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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 504 mal aufgerufen
 Buchbesprechungen
zaza Offline




Beiträge: 13.233

03.07.2006 18:04
RE: Leerrune antworten

Hallo Leute

Ich bin ja mehr der Sachtexter - also schreibe gerne über Dinge die den Menschen ausmachen - warum das Leben so ist wie es ist - ich mache hier aber keine Literaturangaben - weil ich zu faul bin - das meiste sind Bücher die mich umzigeln

Nun seit ihr mein Probebublikum ob man das überhaupt lesen kann

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Be - Wusst - Sein
von zaza

Bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, war man sich darüber einig, dass der Geist >lebendig macht< und unser bewusstes Denken und Wollen steuert.

Tatsache ist, dass unser bewusstes und unbewusstes Denken, und unsere bewussten und unbewussten Gefühle getrennte Wege gehen. Nach den heutigen Thesen vieler Wissenschaftler ist Denken und Bewusstsein eine Systemeigenschaft unseres Gehirns. (1) Dies lasse sich aus neurophysiologischen Prozessen ableiten. Das würde aber bedeuten, dass unser Denken und Handeln nur als eine Art Reaktion, auf eine vorausgegangene Aktion unserer Umwelt ist. Was wiederum bedeutet, dass es eine Illusion ist, wenn wir uns selbst als Akteure unserer Entscheidungen und Handlungen erleben. Hier wird das Denken, vom Subjekt des Erkennens und Handelns, zum Objekt dessen.

Es besteht die Annahme, dass das, was einem Menschen gewöhnlich bewusst ist, nur ein kleiner Bruchteil dessen ist, was sein Leben bestimmt. Der Mensch hat Teil und ist Teil von Seinsdimensionen, von denen er normalerweise nichts ahnt. Weitgehend unbewusst erlebt der Mensch die vegetativen und animalischen Seelenteile, durch die er mit Tier und Pflanze verwandt ist.

Der Keim jeglichen Bewusstseins, wird schon im pränatalen Zustand, im Mutterleib gezeugt. Wir hören den Herzschlag der Mutter, fühlen ihre Angst, Wut oder Freude. Aber wir denken nicht darüber nach. Wir fühlen nur mit ihr mit, so dass ihre Angst auch unsere ist. Mit dem ersten Schrei, wenn wir zum erstenmal hören was wir selbst tun. Sind wir uns zum erstenmal unbewusst, Selbst-Bewusst. Erst ab dem Zeitpunkt, wo wir anfangen zu sehen, müssen wir lernen, was wir hören und was wir sehen, in Gedanken um zu wandeln.

Unser Denken wird stark, durch das was wir hören und sehen geprägt. Wir sehen und hören das Glas fallen und die Milch, die sich über den Tisch ergiesst. Drehen wir uns um und hören wie das Glas fällt, sehen wir vor unserem geistigen Auge, die Milch über den Tisch fliessen. Gehörtes und Gesehenes wird im Denken zusammen abgespeichert. In allen Situationen des Lebens aber, in denen unser bewusstes Denken, aus der Erinnerung des unbewussten Denkens schöpft, werden Situationen in denen wir uns als Akteur erleben, durch diese Erinnerung geprägt.

Sicher hat jeder schon einmal ein Glas zu Boden fallen lassen. Es fiel und zerbrach. Jedesmal im Leben, wenn uns ein Glas aus der Hand fällt, sehen wir vor unserem geistigen Auge, für einen Augenblick, wie es bricht. Das bewusste Denken und das unbewusste Denken, führen in uns ein Getrenntes dasein. So wie ein von der Sonne beleuchteter Apfelbaum, nicht in seinen Schatten eintauchen kann.
Wir wissen was wir denken, aber warum wir denken, was wir denken, wissen wir nicht.

Ein Grundbedürfnis jeglichen Lebens ist es, sich durch Sprache und Gebärden mit zuteilen. Ein Kind plappert erst einmal alles nach, ohne zu wissen, über was es spricht. Wir lernen dann, das, worüber wir sprechen, einem Gegenstand oder einer Handlung zu zuordnen.

Zeit unseres Lebens verarbeiten wir die Dinge die unser Leben bewegen am Besten, durch sprachliche Mitteilung an andere. Im Volksmund sagt man: „Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über“. Die Meisten von uns sind überzeugt, dass sich unser Unterbewusstsein durch Träume ausdrückt. Es drückt sich aber auch durch Gefühle aus. Zu den unbewussten Gefühlen gehört, zum Beispiel, die Lust am Streiten. Oder wenn wir vor Wut in Tränen ausbrechen.

Im pränatalen Zustand, stehen natürlich den Einflüssen auf unsere Gefühle, alle Türen offen. Der Seelische Zustand unserer Mutter, prägt unsere Gefühle. Im Leben zeigen sie sich durch die, die wir unbewusst ausleben und jene die unsere Sehnsucht darstellen. Unzählige Studien von Freud über Jung zu heute, haben unsere Sehn-Süchte als Thema. Woher sie kommen und wenn keine These zutrifft, ob es denn doch so etwas, wie karmische Einflüsse gibt. So lange uns unsere Sehn-Süchte nicht stören, oder wir durch sie nicht unangenehm auffallen, ist ein Psychologe vor uns sicher. Andernfalls kann auch er nur helfen, wenn der Betroffene erkennt, was er vor sich selbst versteckt.

Könnten wir Bewusstsein und Unterbewusstsein in einen Aktenschrank packen, würden wir das bewusste Sein bei unseren Dokumenten, zwischen Geburtsurkunde und Besitzurkunde einheften. Unser Unterbewusstsein würden wir neben unseren Träumen, Liebesbriefen, Freundschaftsringen und dem ersten Zahn ablegen. In heutiger Zeit, müssen wir jeden Tag Entscheidungen treffen. Unsere triebhaften Bedürfnisse und Gewohnheiten helfen dabei, diese Entscheidungen zu treffen. Unsere Sehn-Süchte haben hier Einfluss auf unsere Bewusste Welt.

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

03.07.2006 18:14
#2 RE: Leerrune antworten

gehts noch weiter zaza ? Total interessant, auch, weil ich für meinen Tarotkurs gerade Definitionen für Intuition, Unbewußtes und Bewußtsein zusammenstellte und da kommst Du mit Deinem Beitrag. Hat sich gut gelesen, fand ich.

zaza Offline




Beiträge: 13.233

03.07.2006 18:24
#3 RE: Leerrune antworten

Ich hab das schon vor Jahren geschrieben - es ist Teil eines Buches das mir immer vor Augen schwebt.

Es wird hier ganz sicher noch zusätzlich Text geben, da warte ich aber noch bis die Quantenphysik und die Neurophysik - die gerade an neuen Errungenschaften forschen zu neuen Tatsachen gekommen sind - kann nur Jahre dauern

In dem Buch wird es mehrere solcherartigen Artikel geben um die Voraussetzung zu schaffen, zu verstehen wenn ich sage - der Mensch hat seine Götter selbst erschaffen

Karl K ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2006 21:27
#4 RE: Leerrune antworten

Anders ist es nicht denkbar, als das der Text Interesse bei mir auslöst. Das Geschriebene entspricht einer Thematik, zu der ich schon immer mehr lesen wollte. Mir kommen die Aussagen wie Aufzählungen vor, so dass ich mich frage, wohin das führt. Davon ein Buch zu lesen, wird sich lohnen.

juliamax Offline




Beiträge: 4.216

03.07.2006 21:31
#5 RE: Leerrune antworten

Interessante Herangehensweise zaza. Ich denke, solch ein Buch wird seinen Leserkreis finden. Deine Thesen, eigentlich sind es ja Zusammenhänge, lassen sich gut lesen.

zaza Offline




Beiträge: 13.233

04.07.2006 13:08
#6 RE: Leerrune antworten

Danke

Ihr macht mir Mut

Dann werd ich euch bei Gelegenheit mit mehr beglücken

rebecca Offline




Beiträge: 1.277

04.07.2006 13:18
#7 RE: Leerrune antworten

Hi Zaza,

ich bin von deinem Text - weiter so...!! und deinem Board-Styling fasziniert!


Gruß
Judith (rebecca)


(PS: Hab bei dir vorbeigeschaut.... wollte schauen,wer du bist.... werde wieder kommen...:holyhops

[ Editiert von rebecca am 04.07.06 13:19 ]

HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

04.07.2006 14:07
#8 RE: Leerrune antworten

Hut ab - da kann ich mich nur anschließen, ich will mehr davon lesen!



Hast Du viele solcher Texte? Ich würde nämlich mal gerne die Rubriken umgestalten und ein wenig übersichtlicher machen, da würde sich natürlich anbieten eine Rubrik auch für diese Richtung aufzumachen.

zaza Offline




Beiträge: 13.233

05.07.2006 11:47
#9 RE: Leerrune antworten

da werd ich ja noch rot

Also ich hätt schon noch ein paar Texte - aber da bin ich gerade dabei beim überarbeiten - und ne eigene Rubrik - weiß nicht ob sich das rechnen würd - ausser andere haben auch noch so sachliche Texte

Aber es freud mich das ihr das so gut lesen konntet - und genau das will ich

mande ( gelöscht )
Beiträge:

05.07.2006 13:19
#10 RE: Leerrune antworten

Hallo Zaza,
ich habe deine Abhandlung gelesen und finde es sehr interessant, so weit ich deinen Ausführungen folgen konnte, was du geschrieben hast. Doch leider habe ich nicht die sprachlichen Fähigkeiten, dir auf eine angemessene Weise zu antworten. Wohl zum Teil sich auch nicht die intellektuellen.
Quäle mich seit längerer Zeit schon mit Karl Poppers ´Objektive Erkenntnis´ herum, welches du bestimmt kennen wirst.
Wozu ich nur etwas sagen möchte ist, ich weiss nicht, ob es nun von dir, oder Rebecca sich ist:



Wahre Liebe ist an nichts gebunden
Liebe allein bedeutet Freiheit von
Gebundenheit.
Wenn ihr ALLES liebt,seid ihr an NICHTS
gebunden....

Wahrheit im Denken
Liebe im Fühlen
Freiheit im Handeln



Paulus hielt die Liebe für das Höchste. Leonardo da Vinci, das Verstehen. Ich schliesse mich dem Letzteren an.
Ich kann nicht alles lieben, doch verstehen wohl. Auch wenn ich es damit begründe, das Nichts von Nichts kommt.
Für den Alltag hat das natürlich auch für mich Konsequenzen.
Ich kann nur helfen, wenn ich verstehe.

Und ich sehe es so:
Wenn ihr alles versteht, seid ihr an nichts gebunden.

Ein grosses und weites Feld, wo jeder sein Pflänzchen hegt und hütet und so eine bunte Landschaft sich bildet.

Mit freundlichen Grüssen,
mande

zaza Offline




Beiträge: 13.233

11.08.2006 16:07
#11 RE: Leerrune antworten

Hallo Mande

Sorry aber ich hatte in letzter Zeit viel in meinem Forum zu tun

Ja Karl Popper hab ich schon gehört davon - aber noch nix gelesen von ihm

Über Liebe könnte man auch eine Endlosdiskussion führen weil es ja etwas sehr individuelles ist - genau so wie über die Wahrheit - denn diese wird auch für den Einzelnen geprägt von seiner Weltsicht. Wobei bei der Liebe noch die Erwartungshaltung dazu kommt.


Hier mal wo ich viel lese http://www.psychophysik.com/index.html dort findest du viele viele sehr interessante Artikel zu allen möglichen Wissenschaftlichen Themen.

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