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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 4.637 mal aufgerufen
 Weihnachtswelt
HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

27.11.2006 23:46
RE: Weihnachtsanekdoten 2006 antworten

Es war einst ein Mädchen, dass hatte vor nach einigen Erledigungen einen ruhigen Sonntag zu begehen. Da klopfte es auf einmal eilig an der Türe und als es öffnete, stand dort der Bruder des Mädchens und war völlig aufgelöst, weil doch der erste Advent und dabei aber kein einziger Kranz im Hause aufzufinden war.
Das Mädchen konnte es nicht ertragen seinen Bruder so traurig zu sehen und so warf es seine beschaulichen Pläne über den Haufen und machte sich auf zu der ersten Gärtnerei, die ihm in den Sinn kam. Dort angekommen warf es einen Blick auf die Preise für all die wunderschönen Adventskränze und bekam einen Schlag nach dem anderen. Kurz vor der Ohnmacht kam das Mädchen zu der Überzeugung, dass die Familie zu arm für einen Adventskranz sei und trat den traurigen Heimweh an, überlegend, wie es seinem Bruder das klarmachen sollte.
Es hatte noch nicht einmal die Hälfte des Weges zurück gelegt, da schrillte das Handy des Mädchens und siehe da, der Bruder war dran, der auf seiner wöchentlichen Fahrradtour eine weitere Gärtnerei mit Adventsausstellung entdeckt hatte, wo auch ordentlich etwas los war. Das Mädchen war zunächst skeptisch, immerhin konnte es sich ausnahmslos um reiche Menschen handeln, die sich zum Zwecke des Adventskranzkaufes dort eingefunden hatten, doch in der Stimme des Bruders lag so viel Hoffnung, dass es ihm seine Bitte nicht abschlagen konnte, dort auch noch einmal nach einem Kranze Ausschau zu halten, da der Bruder aufgrund mangelnder Transportmöglichkeiten auf seinem Fahrrad das nicht selbst erledigen konnte.
Endlich am besagten Ort angetroffen, schlug dem Mädchen gleich der Geist der Weihnacht in Form von Menschenaufläufen an den zahlreichen Kassen entgegen. Sinnierend, dass der Euro wohl doch nicht so reingehauen wie allgemein in den Medien dargestellt, begann es seine aufgeregte Suche nach einem Adventskranze für den traurigen Bruder. Nach zehn Minuten war es jedoch geläutert und stellte fest, dass die erste Gärnterei eindeutig in die Kategorie 'billig' einzuordnen war, im Vergleich mit den Zahlenkonglomeraten, die ihm von den Preisschildern entgegen schlugen.
"Wer gibt 150 Euro für einen Kranz?!" Rief das Mädchen verzweifelt in die Menge hinein und kam sich auf einmal sehr schäbig vor, in seinen Turnschuhen und überhaupt in seiner Haut. Als es dann tatsächlich von den ersten mitleidigen Blicken getroffen wurde, erwachte seine Kampfeslust und es verbrachte geschlagene drei Stunden in der Gärtnerei und fand tatsächlich seinen Bruder einen Adventskranz, der eindeutig mit dem falschen Preis beklebt worden war, da bezahlbar. Als es den Laden verließ, entdeckte es die arme-Leute-Adventskranz-Ecke und nahm von dort auch noch einen mit, für sich selber nämlich.
Zu Hause angekommen zündete es sofort das erste Kerzlein an und auch der Bruder war sehr glücklich mit dem Schatz, dem ihm seine Schwester überreicht hatte.
Als er später jedoch das Mädchen noch einmal anrief und ihm sagte, es solle hurtig die Kerze ausblasen, da noch gar nicht der erste Advent sei, ignorierte es diese Mitteilung und ließ die Kerze brennen. Dafür war der hart erkämpfte Adventskranz nun einfach viel zu schön.

juliamax Offline




Beiträge: 4.216

28.11.2006 06:39
#2 RE: Weihnachtsanekdoten 2006 antworten

Eine Geschichte nach meinem Herzen.

Und (leider) dazu noch wahr.

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

28.11.2006 07:17
#3 RE: Weihnachtsanekdoten 2006 antworten

Das klingt wie selbst erlebt? ...... auf jeden Fall aber wie eine wahre Geschichte und passt gut in die heutige Zeit.

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

28.11.2006 10:05
#4 RE: Weihnachtsanekdoten 2006 antworten


geht zur Not auch als Adventskranz durch, oder?


schön die Geschichte... werde auch mal nach der

arme-Leute-Adventskranz-Ecke

Ausschau halten...

mande ( gelöscht )
Beiträge:

28.11.2006 10:40
#5 RE: Weihnachtsanekdoten 2006 antworten

Liebe Christine,

nach deiner schönen, mir selbst nicht unbekannten "arme-leute- Adventskranz-Ecke Geschichte, musste ich an einen Schriftsteller denken, der mir, trotz meiner atheistischen Weltanschauung, lieb und teuer ist. Und zwar an Karl Heinrich Waggerl. Ein österreicher Schriftsteller, dessen einfache, doch tiefe Gedanken, ein Glücksfall für die Literatur sind. Ich habe vor mir, nein, neben mir sein vieleicht bekanntestes Werk, nur ein kleiner, schmaler Band, liegen. Es ist "Und es begab sich...". es sind inwendige Geschichten um das Kind von Bethlehem. Es sind ´saubere´ Geschichten, befreit von jeglichem Kitsch und Konsumdenken. Und dieses kleine Bändchen ist dazu noch ausgestattet mit Holzstichen meines verehrten Künstlers Ernst von Dombrowski.
Vieleicht gibt es dieses Buch noch zu kaufen,meine Auflage ist aus dem Jahre 1953 im Otto Müllerverlag, Salzburg. Oder in einer Bibliothek sich zu finden. Es ist auch heute noch, für Kinder und Erwacksene eine weihnachtliche und auch literarische Bereicherung. Viele Jahre hat dies Bändchen auch unsere Kinder begleitet.

Mit Grüssen,
Mande

[ Editiert von Administrator mande am 28.11.06 10:41 ]

florentine Offline




Beiträge: 5.116

28.11.2006 10:51
#6 RE: Weihnachtsanekdoten 2006 antworten

schöööön Holy

ich hab hier noch 2 Rohlinge, Kranz binden geht ganz einfach

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