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Dieses Thema hat 0 Antworten
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 Buchbesprechungen
mande ( gelöscht )
Beiträge:

15.08.2006 19:29
RE: Aus dem alten Egypten. mande antworten

Gefundener Restpapyrus mit folgenden Zeilen:

Für die Grossen eine Pyramide.

Für die kleinen Leute eine Ochsenhaut und ein Papyrus mit einem Gebet aus dem ´Totenbuch´.

Für die Armen eine Grube im Sand der Libyschen Wüste.

Die kleinen Leute, die sich weder den Luxus-Mumienkarton, noch Klageweiber, noch Amulette leisten konnten, wurden von den Einbalsamierern und ihren Lehrjungen am ´Fliessband abgefertigt. Man vereinfachte die Verrichtung, um Kosten zu sparen. Die Leichen wurden an einer Art Metzerhaken aufgehängt, und nach der Entfernung der Eingeweide legte man sie in riesige Bottiche, die jeweils fünf Leichen fassten, wenn es sich um Erwachsene handelte. Dann liess man die Leichen dreissig Tage in einer Salzlösung liegen. War die Mumifizierung beendet, holten die Verwandten oder Freund den
Leichnam wieder ab.
Wer sich keinen Sarg leisten konnte, wickelte den Toten in eine Ochsenhaut und legte dann einen Papyrus dazu, der Zauberformeln, Litaneien aus dem Totenbuch enthielt.
So ptäsentiert sich der Verstorbene, wie elend er auch zu seinem Leben gewesen sein mag, dank der magischen Formeln und Litaneien vor dem Totengericht, um gerechtertig und den Göttern gleich zu werden und denselben Titel zu tragen wie die mächtigsten oder begütersten Untertanen Faraos.
Was aber jene betraf, die in dieser Welt der trügerischen Erscheinungen nicht einmal soviel hatten, um sich einen Platz in einem der öffentlich unterhaltenen Grabschächte zu sichern, so wurden sie hastig und und ohne Förmlichkeiten in einer Sandgrube am Rand der Libyschen Wüste bestattet, an einen Palmenzweig gebunden oder in gebückter Haltung zusammengeschnürrt, um weniger Platz wegzunehmen.
Manchmal huschten in einer nicht allzu hellen Mondnacht durch die Nekropole, die den reichen Egyptern vorbehalten war, schatten, die einen auf Rabatt einbalsamierten Leichnam trugen. In aller Eile beerdigten sie ihn neben einem Fürstengrab, damir er von den Ehrungen und Opfern profitierte, die den Reichen regelmässig dargebracht wurden.

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