicht es, wenn Du auf irgendeinem Forum der Nexusboard-Foren angemeldet bist. In wieder anderen Rubriken musst Du freigeschaltet werden.
Das hat nichts mit großer Geheimniskrämerei zu tun, sondern einfach mit der Tatsache, dass es viele Menschen gibt, die querfeldein durch solche Plattformen wüten und das Gelesene gegen den Schreiber missbrauchen, rumstänkern, rumtrollen.
So gibt es halt die Möglichkeit in verschlossenere Bereiche Dinge hinein zu schreiben, von denen man weiß, dass sie nicht unbedingt für jeden zugänglich sind. Außerdem überlegt es sich ein hinterlistiges Individuum dann zwei Mal, ob es irgendwelche Schmähschriften postet, wenn es sich vorher registrieren musste.
Aber wie gesagt, alles kein Zwang, ich persönlich fände es nur besser, weil somit eine gewisse Ordnung erhalten bleibt und wenn wir schon eine Rubrik für eigene, geschriebene Werke haben, wäre es doch auch schön, wenn man sie nutzt.


Viele Grüße

Karl K ( gelöscht )
Beiträge:

03.01.2007 02:16
#5 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Hallo Enno,

heute bin ich dazu gekommen, weitere Beiträge von Dir zu lesen. Von Deinen Beiträgen bin ich sehr angetan. Tatsächlich ist es angenehm wie ungewöhnlich, dass ein Gast beiträgt wie ein Mitglied. Auch wenn ich in letzter Zeit kaum beigetragen habe, so empfinde ich Dich hier inzwischen eher als Mitglied denn als Gast. Dich würde ich gerne auch in Bereichen antreffen, die für alle Mitglieder zugänglich sind. Will heißen, Dich als Mitglied.

Dann wäre es ein Leichtes, Dich in weiteren Bereichen Willkommen zu heißen, auf die sich das Tagesgeschehen nach Weihnachten und Neujahr vermutlich wieder stärker verlagern wird. Als Mitglied brauchst Du nicht befürchten, etwa mit nmails oder E-Mails überhäuft zu werden - es liegt in Deiner Hand, diese Möglichkeiten unabhängig voneinander ein- bzw. auszuschalten.

Selbstverständlich achte und respektiere ich, wenn Du es vorziehst, keine Mitgliedschaft einzugehen. Den Versuch, Dich noch einmal auf das Thema anzusprechen meine ich so gut, wie ein Mensch ihn nur gut meinen kann. So wie ich das sehe, überwiegen die Vorteile und etwaige Nachteile können von vornherein in Grenzen gehalten werden.

Mit herzlichen Grüßen
Karl

Enno Ahrens ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2007 17:41
#6 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Lieber Karl,

ich fühle mich geehrt. Aber ich will mich demnächst ausschließlich meiner großen Liebe zuwenden, der Natur (was davon übrig ist). Schreiben und Zeichnen sind für mich Episoden, nicht anders als ein Kurz-Fernlehrgang in Finanzmathematik, den ich vor geraumer Zeit mit Diplom beendet habe. Unbekanntes Terrain zu erschließen, ist eben eine reizvolle Herausforderung. Belletristik hatte mich eigentlich aber noch nie besonders interessiert. In meinem Elternhaus standen zwar die Werke der Weltliteratur und andere im Bücherschrank. Als Jugendlicher habe ich sie auch alle angelesen, aber zu Ende habe ich keinen Roman geschafft. Nach ein paar Zeilen überkommt mich eine lähmende Schwere. Ich will einfach nicht wissen, was aus dem Seitensprung einer Lieschen Müller geworden ist. Ich habe gedrechselt, einiges davon mit Bauernmalerei versehen, mich in der Kunst von Karikaturen und Aquarellen sporadisch ausprobiert. Und nun durchs Internet bietet sich hier die Möglichkeit, es aus der Schublade zu holen und anderen zu zeigen. So erfüllt es doch noch seinen eigentlichen Zweck. Für Geschriebenes gibt’s ja die Möglichkeit, sich an Wettbewerben zu beteiligen. So bin ich denn auch in einige Bücher geraten. Wenn es schön gemachte sind und man sie als Geschenke verwendet, hat man vielleicht Glück, dass der Text darin von der Oma gelesen wird - immerhin. 2003 ging ich erstmals ins Netz und beteiligte mich sofort an einem Anthologie-Schreibwettbewerb von literature.de. 337 Autoren hatten ihre Arbeiten eingeschickt, 17 wurden ausgewählt. War ne schöne Zeit für mich. Die Textarbeit hat meinen Erfahrungs-Horizont bereichert. Sechs Anthologiebücher mit Texten + 1 Grafik sind noch fürs erste Halbjahr 2007 in Planung. Das reicht mir denn auch. Selber bastele ich mir gerade Text-Hefte mit Bildern. Das Flair, was mich in der Natur umgibt, kann mir kein noch so atmosphärisch verdichtetes Belletristikwerk ersetzen. Meinetwegen hätte Tolstoi sich nicht krankenhausreif schreiben müssen. Aber jedem das Seine.

Gruß E.

greatmum Offline




Beiträge: 7.842

04.01.2007 18:16
#7 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Hmmm, deine Argumente leuchten (mir) ein. Trotzdem frage ich mich, warum du dich hier nicht anmeldest. Es ist doch keine Pflicht, regelmäßig zu schreiben. Doch finde ich es wie Holy, aber auch wie die Anderen schade, sollten auf diese Weise deine Werke untergehen. Du schreibst leicht, verständlich, spannend - auch für Nichtschriftsteller, also Laien wie mich. Deine erste Geschichte hier hat mich sehr berührt. Du hast die Angst der älter werdenen Menschen, dass sie nicht mehr attraktiv genug sein könnten, gut rüber gebracht.

Bitte überleg dir nochmal, ob du dich vielleicht nicht doch anmelden möchtest. Und schreiben tust du selbstverständlich nur, wenn du magst.

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

05.01.2007 19:09
#8 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

„Nicht-Schriftsteller, Schriftstellerischer Laie“? Sind es in der E-Literatur nicht oft die Erstlingswerke von Autoren, welche von den späteren nicht übertroffen wurden? Hier, im Unterhaltungssektor, spielt das Handwerkliche natürlich eine größere Rolle und da passiert es sicher selten. Die Autoren der hohen Literatur sollen sich oft auch nicht bewusst sein, wie ihnen das in ihren Romanen von den Kritikern Gelobte gelungen ist. Und unter den Germanisten oder Literaturwissenschaftlern sollen sich keineswegs die besten Schriftsteller befinden. Ein Kritiker, der selbst schreibt, zählt nicht automatisch zu den objektivsten.
Diese Tatsachen müssten uns doch Hoffen machen, und warum sollte sich da noch jemand als schriftstellerischer Laie bezeichnen.

Gruß E.

greatmum Offline




Beiträge: 7.842

05.01.2007 19:41
#9 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Mir geht vieles durch den Kopf, genug Phantasien besitze ich auch. Aber ich besitze nicht die Gabe, es niederschreiben zu können. Die meisten hier schreiben schon lange (und wunderbar). Aber siehe zB die Geschichte von florentine. Ich glaub, es war ihre erste Geschichte. Oh man, wenn ich auch nur 1/10tel dieses Talentes hätte.

Nee, ich bin wirklich keine Schriftstellerin, nur eine leidenschaftliche Leserin. Ich beneide jeden um das Talent, schreiben zu können. (Nicht Neid im negativen, sondern im positiven Sinne für die SchriftstellerInnen)

Enibas Offline




Beiträge: 4.113

05.01.2007 20:29
#10 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Heiliger Strohsack, hat sich hier heute viel getan!

@ Greatmum: Darüber würde ich mir an Deiner Stelle keinen Kopf machen. Versuche es einfach und Du wirst (hier) ehrliche Hilfe bekommen und niemals ausgelacht werden! Ich möchte unter den Teppich kriechen, weil ich Dein know how in punkto PC Kentnisse nicht habe! Irgendwo habe ich eine Anleitung von Dir gelesen, zwecks Darstellen von Bildern... Wenn ich das könnte, zumindest verstehen !!!!!
Wir können selbstverständlich auch einen Deal aushandeln...

@ Enno: Der Grund zur Anmeldung ist in meinen Augen: Private Äußerungen werden nur von einem kleinen und bekannten Kreis gelesen. Wenn es Dir so, wie es ist, nichts ausmacht, dann ist das völlig in Ordnung! Ich bin - habe ich bereits erwähnt - froh darüber, dass der öffentliche Bereich durch Dich sehr viel interessanter geworden ist. Viele Beiträge sind mittlerweile auch von "uns" geschrieben worden, die "normalerweise" hinter die verschlossene Türe gehört hätten. Ist man mutiger geworden, aufgrund von (mittlerweile)guten Erfahrungen? War man bisher zu vorsichtig? Niemand fühlt sich hier wie ein zweiter Goethe, aber das sind alles Erfahrungswerte, die die globale Kommunikation wahrscheinlich so mit sich bringt.

So und jetzt hast Du ein Problem (?): Was hat das mit der Natur auf sich? Mich interessiert es wirklich!

LG

Enno Ahrens ( gelöscht )
Beiträge:

05.01.2007 21:46
#11 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Oh, Sabine, bei dir kann man sich auch nicht so vorbei mogeln. Respekt. Aber eben, weil Karl mir so nett den Vorschlag mit der Anmeldung machte, sah ich mich veranlasst, von meiner persönlichen Einstellung zur Belletristik überhaupt zu berichten, um diesen Hintergrund als wichtigen Teil zur Ablehnung transparent zu machen und dadurch auf mehr Verständnis zu stoßen. Im Allgemeinen vermeide ich es lieber. Nach wie vor bin ich der Auffassung, man sollte in einem Schreibforum nicht nur Texte parken und von anderen Gutachten bekommen, ohne sich selber zu beteiligen. Wenn eine Rückmeldung da ist, kann ich die nicht ignorieren. Und von Anfang an die Forderung zu stellen, keine Antworten zu erhalten, wäre grotesk.

Gruß E.

Karl K ( gelöscht )
Beiträge:

06.01.2007 13:06
#12 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Hallo Enno,

mit guten Vorsätzen, wie Du sie mitbringst, kam auch ich hierher. Mir gelang nicht, meine Vorsätze einzuhalten. Wahrscheinlich steckte ich sie zu hoch. Inzwischen durfte ich die Erfahrung sammeln, dass mein bisweilen mangelhaftes Verhalten dennoch großzügig toleriert wird, was ich sehr schätze.

Rechtfertigen muss sich hier niemand, der nicht den Wünschen Anderer nach Mitgliedschaft nachkommt. Einladungen zur Mitgliedschaft stellen eine feine Portion Sympathie dar. So respektiere ich Deinen Entschluss. Die Möglichkeit, mich zumindest eine Episode lang an Deinen Beiträgen erfreuen zu können, das ist schon eine Menge.

Herzliche Grüße
Karl

greatmum Offline




Beiträge: 7.842

06.01.2007 13:22
#13 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Zitat
Gepostet von Karl K
Hallo Enno,

mit guten Vorsätzen, wie Du sie mitbringst, kam auch ich hierher. Mir gelang nicht, meine Vorsätze einzuhalten. Wahrscheinlich steckte ich sie zu hoch. Inzwischen durfte ich die Erfahrung sammeln, dass mein bisweilen mangelhaftes Verhalten dennoch großzügig toleriert wird, was ich sehr schätze.



Bitte Karl - welches mangelhaftes Verhalten bitte??? Du bist lieb und bist für einen da, wenn man Hilfe braucht. Das zeugt bestimmt nicht von mangelhaftem Verhalten

Zitat
Gepostet von Karl K
Rechtfertigen muss sich hier niemand, der nicht den Wünschen Anderer nach Mitgliedschaft nachkommt. Einladungen zur Mitgliedschaft stellen eine feine Portion Sympathie dar.



Ja Karl und Enno, genau so sieht es aus. Den Wunsch Enno, den hier alle zeigen, dass du dazu gehörst, zeugt von einer gewissen Sympathie.

Aaaaber ...

Sie ist auch ohne Anmeldung da


Zitat
Gepostet von Karl K
So respektiere ich Deinen Entschluss. Die Möglichkeit, mich zumindest eine Episode lang an Deinen Beiträgen erfreuen zu können, das ist schon eine Menge.

Herzliche Grüße
Karl



Auch da muss ich Karl Recht geben. Es ist und war schön, von dir zu lesen, Enno

HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

06.01.2007 14:12
#14 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

Auf die Gefahr hin, dass ich hier den Buh-Mann markiere:

Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass eine Anmeldung in einem Forum, in dem man ohnehin sich gerne aufhält und auch postet, eine gewisse Unterstützung darstellt.

Ich meine, mal ganz ehrlich, wenn das jeder so sehen und handhaben würde, bräuchte man sich keine Gedanken und Mühe dabei geben, neue Rubriken zu erstellen, zu gestalten, zu gliedern, etc. Dann könnte ich ja eigentlich glatt dahergehen und alle bis auf diesen Marktplatz hier streichen. Wenn ich z. B. mal entschieden habe, dass in den Raum für Kurzgeschichten nur angemeldete Mitglieder einsehen können, so hat das einen ganz bestimmten Grund, wir hatten dahingehend so einige Probleme in der Vergangenheit. Dies mit der Aussage zu umgehen, dass man sich durch eine Anmeldung zu etwas verpflichtet fühle, was man nicht zu leisten bereit ist, finde ich ein seltsam, vielleicht sogar unangebracht.

Ich persönlich sehe nicht mehr oder weniger Verpflichtung darin sich zu beteiligen, sei man angemeldet oder nicht. Es ist eine vereinfachende Formalität, man muss weder sämtliche persönliche Daten freilegen, noch bezahlen, noch sich verpflichten. Man unterstützt lediglich das Forum in dem man dadurch in der Lage ist, seine Beiträge auch in die dazugehörigen Rubriken einzustellen.

Ich möchte Dich, Enno, bitten, meine Worte nicht als persönlichen Angriff zu verstehen. Nur mal darüber nachdenken. Mit einer Anmeldung verpflichtest Du Dich zu nichts. Du kannst Deine Werke lediglich an der richtigen Stelle einstellen, ob Du andere dort befindliche Werke liest, sei Dir selbst überlassen.

Gruß

tyrus24 ( gelöscht )
Beiträge:

06.01.2007 19:22
#15 RE: Schmarrn, nachdenklich machend bis komisch antworten

so ich bin mal als relativer Neuling frech genug meinen Senf hier dazu zu geben...ich tüftel schon seit Ennos erster Geschichte daran sein Problem zu verstehen...also ich kann nur sagen, daß es für mich ein Zeichen von Nichtachtung derer ist die sich die Mühe machen ein solches Forum zu erstellen, es zu hegen und zu pflegen... wenn jemand sagt ich will mich einfach nicht anmelden und wenns wem nicht passt dann hat er Pech gehabt (okay so waren die Worte nicht aber genau das kommt dabei heraus)statt dessen wird Selbstbeweihräucherung betrieben welche Kurse man gemacht hat und wie toll man eigentlich ist (was mir gelinde gesagt nicht wichtig erscheint)...
So bin mal neugierig wie lange dieser Beitrag von mir hier drinnen überleben wird aber ich musste das einfach los werden

sorry deswegen und wiiiiiiiiiinke

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