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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Buchbesprechungen
Karl K ( gelöscht )
Beiträge:

26.04.2006 23:02
RE: Leben und Meinungen des Tristram Shandy Antworten

Das wäre was für die Sprichwort-Sache: Stammt das Wort 'Steckenpferd' für Hobby aus dem Roman? Dort wird die Fortifikation (Festungsbaukunst) des Onkel Toby als Steckenpferd bezeichnet. Vielleicht ist der Begriff auch älter. Wie dem auch sei.

'Leben und Meinungen des Tristram Shandy' von Laurence Sterne. Das Buch las ich vor 6 Jahren und ich habe die Stimmung bis heute nicht vergessen können. Das ist für mich eine große Leistung. Mir schien, als hätte ich das Buch längst vergessen. Doch so funktioniert das nach der Lektüre von Tristram Shandy eben nicht.
Sechs Jahre nach der Lektüre treffe ich jemanden und zufällig fällt das Wort 'Tristram'. Wir sehen uns an, der andere muss es auch gelesen haben, und augenblicklich schweift Grinsen vom einen bis zum anderen Gesicht. Es wird einfach nur noch ein superbreites Grinsen. Es gibt nichts mehr dazu zu sagen. Außer Grinsen. Nicht wie bei anderen Büchern, "weißt Du noch die Stelle mit ...". Nix da. Steckt alles im Grinsen.

mande ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2006 11:55
#2 RE: Leben und Meinungen des Tristram Shandy Antworten

Lieber Karl,
du schreibst da am Scluss:
-Nix da. Steckt alles im Grinsen.-
Ich kenne ein anderes Wort:
schmunzeln. Gibt es für dich Bücher, über die man nur Grinsen kann und Bücher, über die man nur schmunzeln kann. Hat dies deiner Meinung etwas mit Qualität zu schaffen?
Ich schmunzle gerne über jiddische Witze undn Anekdoten.
Wie diese:

As a jid hot a hunt, is oder der hunt nischt kajn hunt, oder der jid nischt kajn jid.

Wenn ein Jude hat einen Hund, ist entweder der Hund kein Hund nicht, oder der Jude kein Jude nicht.

Es wäre schön an zwei Beispielen von dir zu erfahren, von dem Unterschied von Grinsen und schmunzeln.
Mit freundlichen Grüssen,

mande

[ Editiert von mande am 27.04.06 11:57 ]

Karl K ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2006 19:25
#3 RE: Leben und Meinungen des Tristram Shandy Antworten

Hallo Mande,
Deine Frage gefällt mir. Du sprichst etwas an, das ich sehr gerne tue, fragwürdige Wörter nachschlagen. Anhand von Beispielen gelingt mir kaum, den Unterschied zwischen 'schmunzeln' und 'grinsen' zu erklären. Also versuche ich es mit Umschreiben.
Die Wortwahl habe ich beim Schreiben weniger bedacht. Den Unterschied kenne ich vom Sprachgebrauch in dieser Region her, aber wissen? Was steht denn im Wahrig? Grinsen meint breites lächeln. Es kann auch boshaft, höhnisch, schadenfroh lächeln bedeuten. Schmunzeln bedeutet (wohlwollend) ein wenig lächeln.
Nachdem ich nun einen weiteren Eindruck dieser beiden Wörter habe, steht das Wort 'Grinsen' zutreffender für das, was ich ausdrücken möchte. So empfinde ich dieses Werk von Laurence Sterne nicht, dass ich es nur wohlwollend, beinahe von oben herab (also mit hohem Abstand), ein wenig belächelte, darüber also schmunzelte.
Über viele Anekdoten lächeln wir Menschen ein wenig, so wie Du sagst, also schmunzeln. Der Eindruck dabei ist so vergänglich, dass es schnell wieder in Vergessenheit gerät.
Ein Roman wie ‚Leben und Meinungen des Tristram Shandy‘ gerät eben nicht so schnell in Vergessenheit. Er hinterläßt bleibende Spuren. Und löst, nicht nur bei mir, sogar 6 Jahre nach der Lektüre weit mehr als nur ein Schmunzeln aus. Das Wort ‚Grinsen‘ allein drückt auch nicht aus, was ich meine, kommt dem aber nahe. Einen zutreffenderen Ausdruck finde ich auch jetzt nicht.
So habe ich einen Teil der Stimmung beschrieben, um zu vermitteln, welches Grinsen ich meine, ein weniger vergängliches. Die Qualität des Grinsens, das ich meine, erweist sich tatsächlich als eine ganz andere, als ‚schmunzeln‘ auszudrücken vermag.

Kannst Du das Gemeinte nun besser nachvollziehen oder habe ich hiermit vollends Wirres geschrieben?

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