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Dieses Thema hat 58 Antworten
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 Lustiger Marktplatz mit eigenem Springbrunnen
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mande ( gelöscht )
Beiträge:

13.11.2007 14:42
#46 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Folgendes fand ich im Internet:
Am 09.01.2007 schrieb Herr Henning K. Frhr. v. Vogelsang:

... zum "Adieu" und "Tschüss" möchte ich einen Hinweis geben, der vielleicht auch etwas aussagt: Ich bin in Lübeck 1943 geboren und aufgewachsen. Dort gab es einmal französische Besatzung, ich nehme an im deutsch-französischen Krieg, es existiert auch ein Denkmal für einen Schlachtermeister, der sich den Franzosen widersetzte und dafür füsiliert wurde, ich glaube es kennt kaum noch jemand da in dem Gebüsch beim Mühlentor... Jedenfalls sind einige "lübsche" Wörter noch erhalten geblieben, die aus der Franzosenzeit stammen, und die Lübecker sagen heute noch, wohl im Bemühen, es richtig zu machen, "serwieh" statt "Service" :-). Und ich kenne aus der Zeit sowohl "tschüss" als auch "Atschüss" - für mich herrschte nie ein Zweifel daran, dass es eine Verballhornung von Adieau war ...

aol - gulfhigh2 - French Words
(E3)(L1) http://members.aol.com/gulfhigh2/words17.html

Mande

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

13.11.2007 15:49
#47 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Ende des 17. Jahrhunderts siedelten sich in Norddeutschland, insbesondere in Bremen und Altona, aus Frankreich geflüchtete Hugenotten an. Mit ihnen kamen einige französische Ausdrücke als Modeworte auch in die plattdeutsche Sprache, vermutlich auch „Atschüs“. Das ist so mein Wissensstand über die Bedeutung des Wortes Tschüß - neuerdings auch verniedlicht tschüßi.


Tschüßi Mandelein!

IMUDI - Initiative Menschenrechte und Demokratie - IRAN
"Möge Deine Hand niemals schmerzen!"
Barbara Naziri - Literaturgarten der Aramesh

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

13.11.2007 17:57
#48 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

spätestens mit den Hugenotten ist der Einzug ins Deutsche zu datieren,ich schätze sogar auf noch früher, noch aus der Zeit, da der deutsche Adel überwiegend französisch sprach. Zu groß sind die Variationen von Adius, adjö,adjus,adies, adieu, ade,atschuss, tschüss, tschö, von den neuzeitlichen Abwandlungen tschö mit ö, tschüssi und tschüssikowski mal abgesehen.
Jedenfalls der deutsch-französischer Krieg war 1870/71, das ist viel zu spät um einem Wort solch eine dialektische Vielfalt zu geben.Ist in der Literatur auch schon vor dieser Zeit zu finden, in den Grimm-Märchen zum Beispiel als adies (Der gescheite Hans).
Das adjö ist auch in Schweden eine gängige Verabschiedungsfloskel, auch ein Anzeichen langer Beheimatung in der deutschen Sprache.

Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny

mande ( gelöscht )
Beiträge:

13.11.2007 18:33
#49 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Vielen Dank, Bettina, für deine Bemerkungen, die mich natürlich dazu verleiten, ein wenig mehr zu erforschen.

Mit lieben grüssen,
Mande

mande ( gelöscht )
Beiträge:

13.11.2007 19:14
#50 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Gefunden im Internet

Tschüs - Gruß zum Abschied

Tschüs - Inzwischen versteht man in ganz Deutschland den Abschiedsgruß "Tschüs!", der so schön kurz und prägnant ist, aber ursprünglich war er vor allem im Norden und gerade in den Hansestädten zu hören. Fremde Seeleute gebrauchten häufig das spanische a dio´s ("Gott befohlen"). Auf Französisch hieß es adieu, und wie viele französische Ausdrücke wurde er in Hamburg während der Franzosenzeit (1806-1814) ins Plattdeutsche verballhornt. Man verabschiedete sich erst nachäffend, dann ohne bewussten Bezug zum Ursprung mit adjüs. Dieser zweisilbige Ausdruck schliff sich in der Umgangssprache zu einem einfachen Tschüs ab, das wir nach neuer Rechtschreibung groß und mit s statt ß schreiben (Tschüs sagen).
mj

erschienen am 7. August 2002
*
Und dieses, ist aber nur auf english.

Tschüss
From Wikipedia, the free encyclopedia


Tschüss (also tschüs) is an informal German parting phrase, used in much the same way as "good-bye" in English-speaking countries such as the United States or United Kingdom.

It is derived from Walloon adjüs (the equivalent of adieu in French), and was first taken up into the Low German language (see also Moin). For this reason, the word Tschüss has historically been more common in northern Germany, though it has gained country-wide acceptance and is now very commonly used in Bavaria too. It is also commonly used in Switzerland and Austria, at the very least in Zürich and its outskirts. However, in southern Germany it is more common for the informal farewell ciao or adieu to be used, and the farewell Auf Wiedersehen is considered appropriate in more formal settings.

Mande

[ Editiert von Administrator mande am 13.11.07 19:17 ]

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

14.11.2007 13:15
#51 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Um mein Hamburger Tschüß noch abzurunden:

Von lateinisch ad deum (wörtlich zu Gott, also jemanden der Fürsorge durch Gott empfehlen/anvertrauen; siehe auch den Abschiedsgruß Gott befohlen!) über spanisch adiós zu niederdeutsch adjüs. Verwandt: ade, adé, adieu, tschö. Nicht verwandt: tschau, ciao; diese sind mit italienisch schiavo (Sklave) verwandt und entsprechen damit Servus! und zu Ihren Diensten!).

Der Ost-Duden ließ schon 1976 neben tschüs (mit langem »ü« gesprochen) auch die Schreibweise tschüß (mit kurzem »ü«) zu, ebenso Theodor Ickler in seinem Rechtschreibwörterbuch aus dem Jahre 2000; keine Auflage des West-Dudens legitimierte diese jemals; bei dem Zusatz in eckigen Klammern (tschüs! [auch: tschüß]) in älteren Auflagen handelte es sich nur um einen Aussprachehinweis (siehe Hinweise für den Benutzer; vergleiche beispielsweise die Einträge zu Charis, Cid oder Orchester). Spätere Auflagen bedienen sich hier der Lautschrift, um Verwechslungen mit der Rechtschreibung zu vermeiden.

Egal, wat kömmt, wie der Hamburger secht, ich schreibe Tschüß nur mit ß

IMUDI - Initiative Menschenrechte und Demokratie - IRAN
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Barbara Naziri - Literaturgarten der Aramesh

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

14.11.2007 16:28
#52 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Tschüs sieht aber auch zu falsch aus, was haben sich die Rechtsreibreformer nur dabei gedacht? Nach Ausspracheregelung würde ich das immer neureformiert Tschüss schreiben wollen, das ß fordert ja langes üü, naja manchmal sagt man das ja: Tschühüß.

Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny

tyrus24 ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2007 18:07
#53 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

des hoaßt jo e "pfiat di" und nit tschüss(s)(ß)

mande ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2007 19:54
#54 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Hallo Tyrus,
wir haben auch solch ein Auto, zwar nicht pfiat di, sondern pfiat uno!

Mit Grüssen,
Mande

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

15.11.2007 07:03
#55 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Kleine Anmerkung, ihr Lieben, tschüß wird übrigens mit langem "ü" ausgesprochen. Insofern ist das "ß" richtig.

Übrigens - woher stammt eigentlich das Wort deutsch?

Anders als viele andere Sprach- und Nationalitätsbezeichnungen geht deutsch nicht auf den Namen eines Stammes oder einer Volksgruppe zurück, auch nicht auf teutonisch, sondern vielmehr auf mhd. diutisch/diutsch, tiutsch/tiusch (deutsch), ahd. diutisk (verwandt mit gotisch þiudiskô, heidnisch), alles Adjektive (mit Endungen entsprechend nhd. -isch), die zurückgehen auf germanisch þeuðo, gotisch þiuda, ahd. thiot[a], diot[a], mhd. diet, allesamt Volk, Stamm bedeutend. Auch das engl. Dutch lässt sich über das Mittelniederländische hierauf zurückführen. Auf dieselbe Wurzel wie deutsch geht übrigens auch deuten zurück, was dem Volk verständlich machen heißt.

Der älteste Beleg stammt aus dem Jahre 786: In einem Bericht wird festgestellt, daß Beschlüsse einer angelsächsischen Synode sowohl auf Lateinisch als auch theotisce (volksgemäß, in der Art des Volkes, volkssprachlich) verlesen worden seien, damit jeder sie verstehen könne. (In diesem Fall bezieht sich theotisce sogar auf das Englische.) theodiscus (daraus it. tedesco) ist zwar die älteste überlieferte Form; es handelt sich dabei jedoch um die Latinisierung der (rekonstruierten) westfränkischen Form þeodisk, nicht umgekehrt.

lingua theodisca, eigentlich Volkssprache, bezeichnete dabei die Sprache des ungebildeten Volks im Unterschied zur lingua latina, dem Latein der Gelehrten und der Kirchenautoritäten, im engeren Sinne die Sprache der germanischen Völker im Ostteil des Frankenreichs im Unterschied zur lingua Romana, der Volkssprache in dessen Westen. Das vorher übliche fränkisch war — nachdem sich das Frankenreich nach dem romanischsprachigen Westen ausgedehnt hatte — zu dieser Unterscheidung nicht mehr geeignet. Das Pendant zu westfränkisch þeodisk für deutsch war walhisk (welsch, nach dem Namen eines keltischen Stammes) für romanisch.

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mande ( gelöscht )
Beiträge:

15.11.2007 07:39
#56 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Im Annolied, Ende des 11. Jhrhunderts, gibt es diese schönen, fast schon lustigen Zeilen, die wie ein ´Zungenbrecher sind:
Diutschin sprechin, Diutschin liute in Diutischemi lande.
(Deutsch sprechen, Deutsche Leute in Deutschem Lande.)

Das Annolied wurde wahrscheinlich von einem uns unbekannten siegburger Mönch zu Ehren desKölner Erzbischofs Anno II verfasst.

Mit Grüssen,
Mande

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

15.11.2007 08:01
#57 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Noch was ausgegraben: Bedeutung des Wortes Effeff = ff?

Etwas aus dem Effeff zu können heißt, eine Sache in Perfektion zu beherrschen. Die Herkunft der Wendung ist nicht geklärt.

Nach einigen aus der Sprache der Waarenmanufacturen entlehnt, wo man mit f, ff und fff: feine, feinere und feinste Waaren bezeichnet. Nach andern dagegen ist die Redensart juridischen Ursprungs. Die alten Juristen citirten nämlich häufig das Corpus juris, von dem ein wichtiger Theil, die Pandekten, noch mit ff bezeichnet werden. Wer die Pandekten recht häufig citirte, galt für einen gelehrten Juristen. Je öfterer nun die ff in seiner Schrift vorkamen, desto besser. Etwas aus dem ff thun, hiess also ursprünglich: etwas gründlich und mit Geschicklichkeit thun. Vom juridischen Boden ging die Redensart in das alltägliche Leben über, wo sie denn ebenfalls Gründlichkeit und Tüchtigkeit bezeichnet. Manche erklären den Ausdruck auch aus der musikalischen Bezeichnung mit f und ff für das verschiedene Anschwellen der Töne. Demnach wäre aus dem ff das, was in seiner Art am stärksten hervorträte. Einige wollen die Redensart aus der italischen Amtssprache herleiten. Die Beamten der italischen Städte sollen nämlich auf Bittschriften, die sie für die Gewährung geeignet fanden, vorläufig ein F gesetzt haben, womit sie sagen wollten: fiat = es geschehe. Ging das Gesuch durch, so bemerkte man dies mit einem doppelten ff = fiat, fiat, d. i. es werde sofort ausgeführt.
(Karl Friedrich Wilhelm Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 1867)

In Partituren steht f für forte (lau, ff für fortissimo (sehr laut). Das ff für das Corpus juris civilis versucht man aus einem kleinen griechischen Buchstaben Pi (für Pandekten), bei dem die senkrechten Striche nach oben verlängert wurden, oder aus einem durchgestrichenen D (für Digesten) zu erklären.

Als Plural der Abkürzung „f.“ steht „ff.“ für „folgende“. Meistens steht es nach einer Seitenzahl, in juristischen Texten auch nach der Angabe eines Paragraphen. Es bedeutet, dass ein Thema über mehrere folgende Seiten oder Paragraphen hinweg behandelt wird, siehe Zitat.

Die häufig anzutreffende Meinung, ff stünde für „fortfolgende“, ist sprachlich nicht haltbar. Sinnvoll wäre allenfalls anzunehmen, ff stehe für „(und) fortlaufend folgende“. Da aber auch in anderen Fällen der Endbuchstabe verdoppelt wird, um den Plural eines abgekürzten Wortes anzudeuten (wie bei Jgg. für Jahrgänge), ist das wohl auch hier der Fall. Aus dem gleichen Grund ist die Setzung eines Punktes hinter den Buchstaben ff entbehrlich.

Im Englischen steht ff übrigens in diesem Zusammenhang für folios following.

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Barbara Naziri - Literaturgarten der Aramesh

mande ( gelöscht )
Beiträge:

02.12.2007 08:25
#58 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Da ich in der Nacht schlecht schlafen konnte, fiel mir dieses ein zu Nacht und nach.


Der Nachbar sass in der Nachtbar.

Er ass seinen Nachtisch am Nachttisch.

Der Wächter hat einen Nachtschlüssel, doch der Einbrecher einen Nachschlüssel.


Wer weiss ähnliches. Auch mit anderen Wörtern. Wie zumbeispiel
Der Schachtmeister war auch zugleich Schachmeister.

Übrigens, ich mag Händel. Nein, ich bin nicht musikalisch. Rauflustig!


Mit Grammatikuss,
Mande
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Homo ludens!

[ Editiert von mande am 02.12.07 8:34 ]

mande ( gelöscht )
Beiträge:

09.12.2007 18:36
#59 RE: Beiträge zur daitschen sprache. antworten

Folgendes las ich über das Verstehen von Texten und kann dem nur zustimmen.
Im allgemeinen dürfte es so sein, dass wenn jemand ein Gedicht liest, man auch die Wörter versteht. Doch wie ist es, wenn ein vertontes Gedicht nun gesungen wird. Und da wurde unter anderem dies Beispiel gegeben. Das Gedicht, ´Der Mond ist aufgegenagen´, von Matthias Claudius. Und da gibt es die Zeilen:
´....
der Wald steht schwarz und schweiget
und aus den Wiesen steiget,
der weisse Nebel wunderbar.´

Und der Autor dieses Büchlein sagt nun, dass er oft dieses hört wenn es gesungen wird:

...
der Wald steht schwarz und schweiget
und aus den Wiesen steiget,
der weisse Neger Wumbaba.

Das gleiche ist mit vor vielen jahren passiert, als ich zum ersten Male das Gedicht ´Die Himmel rühmen des ewigen Ehre´ von Johann Christian Fürchtegott Gellert und von Beethoven ja vertont wurde, als Chorgesang hörte.

Ansttat ´Die Himmel rühmen.....

verstand ich ´Die Himmelrüben...


Hat der Gesang
auch schönen Klang.
Doch bei des Wortes Sinn,
ich manchmal doch im Zweifel bin!

Mande

[ Editiert von mande am 10.12.07 7:39 ]

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