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 Buchbesprechungen
AutorPeterTernes Offline




Beiträge: 3.162

03.09.2006 14:48
RE: Zum essen gehört auch trinken Antworten

Aus einer Rezension:

Zitat:

Interessiert hat mich besonders die Cocktailmischung am Ende des Buches.



Während meiner Laufbahn als Gastronom war ich auch als Barleiter tätig. Ich habe hier im Forum bereits ein Fischrezept eingestellt, was einige schon nachgekocht haben. Obiger Satz hat mich auf die Idee gebracht, etwas über die Kunst der Mischgetränke einzustellen. Vor vielen Jahren hatte ich mich auf Mehrkomponenten-Cocktails spezialisiert. Was brauchen wir und worauf müssen wir achten?
Wir brauchen ein gut sortiertes Barfach und wir brauchen ein paar Hilfsmittel. Was sollte ein heimisches Barfach alles beinhalten? Sekt, Wermut, diverse Säfte und Spirituosen.
Wenn ich einen Cocktail mixen will, entscheide ich mich immer erst für eine Basis. Das könnte Wermut sein oder Orangensaft. Darauf baue ich meinen Drink auf. Es gibt ganz einfache und recht komplizierte Mischgetränke. Nehmen wir mal zwei einfache, internationale Cocktails, die bestimmt jeder kennt bzw. deren Namen man schon mal gehört hat. Der bekannteste dürfte wohl Martini sein. Zwei Teile Wermut, ein Teil Gin, eine Cocktailkirsche rein, fertig. Manhatten ist das selbe, mit Whisky. Vorsicht: letzteres ist ein reiner Bretterknaller. Diese beiden Drinks mixen, kann jeder und man könnte es auch Freihand tun. Bei allen anderen rate ich dazu, immer die Menge exakt abzumessen. Meine Erfahrung sagt mir, dass bei Freihand die Sache gründlich in die Hose gehen kann, selbst wenn man über entsprechende Erfahrung verfügt.
Ich habe viel mit Wermut gearbeitet, weil er sich vorzüglich zum mixen eignet. Im folgenden Beispiel haben wir also als Basis einen trockenen weißen Wermut. Wir geben 8 cl (entspricht zwei doppelte Schnäpse) in eine größere Cocktailschale. Dazu geben wir einen Dash Angostura. Ein Dash sind ein paar Spritzer bzw. Tropfen. Angostura ist ein Bittermittel, das nimmt dem Drink etwas von der Süße, die oft beim mixen entsteht. Angostura gibt es in kleinen Fläschchen, zu 100 ml. Wer sich nicht extra ein solche Fläschchen kaufen möchte, weil er halt nur einmal mixen will, der kann alternativ auch Boonekamp nehmen oder auch Fernet Branca. Beide Spirituosen sind ebenfalls bitter und eignen sich hervorragend (ich hab auch kein Angostura). Hinzu geben wir den Geschmack, in der Regel einen Likör. Hier muss man schon sorgfältig auswählen. Billigliköre eigen sich weniger, weil sie nicht entsprechend Gehaltvoll sind. Ich empfehle Bols. Als Menge empfehle ich 2 cl auf keinen Fall mehr, das wir nur ewig süß. In unserem Beispiel wollen wir Aprikosenlikör nehmen. Es folgt der Alkohol. Hervorragend eignet sich Gin oder Wodka. Da es uns aber nicht gleich umhauen soll, nur ein, höchstens aber nur zwei cl. Wer hat füge Crasheis hinzu und fülle das Glas mit Sekt auf, fertig ist unser Cocktail. Anstelle von Wermut könnte man auch Orangensaft nehmen, damit geht der Alkoholgehalt etwas in den Keller und wir haben einen leicht abgewandelten internationalen Cocktail Namens Paradisecocktail gemischt.
Abschließend noch eine Warnung: man merkt den Dingern nicht an, was in ihnen steckt. Das böse Erwachen kommt dann meist später.
Zum Schluss noch ein ausgefallenes Rezept: Weinbrand, Kaffeesahne und Aprikosenlikör, je zwei cl zusammengeben, mal was ganz anderes. Die Kaffeesahne muss aber absolut frisch sein, sonst käst sie, dann kann man das Zeug nur wegkippen.
Viel Spaß beim mixen.
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