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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 387 mal aufgerufen
 Buchbesprechungen
mande ( gelöscht )
Beiträge:

17.06.2006 17:55
RE: Luther und darum herum mande antworten

Liebe Bettina,
ich stelle einfach mal meine perönliche Meinung in den Raum, in der Hoffnung, dass daraus, auch mit anderen ein "Streitgespräch" entsteht.
Trotzdem Reformation schon lange vor Luther in der Luft lag, kann man davon ausgehen, dass ohne Luther und was wichtiger ist, ohne den Buchdruk, die Reformation wäre anders verlaufen.
Das tragische bei Luther war, dass er keine Ahnung von Politik hatte und keine Ahnung von Kunst und die Auswirkungen der Kunst auf Menschen, von denen nur einige lesen konnten.
Als er in Rom war, sah er in allen grossen Werken der Renaissancekünstler nur die Hand des Teufels in Gestalt der Päpste am Werk.
ER wusste nichts von den politischen Verhältnissen im damaligen Deutschlands. Er hat sich nie Gedanken darüber gemacht, was passiert und auch passiert ist, wenn Reformation nur ein politische Spielball der kleineren und grösseren Fürsten würde. Und wir wissen alle seine verblendete Stellung dem schichsal der Bauern gegenüber.
Er hat von der Freiheit des Christenmenschen gesprochen. Ein grosses und wichtiges Wort.
Aber es vergessen, als andrere nun ´freie´ christen die Bibel in ihrem Sinne auslegten und nicht in seinem. Da wurde er päpstlicher als der Papst.
Als ´Privatmensch, bis auf seinen hasserfüllten Reden und Ausfällen den Juden gegenüber, die ja erst in seinem späten Alter auftraten, war er ein wohl angenehmer, freundlicher und hilfsbereiter Mensch, der ein liebevoller Vater und Ehemann, trotz, ´Wenn die Frau nicht will, dann nimm die Magd´ war.
Seinem Gegner Tetzel, besuchte er als dieser im sterben lag, und sprach tröstende Worte.
Doch mit Recht hat sich Erasmus von Rotterdamm sich von ihm abgewandt. Auch Melanchthon wäre einen anderen Weg gegangen.
Wie zu anfangs gesagt. Ich habe eine persönliche Meinung, mit einem Durchschnittswissen über Reformation und Gegenreformation ins Forum gestellt, weil es dort besser aufgehoben ist, als in Kurzgeschichten. Vielleicht entsteht ja eine lebhafte Diskussion.
Mit freundlichen Grüssen,
Mande:lesen:

[ Editiert von mande am 17.06.06 17:57 ]

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

18.06.2006 01:17
#2 RE: Luther und darum herum mande antworten

Zitat
Das tragische bei Luther war, dass er keine Ahnung von Politik hatte und keine Ahnung von Kunst und die Auswirkungen der Kunst auf Menschen, von denen nur einige lesen konnten.



Das liest sich so, als meintest Du, Luther wäre ein Bilderstürmer gewesen. Dass er den päpstlichen Prunk als Teufelswerk ansah, ist für mich nur zu gut nachzuvollziehen. Die Ablehnung dagegen war aus dem Kampf gegen den Ablasshandel entstanden.Ob er nun Tetzel am Totenbett besuchte, ist dabei unwichtig.
Ich lebe in einer Gegend, die von Zisterziensern besiedelt wurde, das hat auch meinen Sinn für das, was angemessen ist, geprägt. Mir war der Petersdom auch "to mutch", so wie es mir in vielen katholischen Barockkirchen auch geht.
Das Heiligengewimmel lenkt vom eigentlichen ab....
Ich würde Luther als Intelektuellen bezeichnen, nicht als Politiker. Wäre die katholische Kirche nicht so verbohrt gewesen, hätte sie in ihm einen Erneuerer gehabt, nicht er hat das Band zerschnitten.
Durch seine Bibelübersetzung wurde eine einheitliche deutsche Schriftsprache geboren.

http://www.luther.de/kontext/sprache.html

Ein Politiker war er nicht, wollte es auch gar nicht sein, dass er im Bauernkrieg auf der Seite der Herrschenden stand,entspricht seinem pragmatischem Verständnis.

Ich bin ja in einem Land aufgewachsen, in dem schulmäßig Thomas Münzer als "Lichtgestalt" der Reformation angesehen wurde.Aber ich finde es unverantwortlich, seiner religiösen Übersteigerung geschuldet, einen zusammengewürfelten Haufen schlechtbewaffneter Bauern,die kein gemeinsames Ziel hatten in einen Kampf zu führen.
Jede Veränderung braucht ihre Zeit der Reife, mit ungebildeten Horden kann man zwar Randale machen, aber keine Revolution.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Frankenhausen

Dass Luther im Alter ein wirrer Judenhetzer wurde,ja, nicht jedem ist die Altersweissheit gegeben, manche werden auch starrsinnig, wohl die meisten...

http://www.luther.de/kontext/juden.html

Er war ein Kind seiner Zeit und sollte auch so bewertet werden. Er hat viel erreicht. Aber all das was wir jetzt gepostet haben, ist eher dem Menschen Luther gedacht als
eine Religionsabhandlung. Machen wir ein andermal weiter

[ Editiert von Gemini am 18.06.06 1:22 ]

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