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Dieses Thema hat 22 Antworten
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 Weihnachtswelt
Seiten 1 | 2
HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

21.11.2006 19:10
RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Was macht Euer Weihnachten aus?

juliamax Offline




Beiträge: 4.216

25.11.2006 21:32
#2 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Mein Geist der Weihnacht (hast Du zu oft Charles Dickens gelesen, Holy?:haehaehae, da muss ich ein wenig nachdenken.

Nun ja, bei mir geht es völlig traditionell zu. Wie jeder hier in der Gegend werden nach dem Totensonntag die Zimmer mit Räuchermännchen, Nussknackern, Schwibbögen und Steckschalen dekoriert.

Natürlich backe ich massenweise Weihnachtsplätzchen, früher haben wir noch sechzehn Butterstollen gebacken, aber das tun wir nicht mehr, seit es meiner Oma so schlecht geht (seit nunmehr sechs Jahren).

Wir hören Weihnachtslieder, musizieren zusammen, singen und lichteln jede Menge. Meinen Kindern lese ich in dieser Zeit jede Menge Weihnachtsgeschichten aus der ganzen Welt vor. Als wir noch auf dem Dorf wohnten, gingen wir oft und viel „hutzen“. Das heißt, wir besuchten Bekannte, Verwandte, Nachbarn, einfach so, um Kaffee zu trinken und zu quatschen.

Ansonsten kommen zum heilig Abend Oma und Opa und Uroma zu uns, das Christkind bringt die Weihnachtsgaben. Davor gehen wir zur Christmette, wo meine Kinder immer mitspielen. Früher habe ich das auch getan, mein Vater davor auch. Ich erinnere mich, dass vor allem die Proben sehr lustig waren. Jetzt sind meine Kinder dran.

Alles in allem versuche ich, meinen Kindern den Geist der Weihnacht zu vermitteln, den ich in meiner Kindheit erleben durfte. Aber soviel Mühe ich mir auch gebe, ich weiß, dass es nie so sein kann, einfach weil die Zeit schnelllebiger und hektischer geworden ist. So sehr ich gerade in dieser Zeit versuche zu bremsen, will mir das einfach nicht gelingen.

mande ( gelöscht )
Beiträge:

26.11.2006 05:23
#3 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Nun, wohl dem, der den ´Geist der Weihnacht´ noch erleben und vermiteln kann. Zum letzten gehört ein fruchtbarer Boden, der die ´frohe Botschaft´auch aufnimmt. Und was ist heute die ´frohe Botschaft´? Besonders für Kinder? Der kleine Jesus in der Krippe, als heil der Welt? Oder eine Barbie-Puppe und das neuste Computerspiel? Wenn Erwachsene den Konsum säen, wollen Kinder ihn ernten!
Wir haben versucht, versucht!, in erster Linie Marjatta, als Nicht-Christ, war mein Beitrag nicht als zu gross, die ´frohe Botschaft´und Konsumweihnachtsgeschenke auseinanderzuhalten. In wie weit uns das immer gelungen ist, na ja.
Ich selbst bin gerne Gast bei Tannenbaum, Weihnachtslieder-, und Gedichten. Beim Geruch von Lebkuchen und letztendlich, bei strahlenden Kinderaugen.

Mit freundlichen Grüssen,
Mande

juliamax Offline




Beiträge: 4.216

26.11.2006 09:59
#4 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Tja mande, mein Bestreben ist es nicht unbedingt, meine Kinder zu "guten" Christen zu erziehen. Ich möchte ihnen nur die bestmöglichen Voraussetzungen bieten, damit sie irgendwann in ihrem Leben, eine Entscheidung für ihr Leben treffen können. Dazu gehört für mich zumindest die Vermittlung der Voraussetzungen.

Aber darum geht es eigentlich nicht vordergründig. Es geht tatsächlich um den Geist der Weihnacht, ein Gefühl der Vorfreude (das nichts mit Konsum zu tun hat), eine Zeit der Stille, des Zusammenseins, gemeinsamer Rituale.

mande ( gelöscht )
Beiträge:

26.11.2006 10:24
#5 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Einen schönen, guten Morgen, Sylvia,
Nein, hier geht es nicht um ´gute Christen´. Sondern um eine Botschaft, die unabhängig ist von jeder Religion, oder Welt/Lebensanschauung. Nämlich: Frieden auf Erden und allen Menschen ein Wohlgefallen. Eine Botschaft, die auch unabhängig von Weihnachten ist.

Mit freundlichen Grüssen,
Mande

juliamax Offline




Beiträge: 4.216

26.11.2006 14:15
#6 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Du sprichst mir aus dem Herzen mande.

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

27.11.2006 07:36
#7 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Ja, das habt ihr schön ausgedrückt. Bei den Moslems und Juden gibt es keine Weihnacht.

Meine Eltern fanden den Brauch aber schön. So wurde ein Baum gekauft, der bis an die Decke reichte (unser Altbau hatte 4 m). Das war ein Erlebnis! Allerdings haben meine Eltern sich nicht so an die Zeiten gehalten. Der Baum wurde mitunter schon ein paar Tage vorher aufgestellt mit allem Drum und Dran. Ansonsten hat meine Mutter im Kerzenschein auf dem Klavier ein paar Weihnachtslieder angestimmt. Am Heiligabend selbst gab es natürlich auch für uns Bescherung. Wenn Freunde allein waren, wurden sie eingeladen. Ich habe die Weihnachtszeit immer mit sehr vielen Gästen in Erinnerung, von denen die wenigsten Christen waren. Gegessen wurde auch bei uns die obligatorische Gans oder Karpfen.



Für uns Kinder war das eine rege Zeit des Beschenkens, denn zum Norouz (3 Monate später) ging es ja weiter. Was ich für mich aber in Erinnerung behalten habe, war die Harmonie und eine gewisse Beschaulichkeit und vor allem die Zeit davor, die Zeit der Geheimnisse. Das war für mich fast noch schöner als der Abend selbst. Die Freude, jemanden etwas zu schenken, ihn damit zu überraschen, finde ich auch heute immer noch am schönsten.



Ich unterhielt mich einmal mit einer Araberin, die Christin war. Sie erzählte mir, dass sie eine Zeit lang in Bagdad gelebt habe. Die Nachbarn waren Moslems, ihre beste Freundin aber Jüdin. Irgendwann sind alle Familien übereingekommen, die Feste gemeinsam zu feiern. So wurde also Purim mit Moslems und Christen begangen, Weihnachten wurden Moslems und Juden eingeladen und Bayram Juden und Christen. Hier geht es in erster Linie nicht um Religion, sondern um das Miteinander... und so bin ich auch aufgewachsen.

Wusstet ihr übrigens, dass Jesus (lt. Zeitrechnung im Orient) im Juni geboren wurde?

Liebe Grüße
Aramesh

HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

27.11.2006 13:22
#8 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Hach, wie schön ist es die bisherigen Beiträge hier zu lesen. Da zeigt sich, wie individuell doch eine so 'allgemeingültige' Sache bzw. in diesem Fall: ein Fest, angegangen werden kann.
Sehr unbesinnliche Worte zu einem Weihnachtsthread, ich weiß. Ich mache das irgendwann schon wieder gut.


@Aramesh:
Ich bin eigentlich immer von März oder April (weiß es nicht mehr so ganz genau) ausgegangen. Wo lässt sich der Juni nachlesen?

mande ( gelöscht )
Beiträge:

27.11.2006 13:52
#9 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Hallo, liebe Christine. Habe dises herausgesucht.

Lk 1,5-13
Es war in den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Abteilung des Abija; und seine Frau war aus den Töchtern Aarons und ihr Name Elisabeth. Beide aber waren gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war; und beide waren in ihren Tagen weit vorgerückt. Es geschah aber, als er in der Ordnung seiner Abteilung den priesterlichen Dienst vor Gott verrichtete, traf ihn nach der Gewohnheit des Priestertums das Los, in den Tempel des Herrn zu gehen, um zu räuchern. Und die ganze Menge des Volkes stand betend draußen zur Stunde des Räucherns. Ihm erschien aber ein Engel des Herrn und stand zur Rechten des Räucheraltars. Und als Zacharias ‹ihn› sah, wurde er bestürzt, und Furcht kam über ihn. Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Flehen ist erhört, und Elisabeth, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Johannes nennen.

Lk 1,23-24
Und es geschah, als die Tage seines Dienstes zu Ende waren, ging er weg in sein Haus. Nach diesen Tagen aber wurde Elisabeth, seine Frau, schwanger und zog sich fünf Monate zurück.

Lk 1,26-31
Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt von Galiläa, mit Namen Nazareth, gesandt, zu einer Jungfrau, die einem Mann namens Josef, aus dem Haus Davids, verlobt war, und der Name der Jungfrau war Maria. Und er kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, Begnadete! Der Herr ‹ist› mit dir. Sie aber wurde bestürzt über das Wort und überlegte, was für ein Gruß dies sei. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen.

Lk 1,32-36
Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein.
Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiß?
Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie erwartet einen Sohn in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat bei ihr, die unfruchtbar genannt war.


1.Chr 24,3
Und David teilte sie ‹gemeinsam› mit Zadok von den Söhnen Eleasars und Ahimelech von den Söhnen Itamars nach ihrem Amt in ihren Dienst ein.

1.Chr 24,7-19
Und das erste Los kam heraus für Jojarib, für Jedaja das zweite,
für Harim das dritte, für Seorim das vierte,
für Malkija das fünfte, für Mijamin das sechste,
für Hakkoz das siebte, für Abija das achte,
für Jeschua das neunte, für Schechanja das zehnte,
für Eljaschib das elfte, für Jakim das zwölfte,
für Huppa das dreizehnte, für Jeschebab das vierzehnte,
für Bilga das fünfzehnte, für Immer das sechzehnte,
für Hesir das siebzehnte, für Pizez das achtzehnte,
für Petachja das neunzehnte, für Jeheskel das zwanzigste,
für Jachin das einundzwanzigste, für Gamul das zweiundzwanzigste,
für Delaja das dreiundzwanzigste, für Maasja das vierundzwanzigste.
Das war ihre Amtsordnung für ihren Dienst, in das Haus des HERRN zu gehen nach ihrer Vorschrift ‹, die ihnen› durch ihren Vater Aaron ‹gegeben worden war›, wie der HERR, der Gott Israels, ihm geboten hatte.

Oben sind die Bibelstellen aufgeführt, die den Schlüssel für die Frage nach dem Geburtstag von Jesus enthalten:
Mit dem Monat Nissan beginnt unabhängig von der Jahreszählung die Zahl der Monate und damit auch der Festzyklus sowie der Priesterdienst im Tempel in Jerusalem. Jede Ordnung der Priester diente für eine Woche [2]. An den Wallfahrtsfesten waren alle 24 Ordnungen zum Dienst im Tempel.
Der Priester Zacharias aus dem Geschlecht Abija konnte also erst nach dem Schawuot - Fest zu seiner Frau zurückkehren.

Ereignis Ordnung der Priester im Tempeldienst Monat Woche
1) Jojarib 1
Nissan 1
2) Jedaja 2
Pessach Alle 24 3
3) Harim 4
4) Seorim 2
Ijar 5
5) Malkija 6
6) Mijamin 7
7) Hakkoz 8
8) Abija 3
Siwan 9
Schawuot Alle 24 10
Zacharias kommt nach Hause: Johannes Zeugung 9) Jeschua 11
10) Schechanja 12
4
Tammus
5
Aw
6
Elul
Sukkot 7
Tischri
8
Cheschwan
Elisabeth ist im 6. Monat schwanger mit Johannes dem Täufer: Maria Empfängnis 9
Kislew Anzahl Tage
seit Marias
Empfängnis
10
Tewet 29
11
Schewat 59
12
Adar 88
Pessach 1
Nissan 118
2
Ijar 147
Schawuot 3
Siwan 177
4
Tammus 206
5
Aw 236
6
Elul 265
Jesu Geburt! Sukkot 7
Tischri 280

Elisabeth empfing Johannes den Täufer wie oben dargestellt ende des 3. Monats (Siwan). 6 Monate später (Elisabeth war im 6. Monat schwanger), also ende des 9. Monates (Kislew) kam der Engel Gabriel zu Maria, und sie wurde schwanger.
Jesus wurde ca. 280 Tage (eine normale Schwangerschaft) später geboren, also im 7. Monat (Tischri). Das Laubhüttenfest findet in der Zeit vom 15. - 21. Tischri statt.
Jesus wurde danach also ungefähr in der Zeit des Laubhüttenfestes geboren. [1]


Selbstverständlich liefert diese Argumentation keine genaue Datierung von Jesu Geburtstag. Auch sind zwei mögliche Unsicherheitsfaktoren nicht berücksichtigt:

* Die Priester nach der Ordnung Abija und damit Zacharias mussten ein zweites Mal im Jahr ca. 6 Monate später im Tempel dienen. Damit ergibt sich ein zweiter möglicher Geburtstermin für Jesus ca. 6 Monate später während des Monats Nissan. Das könnte ungefähr in die Zeit des Pessach - Festes fallen.
* Falls ein Schaltjahr in die Zeit der obigen Ereignisse zu liegen kommt, und damit dieses Jahr einen 13. Monat Adar enthält, wäre Jesu Geburt im Kalender einen Monat früher anzusetzen.


Dennoch gibt es weitere Überlegungen, die in eine ähnliche Richtung weisen:

* Aus klimatischen Erwägungen geht hervor, dass ende Dezember nicht in Frage kommt als Zeitpunkt für Jesu Geburt. Es ist dann in Bethlehem z.B. zu kalt, als dass Hirten nachts mit Ihren Schafen auf den Feldern anzutreffen wären.
* Alte Überlieferungen gehen davon aus, dass Marias Empfängnis am 25. Dezember stattgefunden hat. [3]Bei einer Schwangerschaftszeit von 280 Tagen (Idealfall) würde damit Jesu Geburt auf den 29. September fallen, also wieder in die Zeit des Laubhüttenfestes.
* Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Joh 1,14
Das Laubhüttenfest symbolisiert unter anderem das Wohnen Gottes unter den Menschen. [3]

Mit freundlichen Grüssen,
Mande

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

27.11.2006 13:53
#10 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Ja, dass Jesu Geburt nunmehr im Dezember gefeiert wird, hat mit den heidnischen Festen unserer Gegend zu tun, die so nicht einfach "weggefegt" werden konnten, wie die Donareichen. So wurden sie eben "einverleibt" und umbenannt, bestimmte Rituale beibehalten, da ihre Praktizierung ein großes Bedürfnis war.

mande ( gelöscht )
Beiträge:

27.11.2006 13:57
#11 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Mein Beitrag, macht sich nur dann einen Sinn, wenn man denn nun das ´Neue Testament´für ´wahr´ nimmt. Ansonsten möchte ich auf Bettinas Beitrag hinweisen!

Mit Grüssen,
Mande

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

27.11.2006 14:13
#12 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Weihnachten, seitdem bei uns das Geld nicht mehr "locker" sitzt, ist es ein wunderschönes Fest geworden, ohne Stress. Für jeden ein kleines, Geschenk, nette Naschereien, Kiefern- und Tannenzweige und langstilige Rosen in der Bodenvase, Julböcke, Kerzen, Pyramide,Räucherkegel. Heiligabend mit Kindern und Kindeskindern, dann einen Tag nur mit meinem Mann, einen Tag mit meinen Eltern. Telefonate mit Freunden und Verwandten, Weihnachtskonzert (es singt der Chor meiner Freundin).
Jedes Jahr gibt es das selbe Essen Heiligabend, Frikassee - und alle freuen sich darauf. Spaziergänge, danach Glühwein, Stolle, etwas Orgelmusik...
Zeit und winterliche Gemütlichkeit, das ist es, glaub ich, was das Fest ausmacht

mande ( gelöscht )
Beiträge:

27.11.2006 19:00
#13 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Ja, Weihnachten,
Da ich ja nun fast 35 Jahre verheiratet bin mit eine Christin, hat sich auch Weihnachten etwas sich abgefärbt auf mich. Gehe mit in die Kirche und feiere auch mit.
In die letzten Jahre macht Sebastian der jüngere mit seine Frau Miia, am ersten Weihnachtag Konzert. Sebastian Guitarre, hat einige Zeit als noch jünger auf der Sibeliusacademie studiert dises Instrument, hat doch dann später zur Erziehungswissenschaft gewechselt. Miia hat Gesang studiert und Klavier,aber später auch Erziehungswissenschaft. Manchmal ist das kleine Konzert bei uns, dann bei Eltern von Miia. Kommen auch sonstige Verwante, Freunde und Nachbarn. Ist immer der Höhepunkt.
Dises Jahr ist auch Andrej, der Ältere bei uns. Lebt zur Zeit in England. Kommt mit Freundin.
Essen gut(joulukinkku=Weihnachtsschinken, joulupuuro=Weihnachtsbrei) und trinken, wenn auch Marjatta und ich kein Alcohol. Machen Spiele und freuen uns.
Auch wenn Weihnachten wider vorbei ist.
Der grösste von Wunsch von uns ist Schnee. Na, mal sehen, was sich der Weihnachtsmann (joulupukki)alles so im Sack hat!
Werde auch dis Jahr wieder versuchen Weihnachtskarten selbst zu machen.

Mande

[ Editiert von Administrator mande am 27.11.06 20:16 ]

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

28.11.2006 07:05
#14 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Guten Morgen lieber Mande,

ist ja sagenhaft, was Du da über Zeugung und Geburt von Jesus ausgegraben hast.
So feiern die Christen also am Tag der Empfängnis Marias Weihnachten!
Wenn Jesus zur Zeit des Laubhüttenfestes geboren wurde, dann wäre das ja auch kurz vor dem Neujahrsfest der Juden. Das ist bei den Christen durch Weihnachten und Sylvester identisch. Ist schon interessant, was sich da alles mischt.

Liebe Christine,
die Information, dass Jesus im Juni geboren wurde, habe ich aus der Türkei. Als ich dort eine Zeit lang wohnte, habe ich erlebt, dass aramäische Christen den 17. Juni als Geburtstag von Jesus ansehen. Ob das nun richtig oder falsch ist, liegt meinem Urteil - nach Mandes ausführlichen Erläuterungen - fern.

So nun muss ich wieder an die Arbeit
Bis nachher ihr Lieben!

mande ( gelöscht )
Beiträge:

29.11.2006 08:42
#15 RE: Der Geist der Weihnacht antworten

Weihnachten, der immergrüne Christbaum.

Wenn heute in den politischen Nachrichten von „Rot-Grün” die Rede ist, käme niemand auf die Idee, einen Bezug zu Weihnachten zu vermuten. Das „Rot” der Sozialdemokratie und das „Grün” der Bündnisgrünen haben ihre eigene Symbolik. Dennoch ist zumindest das Grün der Grünen hergeleitet vom Grün der Natur. Und dieses Grün spielt im Religiösen auch eine und zwar eine ältere Rolle.

Im ursprünglichen Sinn bezeichnet „grün” das natürlich Frische, Wachsende. So erklärt sich auch die Redensart, nach der „ein Ding zu grün angefasst” werden kann, also noch unreif ist. Unerfahrenheit (z.B. „grüner Junge”, „grünes Gemüse”) geht seit dem 17. Jahrhundert auf diese Wertung zurück. Grün wird aber auch in unbedingt positiver Weise verwendet, z. B. in der Redensart von der „grünen Seite” („auf der grünen Seite sitzen”). Ursprünglich ist wohl damit allein die Herzseite, also das rechts von jemandem Sitzen, gemeint, später aber auch die „günstige, liebenswürdige Seite” eines Menschen. Jemandem „grün sein”, also ihm wohl gesonnen, günstig oder gewogen zu sein, steht im gleichen Deutungsfeld, obwohl der Begriff meist in negativer Form vorkommt: jemandem nicht grün sein (ndl. „niet groen zijn op iets”). Der älteste Beleg für den Gebrauch des Wortes in diesem Sinne stammt aus einem Passional von 675, wo es von der hl. Katharina heißt: „da die samenunge was gegen ir vil ungrune”. Wie jemand auf „(k)einen grünen Zweig” kommt, lässt sich unter Hinweis auf das Kranzsingen erklären. Möglicherweise geht dieses Bild zurück bis auf Hiob, wo es heißt (15, 32): „Bevor sein Tag kommt, welkt er hin, und sein Palmzweig grünt nicht mehr” (früher wurde z. T. übersetzt: und sein Zweig wird nicht mehr grünen).

Im Mittelalter wird Grün in der Form winterlichen Immergrüns zum Kennzeichen wieder erwachenden Lebens, zum Garant der Wiederkehr des Lichtes. Das Immergrün symbolisiert den noch nicht als Erlöser erkannten Neugeborenen, in dem die Heilszusage Gottes personifiziert ist. So wie im immergrünen Baum im Winter das Leben präsent ist, ist Gott noch unerkannt in seinem neugeborenen Sohn in dieser Welt schon wirksam.

Die christlichen Symbolfarben von Advent und Weihnachten sind Grün und Rot. Grün symbolisiert nicht nur die Hoffnung auf Lebenserhalt im dunklen Winter, sondern damit auch die Treue. Deshalb werden auch die symbolischen immergrünen Gewächse verwendet: Fichte, Tanne, Kiefer, Eibe, Buchsbaum, Ilex (= Stechpalme), Mistel, Stechginster, Wacholder, Efeu, Kronsbeere, Rosmarin. Rot erinnert an das Blut Christi, das er vergossen hat, damit die Welt erlöst werde. Die Farbkombination von Grün und Rot versinnbildlicht Christen also die übernatürliche Hoffnung. Die Farben prägen oft den Christbaum, Tischdekoration (vgl. Weihnachtsstern), Weihnachtspost und Verpackungsmaterial der Geschenke. Das Rot am Grünen nimmt Sterben und Tod Christi schon in seine Geburt hinein. Geburt und Tod des Erlösers werden als eine Einheit gesehen, weshalb in mancher Geburtslegende auch davon die Rede ist, das Holz des Kreuzes und das der Krippe stammten von ein und demselben Baum. Bei einzelnen Kripppendarstellungen taucht auch ein Kreuz in der Nähe auf.

In allen Kulturen und Religionen symbolisiert der Baum das Leben; deshalb sind Bäume Göttersitze, befinden sich heilige Orte in Hainen, entstehen Gerichtslinde und Maibaum. Auch in der Bibel spielen Bäume eine große Rolle: vom Adams- oder Paradiesbaum über den „Baum der Verheißung” bis zum Kreuzesbaum. Innerhalb der Liturgie tauchen Bäume und Zweige auf: bei sommerlichen Festen wie Fronleichnam die Maien frische Birken(-zweige) als Schmuck, dagegen Palmen-, Oliven- Buchsbaum- oder Weidenzweige als Ehren- und Huldigungszeichen oder als Segensträger. Immergrüne Bäume und Zweige im Winter waren schon in vorchristlicher Zeit Garant der Hoffnung, dass die Natur wieder erwacht, das Sonnenlicht wieder herrscht. Dämonische Vorstellungen verbanden sich mit diesem Grundgedanken: Die Lebenskraft der immergrünen Pflanzen sollte die Dämonen verscheuchen und gute Geister beherbergen. Im Mittelalter schmückte man Häuser und Kirche von Advent bis Lichtmess mit grünen Zweigen und immergrünen Girlanden („weyenacht meyen”). Die der ganzen Natur durch Christus zukommende Hoffnung, die in die dunkle, kalte und unerlöste Welt gekommen war, wurde damit verdeutlicht.

Der Christbaum hat seinen Ursprung im mittelalterlichen Krippenspiel in der Kirche. Vor dem eigentlichen Krippenspiel fand das Paradiesspiel statt, in dem gezeigt wurde, wie durch Adam und Eva die Sünde in die Welt kam, von der wir durch Christi Kreuzestod befreit wurden. Zu diesem Spiel gehörte ein immergrüner Baum als „Paradiesbaum” (auch Adamsbaum), von dem an der dramaturgisch bestimmten Stelle die „Frucht” gepflückt wurde. Diese Frucht war nach zeitgenössischem Denken ein roter Apfel. Mit den Jahren wurde der Paradiesbaum immer schmucker: (vergoldete) Nüsse, Festgebäck und Süßigkeiten machten die „paradiesische” Funktion des Baumes für die Gläubigen deutlich. In „Silber”papier und in „Gold”papier eingewickelte Früchte dieses Baumes sind so zu den Vorlagen für Christbaumkugeln und Christbaumschmuck geworden. Am Ende der Weihnachtszeit, dem 6. Januar, durfte der Paradies- bzw. Christ- oder Weihnachtsbaum geplündert werden, d.h. die Früchte wurden „geerntet”. Im 16./17. Jahrhundert taucht der Paradiesbaum außerhalb der Kirche auf: bei Gemeinschaftsfeiern von Zünften und Bruderschaften. Er hat sich vom Krippenspiel abgelöst, ist Symbol der Advent- und Weihnachtszeit.

Für 1605 ist in Straßburg der erste Christbaum belegt, der als Gabenbaum oder Bescherbaum, aber ohne Kerzen, hergerichtet war. In einer Chronik heißt es: „Auf Weihenachten richtett man Dannenbäume zu Strassburg in der Stubben auf, daran henckett man rossen aus vielfarbigem Papier geschnitten, Äpfel, flache kleine Kuchen, Zischgolt, Zucker ...” Diese neue Sitte fand nicht nur Freunde. Johann Konrad Dannhauer, Pastor am Straßburger Münster, polterte in einem ab 1642 erschienenen Werk dagegen: „Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begeht, ist auch der Weihnachts- und Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt und ihn herinach schütteln und abblümeln lässt. Wo die Gewohnheit herkommt, weiß ich nicht. Es ist ein Kinderspiel ...” Dennoch galt der Christbaum sehr bald in evangelischen Familien als weihnachtliches Symbol „rechtgläubiger” Protestanten. Er wurde zum konfessionellen Gegensymbol der (katholischen) Weihnachtskrippe. Im 18. Jahrhundert, als die Weihnachtsfeiern zunehmend zu Familienfesten wurden, wandert der Christbaum fast konsequenterweise mit in die Wohnungen auch der einfacheren evangelischen Menschen. Für 1748 ist der erste Weihnachtsbaum in Amerika bei Siedlern in Pennsylvanien belegt. Eingeführt haben ihn die nach Amerika „vermieteten” hessischen Soldaten. Der mit Lichtern geschmückte Christbaum - die Lichtsymbolik verbindet Ostern und Weihnachten - scheint nicht überall und immer sofort mit dem Christbaum verbunden gewesen zu sein. Der preußische König Friedrich der Große (1740 - 1786) berichtet 1755 von Tannenbäumen, an denen die Eltern „vergoldete Erdäpfel” (= Kartoffeln) aufhängen, „um den Kindern eine Gestalt von Paradiesäpfeln vorzuspiegeln”.

Einen der ältesten Belege für einen Christbaum mit Lichtern - hier noch ein Buchsbaum - liefert Liselotte von der Pfalz (1652 - 1722) in einem Brief vom 11.12.1708: „Ich weiß nicht, ob ihr ein anderes Spiel habt, das jetzt noch in ganz Deutschland üblich ist; man nennt es Christkindel. Da richtet man Tische wie Altäre her und stattet sie für jedes Kind mit allerlei Dingen aus, wie neue Kleider, Silberzeug, Puppen, Zuckerwerk und alles Mögliche. Auf diese Tische stellt man Buchsbäume und befestigt an jedem Zweig ein Kerzchen; das sieht allerliebst aus und ich möchte es heutzutage noch gern sehen. Ich erinnere mich, wie man mir zu Hannover das Christkindel zum letzten Mal [= 1662] kommen ließ.” Mit brennenden Kerzen bestückte Christbäume finden sich erst bei protestantischen adligen und wohlhabenden bürgerlichen Familien, Erst im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts tauchen die Lichterbäume zunächst in den Wohnstuben evangelischer Familien und ab dem 19. und 20. Jahrhundert in den Wohnzimmern katholischer Familien auf. In Österreich steht 1816 der erste Weihnachtsbaum, in Frankreich 1840 - nachdem Lieselotte von der Pfalz 1710 vergeblich die Einführung versucht hatte. Durch den deutschen Prinzgemahl Albert der britischen Königin Victoria (1837 - 1901) fand der Weihnachtsbaum auch nach England.
Von der Sitte, am Nachmittag des Heiligabends auf den Gräbern kleine Christbäume mit Kerzen aufzustellen, wird Ende des 19. Jahrhunderts erstmalig berichtet. Der in Bayern, Österreich und im Elsaß verbreitete Brauch nimmt die Toten in die menschliche Schicksals- und Festgemeinschaft mit hinein.

Da in DDR-Zeiten den dortigen Gewalthabern weder Christ- noch Weihnachtsbäume - wobei der Begriff Weihnachtsbaum schon eine deutliche Reduzierung vom Festanlass zum puren Festtag darstellt - passen konnten, haben die Ideologen dem Christbaum einfach eine passende Geschichte und einen neuen Namen zugeschustert. Zunächst schnitten sie die gesamten christlichen Wurzeln des Christbaumes radikal ab und erklärten seine Vergangenheit nur noch als Festbaum der Zünfte, der zum Kinderbaum geworden sei. Eben deshalb habe ihn die Sowjetunion 1935 zu Silvester als Gabenbaum eingeführt. Natürlich war in der DDR der Christbaum als „Christ”baum untragbar: Er wurde in Schmuckbaum umbenannt. Schon die Nazis hatten den Christbaum nur noch als Weihnachts- oder Tannenbaum durchgehen lassen.

Berühmte Christbäume stehen auf dem Petersplatz in Rom und auf dem Trafalgar Square in London. Der Papst erhält jedes Jahr einen Weihnachtsbaum für den Petersplatz zum Geschenk. Den berühmten Londoner Weihnachtsbaum erhalten die Engländer jedes Jahr aus Oslo zum Geschenk. Die Norweger erinnern damit jährlich an ihre gemeinsame Waffenbrüderschaft gegen die deutschen Nationalsozialisten. 1995 wurden in Deutschland für Weihnachten 22 Millionen Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren im Marktwert von 400 Millionen DM geschlagen.
Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

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