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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 1.273 mal aufgerufen
 Fremde Länder und Kulturen
mande ( gelöscht )
Beiträge:

23.04.2006 07:29
RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Ohayo gozaimasu, liebe Shinigama.
Ich weiss leider sehr wenig von Japan. Ich kenne nur einige Zengedichte, die mir sehr gefallen. Und habe auch versucht, einige selbst zu schreiben. Und was mich wohl interessieren könnte, wäre japanische Kalligraphie.Ich habe bisher noch in Holz geschnitten und Graphik gemacht. Doch langsam lassen die Kräfte mir nach. Vielleicht kennst du ein Lehrbuch mit Namen, welches gut ist für einen Anfänger, wo ich dann anfangen kann zu üben.
Hier ist eines der wenigen Zengedichte, oder was ich darunter verstehe.


Die Katze
sitzt
am Rand
des Brunnens.
Sieht
den Mond
im Wasser
schwimmen.


Itadakimas
Mande


Ps.
Danke für deine kleine japanische Lehrstunde

[ Editiert von mande am 23.04.06 7:35 ]

God of Death ( gelöscht )
Beiträge:

23.04.2006 23:10
#2 RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Hallo Mande,

das Gedicht hat mir sehr gefallen.

Ein Buch über jap. Kalligraphie?

Ich werde mich mal umhören, ob es da was gutes gibt.
Ich male Kanjis meist aus meinem Japanisch-Lehrbuch ab. Natürlich mit Tusche und Pinsel.
Mal klappts, mal nich.

Aber ich schau mal.

Schön, daß dir die Japanisch-Stunde gefallen hat.
Kommt bald noch mehr davon.

Alles Liebe
Martina

mande ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2006 15:25
#3 RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Konban wa, Martina,
du schreibst: Aber ich schau mal.
Bezieht sich das auf: Mal klappts, mal nicht, oder, ...ob es was Gutes gibt.
mande

mande ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2006 16:38
#4 RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Konban wa Martina,
Vor einiger Zeit hatte ich einen längeren Waldspaziergang gemacht. Einige Zeit wurde ich von einem fremdländischen Vogel begleitet, der von Ast zu Ast sprang und mir zuzwitscherte. Doch da ich seine Sprache nicht verstand und ich ihm nicht antworten konnte, verlor er sein Interesse an mich und flog davon. Da ich mich wieder meinen eigenen Gedanken konnte hingeben, fiel mir dieses kleine Zengedicht ein. Ich hatte es zuerst in finnisch geschrieben und dann in deutsch. Ich schicke dir beide.
Hoffentlich ist ein Zengedicht.



Das Dach zu flicken
wäre klug.
Doch,
stände dann nicht
der Mond,
wie vor
verschlossenen Türen?


Katon paikkaaminen
olisi viisas.
Mutta
eikö kuu sitten
olisi kuin
suljetun oven edessä?


Noch einen schönen Abend mit mehr melankolischen Grüssen,
Mande

[ Editiert von mande am 25.04.06 16:58 ]

Edea ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2006 20:52
#5 RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Konban wa to all!

Ich hab von einer Freundin ein Buch von Tomo Yoshihara mit dem Titel: "Japanische Kalligraphie für Einsteiger" geschenkt bekommen. Leider fehlte mir bisher die Zeit, mich damit zu befassen, aber vielleicht wär das ja was.



Mit Zen-Gedichten kenn ich mich nicht so aus. Ich hab daher nur einen kleinen Zweizeiler über holländische Autofahrer für Euch:

Schwarze Schrift auf gelbem Grund,
halt Dich fern und du bleibst gesund!

In diesem Sinne
Edea

mande ( gelöscht )
Beiträge:

26.04.2006 08:25
#6 RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Ohayo gozaimasu Edea,
Vielen Dank für den Titel des Buches,
Mande

Edea ( gelöscht )
Beiträge:

26.04.2006 12:46
#7 RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Konnichi wa Mande,

hoffentlich hilfts Dir weiter.

Hast Du denn für mich einen Tip für Zen-Gedichte? Was muß man da beachten?

Würd mich auch gerne mal daran versuchen!

Gruß
Edea

mande ( gelöscht )
Beiträge:

26.04.2006 14:22
#8 RE: Zen Gedichte - Ein Beitrag von mande antworten

Liebe Edea,

Deine Frage, wie man ein Zengedicht macht ist genau so schwierig zu sagen, wie, was Zen ist. Viel Lesen von Zngedichten. Klar. Sich die Technik aneignen. Das alles kann man schon lernen. Aber zen muss man auch erfahren. Es ist möglich, das ich weiss was Zen ist. Aber ich kann es nicht erklären.

Yang li, ein junger Mönch auf der Suche nach dem Sinn des Zens, ging in die Berge, wo hung yai, der grosse Lehrer wohnte, um von ihm zu erfahren, was Zen sei.
Nach langem Wandern kam er zu seiner Hütte. Hung yai war nicht begeistert den jungen Mönch zu sehen, der ihm nur seine Ruhe rauben würde. Denn er wusste was er fragen würde. Zuerst wollte er yang li zum Teufel schicken, doch dann, als er ihn hungrig, müde und verstaubt vor ihm stehen sah, hatte er doch Mitleid und lud ihn in seine Hütte ein. Als sie beim Tee zusammensassen, fragte yang li:
-Meister, was ist Zen?-
Hung yai nahm noch einen Schluck Tee und begann:
- Als ich noch jung und unerfahren war, war eine Rose eine Rose; ein Baum ein Baum; ein See, ein See und ein Mensch, ein Mench. Als ich älter wurde und klüger, waren die Rose, keine Rose mehr; der Baum, kein Baum; der See, kein See und der Mensch, kein Mensch. Jetzt, da ich älter geworden bin und vielleicht ein wenig weise, ist eine Rose wieder eine Rose, ein Baum wieder ein Baum, ein See wieder ein See und ein Mensch wieder ein Mensch.So nun leg dich hin und lass mir meine Ruhe.
Am nächsten Morgen als yang li wieder den Berg hinabging, ging eine Erleuchtung in ihm auf. Denn er hatte begriffen.


Wie würdest du die Worte hung yai´s deuten?
Ich habe dir einige Zengedichte von mir beigelegt. Ob sie dir helfen bei deinem Zenschaffen, ich weiss es nicht. Du kannst ja auch mit den anderen hier in diesem Forum darüber
discutieren.
Mit freundlichen Grüssen,
Mande



Zengedichte


1.
Wasser,
Brot und Salz.
Im Schatten
des Hauses,
steht eine Bank..
Sei Willkommen!



2.
Schatten wandern
durch den Garten.
Ein sanfter Wind
spielt
mit den Gardinen.
Die Katze sitzt
am Rand
des Brunnens;
sieht den Mond
im Wasser schwimmen.



3.
Wie gut,
dass ich den Mond
auf meinen
Schultern trage.
Denn,
was täte ich
um Mitternacht,
wenn ein Gedicht
ich lesen möchte
und die Lampe
stottert
und verstummt?




4.
Das Dach zu flicken
wäre klug.
Doch,
stände dann nicht
der Mond,
wie vor
verschlossenen Türen?


5.
Wolken,
Wind und Sonne.
Von Blüte zu Blüte
fliegt
ein Schmetterling.


6.
Wellenschlag
und Möwengeschrei.
Weisse Segel
am Horizonth.
Fussspuren
im Sand.


7.
Das schönste Gedicht
schrieb mir
die Sonne:
Goldährenfelder
im Wind.



8.
Das Blatt
fällt vom Baum
und der Vogel
fliegt in den Süden.
Doch ich weiss,
dass beide
wiederkommen werden.



9.
Stille,
nur die Sterne rufen.
Des Bambus Schatten
streift die Stufen.
Des Mondes Licht
im Teich
und Gartenflur
Es glänzet
seine Silberspur.



10.
Der Winter
grollt nur noch
in den Bergen.
Die letzte scchneeinsel
schmilzt ergeben dahin.
Eine Vogelstimme
schalt übermütig
durch geöffnete Fenster.
Herz,
hab´ Geduld.
bald schon
werden die ersten Knospen
zu Blüten erröten.


11.
Achtsam
ging er
durch den nächtlichen Garten.
Trug,
wie ein Kleinod,
die mit Wasser
gefüllte Schale,
in der
die goldene
Mondsichel schwamm
und sein Herz erfreute.
Doch,
ein Stein
liess ihn stolpern
und die Schale entglitt
seinen behutsamen
Händen.
Und es verranen
Himmel und Wolke
und der
halbfertige Mond.



12.
Die Mahlzeit karg.
Einen Teller Mond,
bevor
ich schlafen geh´.
Zuweilen blinkt,
gleich einem
Himmelsauge,
ein Stern darin.
Zum Nachtisch:
Eine handvoll
Wind,
der ungestüm
im Garten wächst.
Und,
als eine kleine
Nachtmusik:
Ein Grillenchor.


13.
Meine alte Teetasse
ist zerbrochen.
Nein,
schenke mir keine neue.
Ein wenig Leim nur;
das genügt.
Mande

[ Editiert von mande am 16.01.08 9:07 ]

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