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Dieses Thema hat 30 Antworten
und wurde 2.323 mal aufgerufen
 Tierschutz
Seiten 1 | 2 | 3
zaza Offline




Beiträge: 13.233

12.03.2007 12:32
RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Von Affen, Menschen und Nichtmenschen

Ich habe gerade diesen sehr interessanten Artikel gefunden. Er ist wirklich lesenswert. Es geht dabei um die Frage, ob Menschenaffen die "engsten Verwandten unserer Spezies sind" und ihre "geistigen Fähigkeiten und ihr Gefühlsleben ihre Aufnahme in eine Gemeinschaft von Gleichen rechtfertigen".

Und es geht nicht nur um die Frage bezüglich Menschenaffen, sondern auch um andere >Tiere< denen der Mensch geistige und emotionale Fähigkeiten abspricht.

Dazu hab ich noch diesen Film bei Google gefunden(1:35 Minuten)mit deutschen Untertiteln.

Lieb Gruß

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

12.03.2007 12:47
#2 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Huhu Zaza,

konnte den Link irgendwie nicht öffnen. Wie auch immer, wenn ich mir hier heute Morgen so ein paar Kollegen betrachte, kann ich sie mir auch gut in den Bäumen hängend vorstellen.


Ich vermeide auch das Wort Schwein als Schimpfwort. Es ist zwar nicht eins der saubersten Tiere, aber intelligent und ich mag es mittlerweile ganz gern (nicht auf dem Teller). Wir können von den Tieren - glaube ich - auch immer noch einiges lernen.

IMUDI - Initiative Menschenrechte und Demokratie - IRAN
"Möge Deine Hand niemals schmerzen!"
Barbara Naziri - Literaturgarten der Aramesh

zaza Offline




Beiträge: 13.233

12.03.2007 13:28
#3 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Ich hab mir den Film gerade angeschaut - ich will keine Fleisch mehr auf meinen Teller

Und ich werde ab heute jeden Tag eine weiße Kerze anzünden für alle misshandelten Tiere dieser Erde.

Und ich werde ab heute jeden Tag eine schwarze Kerze anzünden, für alle Menschen dieser Erde die Tiere misshandeln. Mögen diese Menschen elendig verrecken

Lieb Gruß

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

12.03.2007 14:37
#4 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Oh manoman, bin ich froh, dass ich den Link nicht öffnen konnte. Eine geschundene und gequälte Kreatur will ich mir nicht anschauen. Es reicht da schon die Vorstellung. Trotzdem einen schönen und sonnigen Tag - und streichle mal wieder ein liebes Tier... und Deine Seele!

Liebe Grüße

IMUDI - Initiative Menschenrechte und Demokratie - IRAN
"Möge Deine Hand niemals schmerzen!"
Barbara Naziri - Literaturgarten der Aramesh

Gemini Offline




Beiträge: 11.570

13.03.2007 12:17
#5 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Zitat
Es ist zwar nicht eins der saubersten Tiere...


Saubere Tiere, da fallen mir nur Fische ein
Schweine sind auch keine "schmutzigen" Tiere, wenn sie verdreckt sind, dann, weil der sie haltende Mensch sie unter unnatürlichen, unsauberen Bedingungen hält, so dass sie in ihrem eigenen Dreck liegen müssen.
Dass sie sich im Schlamm suhlen, ist Körperpflege und Insektenschutz, machen eigentlich viele Tiere, Elefanten, Nashörner,Pferde fallen mir da ein,sogar Menschen machen das.
Bei uns in der Anlage läuft immer einer mit seinem Minischwein und seinem Pudel spazieren, das Schweinchen stiehlt dem Pudel die Show, das ist soooo clever, einfach niedlich. Es liebt übrigens Bananen.
Der das besitzt, isst jetzt auch kein Schweinefleisch mehr.
Zaza, ich versuche lieber gar nicht, Deinen link zu öffnen, bin augenblicklich zu ... such jetzt nach nem anderen Wort als sensibel...

Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny

mande ( gelöscht )
Beiträge:

13.03.2007 15:40
#6 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Ja, vielen Dank für den Link, Zaza.
Trotzdem werde ich weiterhin Fleisch essen. Tiere tuen es auch. Der Mensch ist auch ein Tier.
So ´schlimm´ wie der Mensch handelt; er handelt als Mensch, wie jedes Tier als Tier auch. Das Pech für ihn (uns) und seiner Umgebung (Tiere, Pflanzen usw.) ist, das es für ihn zu viele Möglichkeiten gibt. Die Lebensehaltenen und die Lebensvernichteneden.(Und oft sind es gerade Religion und Kultur, welche zu den Lebensvernichtenden gehören). Und zwischen beiden handelt er. Er (wir) können nicht anders handeln. Sonst wäre er (wir) kein Mensch. So verständlich ´moralisches´ Entsetzen ist, weil auch menschlisch, es trifft trotzdem wohl nicht den ´Kern´. Unser Erbe der Vergangenheit ist zu gross. Kultur, Religion sind nur eine dünne, oft fragwürdige, wenn auch zuweilen widerstandsfähige Schicht, doch sie wird immer wider durchstossen. Das Tier lebt in dem ´glücklichen´ Zustand des "Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.
Das Problem sind nicht, die Hitlers, Stalin, Maos, sondern das ´menschlische´Wesen, das ja auch auf die positive Seite, ein Gandhi und Schweizer hervorgebracht hat. Wir alle sind irgendwie kleine Hitlers, Stalins und auch Gandhis und Schweizers. Auch unsere ´kleinen´ Vergehen, und ´guten´Taten, haben Auswirkungen die wir nicht überbliken können.
Wie der Schlag des Schmetterlingsflügel im fernen China der hier als ein Sturm endigt.

Was bleibt, ist die Hoffnung, das die Evolution doch noch ein anderen Weg für uns bereit hält. Und in wieweit wir die ´Freiheit´ haben, selbst dazu beizutragen, das es nicht nur Hoffnung bleibt, nun...Ich selbst bin skeptisch der ´sogenannten´ menschlischen Freiheit gegenüber.
Nun, trotzdem ´mänsch bleiben´, wie Tegtmeier dat immer so sachte.
Mit Grüssen,
Mande

[ Editiert von Administrator mande am 13.03.07 16:12 ]

zaza Offline




Beiträge: 13.233

13.03.2007 16:28
#7 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Holocaust der Schweine:

In Österreich gibt es Schweinefabriken mit einem „Output“ von 20.000 Schweinen im Jahr. In diesen Fabriken ist der Umgang mit den Tieren vollautomatisiert: von der Luftzufuhr über die Nahrung bis zur Entfernung der Gülle. Der Mensch ist eigentlich nur noch dafür zuständig, das Funktionieren der Maschinen zu überwachen. Für kranke Tiere gibt es keine Tierärztin. Erst wenn sie gestorben sind, werden ihre Körper, vorausgesetzt ihr Tod fällt bei einem Kontrollgang überhaupt auf, entfernt und entsorgt.

Jährlich werden in Österreich rund 5,5 Millionen Schweine geschlachtet. Über 80% dieser Schweine mussten ihr ganzes Leben ohne jegliche Einstreu, ohne einen einzigen Strohhalm, auskommen. Über 99% der weiblichen Zuchtschweine müssen ihre Kinder in einem Abferkelgitter gebären, das ihnen weder einen Schritt zu gehen noch sich umzudrehen erlaubt. Über 99% aller Schweine kommen, außer bei der Fahrt zum Schlachthof, nie ins Freie, nie auf eine Weide.

Das Bundestierschutzgesetz ändert an der Situation der Schweine nichts zum Besseren, eher im Gegenteil. So ist die Haltung von Mastschweinen auf Vollspaltenböden ohne jegliche Einstreu erlaubt. Allerdings muss den Schweinen Beschäftigungsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Laien dürfen die Ferkel bis zum 7. Lebenstag ohne Betäubung kastrieren und, wenn zur Vermeidung von Verletzungen notwendig, ebenso bis zum 7. Lebenstag ohne Betäubung die Zähne und Schwänze kupieren.

Für Zuchtsauen sind Kastenstände, das sind Metallgitter, in die die Tiere eingesperrt sind, ohne auch nur einen Schritt gehen zu können, weiterhin erlaubt. Ab 1. Jänner 2013 dürfen die Zuchtsauen aber nur die ersten 4 Wochen nach dem Decken und die letzte Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin in einem Kastenstand gehalten werden. Das gilt allerdings nur für Betriebe mit mehr als 10 Zuchtsauen. Ab 1. Jänner 2006 bereits wird die Anbindehaltung für Zuchtsauen verboten.

Abferkelbuchten mit Abferkelgitter sind weiterhin erlaubt, allerdings darf der Boden kein Vollspaltenboden sein. In der Woche vor dem zu erwartenden Abferkeln muss den Zuchtsauen in ausreichender Menge geeignete Nesteinstreu zur Verfügung gestellt werden, „sofern dies im Rahmen des Gülle-Systems des Betriebes nicht technisch unmöglich ist“.

Allerdings sieht das Bundestierschutzgesetz besonders lange Übergangsfristen für bauliche Anpassungen bereits vorhandener Betriebe vor. Bei Schweinen müssen die baulichen Anpassungen erst ab 1. Jänner 2013 durchgeführt worden sein. Jene Anlagen allerdings, die am 1. Jänner 2005 den Landestierschutzgesetzen genügt haben, müssen erst bis 1. Jänner 2020 umgebaut haben.
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Holocaust der Hühner:

In der Hühnerhaltung ist die Automatisierung im Vergleich zu anderen Nutztieren am weitesten fortgeschritten. Die Rolle der brütenden Mutter übernehmen Brutmaschinen in überdimensionierten Brütereien. Rund 180.000 Eier werden nach einem 21 tägigen Brütungszyklus aus der Maschine geholt. Nur sind auch ungeschlüpfte Küken keine Maschinen sondern Individuen, und deshalb schlüpfen manche später und manche früher. Diejenigen, die nicht nach genau 21 Tagen aus dem Ei sind, werden mit den Eierschalen der anderen in den Müllzerkleinerer entsorgt. Allein 15 Millionen Masthuhneintagsküken und 1,5 Millionen Truthuhnküken sterben in Österreich auf diese Weise jedes Jahr.

Über 52 Millionen Masthühner und 5 Millionen Truthühner werden pro Jahr in Österreich in Geflügelfabriken zur Mast eingestallt. In der Hühnermast sind 30kg Huhn pro m² erlaubt, das sind bei 1 ½ kg Schlachtgewicht etwa 20 Tiere, also gerade so viele, wie es physisch möglich ist, auf 1 m² zu pferchen. In der Putenmast sind sogar 40 kg Pute pro m² erlaubt, was allerdings bei einem viel größeren Schlachtgewicht eine wesentlich geringere Anzahl an Tieren pro m² bedeutet.

Vom Standpunkt des Tierschutzes aus ist eines der Hauptprobleme bei den Masthühnern die Zucht zu schnellem Wachstum, allerdings nur des Brustfleisches und nicht der Knochen und Gelenke. In nur 35 Tagen erreichen die Tiere so das Schlachtgewicht, während gleichaltrige Legehühner noch kleine Küken sind und erst im Alter von 140 Tagen Eier zu legen beginnen, d.h. erwachsen werden. Dieses rasante Wachstum der Masthühner führt dazu, dass ausnahmslos alle Hühner an Gelenksschäden laborieren und deswegen unter z.T. großen Schmerzen leiden. Bei 30% der Tiere brechen die Beine, bevor sie in den Schlachthof kommen. Bei Mastputen ist die Situation nicht viel besser. GeflügelexpertInnen sprechen von Qualzüchtungen: für diese Tiere ist ihre schiere Existenz bereits eine Qual. Es ist für sie nicht möglich sich zu bewegen oder zu gehen, ohne Schmerzen zu haben. Für diese Tiere wird das Leben selbst schon zur Qual.

Nach dem neuen Bundestierschutzgesetz wird die Qualzucht nicht verboten oder wenigstens in irgendeiner Weise eingeschränkt. Weiters ist zwar Einstreu vorgeschrieben, aber die wird nur einmal vor dem Einstallen eingebracht und dann nie wieder ausgemistet, während des gesamten Lebens der Tiere. Dadurch müssen die Hühner und Puten in ihrem eigenen Kot leben, mit entsprechenden Konsequenzen für die Gesundheit.

Laien dürfen bei Küken, die weniger als 10 Tage alt sind, ohne Betäubung bis zu einem Drittel des Schnabels und bei Zuchthähnen am ersten Lebenstag auch das nach innen gerichtete Zehenglied kürzen.

Lieb Gruß

zaza Offline




Beiträge: 13.233

13.03.2007 16:51
#8 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Holocaust der Rinder:

Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Studien über das Verhalten von Rindern. So beweisen sie ihre Intelligenz durch besondere Neugier. Sie bilden individuelle Freundschaften, sodass man auf jeder Weide beobachten kann, dass zwei bestimmte Tiere immer nebeneinander grasen oder nahe beieinander liegen. Befreundete Tiere betreiben auch gegenseitige Körperpflege.

Der Verhaltensforscher Hans Hinrich Sambraus von der Technischen Universität München räumt den Kühen die gleiche Intelligenz wie Pferden ein. Bei der Geburt zeigen die älteren Tiere den jüngeren wie es geht. Erfahrene Mütter stellen sich schon früh auf die nahe Geburt ein und so wird oft schon vor der Geburt der Lockruf geübt. Kommt das Kleine dann zur Welt wird es sofort trocken geleckt. Dadurch wird die sogenannte Prägung hergestellt und dieses Verhalten dient auch gleichzeitig zur Vorbeugung vor Krankheiten. So erkennt die Mutter schon nach einem Tag ihr Kind am Geruch – und wehe es traut sich ein anderes Tier an ihr Euter, das wird mit dezenten Tritten verscheucht. Nach gut einer Woche kann die Mutter ihr Kleines auch an der Stimme aus einer Gruppe von Kälbern heraushören und nach zwei Wochen erkennt sie es auch am Aussehen.

Doch was von all dem können die Kühe in Österreichs Ställen ausleben?

1. Kühe missbraucht für die Milchwirtschaft

Teilweise durch Fütterung mit Kunstnahrung (konzentrierte Getreide-Protein-Pellets), teilweise durch Selektionszucht, wurde die jährliche Milchleistung einer Milchkuh von durchschnittlich 1.500 l (1959) auf über 6.000 l forciert. Das ist mehr als fünfmal so viel wie ein Kalb benötigt, das von seiner Mutter gestillt wird.

Um diesen enormen Milchfluss aufrecht zu erhalten ist die Kuh gezwungen jedes Jahr ein Kalb zur Welt zu bringen. So muss sie jährlich die Tortur der künstlichen Besamung über sich ergehen lassen (teilweise mit vorhergehender Hormonbehandlung, damit das teure Sperma auch sicher befruchtet). Die Schwangerschaft dauert ähnlich wie bei den Menschen neun Monate. Auch während dieser Zeit wird bis zum 7. Monat gemolken, in den letzten zwei Monaten der Schwangerschaft ist die Milchproduktion unterbrochen, dies wird auch als „Trockenstehzeit“ bezeichnet.

In den schlimmsten Fällen wird der Mutter ihr Kind schon ein paar Stunden nach der Geburt weggenommen. Die Milch ist für die Menschen reserviert, das Kalb muss sich mit einem sogenannten Milchaustauscher begnügen.

Der Verlust ihres Kindes ist für die Mutterkuh ein völlig traumatisierendes Erlebnis. Tagelang ruft sie nach ihrem Kleinen. Das erschütternde Klagen der Kühe ist ein vertrauter Klang auf dem Land. Das Kalb wird der Mutter so früh (jedenfalls vor dem vierten Lebenstag) abgenommen, damit sie noch keine zu enge Bindung aufgebaut hat. Ansonsten würde sich ihre Verzweiflung noch viel länger hinziehen. Wie das Kalb ohne seine Mutter zurechtkommt, steht auf einem anderen Blatt.

Die Mutterkuh wird zweimal täglich an die Melkmaschine angeschlossen um den Milchfluss noch weiter anzuregen und aufrechtzuerhalten. Ein Kalb würde natürlich wesentlich öfter saugen. Und so wird eine der empfindlichsten Stellen der Kuh Tag für Tag auf äußerst unsensible Weise berührt und missbraucht. Den Milchfluss anzuregen, obwohl der Nachwuchs teilweise schon tot ist, erscheint aufs tiefste abstoßend und es fügt der physischen Verletzung die seelische Qual hinzu.

Nach etwa drei Schwangerschaften mit einem Alter von ca. 5 Jahren (das entspricht einem menschlichen Alter von ca. 20 Jahren) ist die Kuh ausgelaugt und krank. Sie weiter als Milchmaschine zu nutzen rentiert sich nicht mehr und das letzte Geld, das aus ihr geschlagen werden kann, ist das Blutgeld vom Schlachter. Oft sind Teile der Organe durch den ständigen Medikamentenmissbrauch vergiftet und nicht mehr verwertbar. Der Rest der Kuh wird zu Wurstwaren und anderen minderwertigen Fleischprodukten verarbeitet.

Rund 90 % der Milchkuhbetriebe haben in Österreich darüber hinaus die ständige Anbindehaltung. Das bedeutet die Kuh ist am Kopf mit einer Kette oder zwischen zwei Metallstäben fixiert. So bleibt das Aufstehen und Niederlegen die einzige Bewegung, die noch möglich ist. Nicht einmal Einstreu ist vom Gesetz verpflichtend vorgeschrieben und so liegen sie dann auf dem harten Betonboden.

Teilweise sorgt ein Kuhtrainer (das ist ein Elektrobügel, der knapp über dem Widerrist der Kühe angebracht ist) dafür, dass die Kühe beim Koten einen Schritt nach hinten machen und die Exkremente gleich in die Kotgrube fallen.

Leider ist es auch bei kontrollierten Biobauernbetrieben gängige Praxis die Kälber von ihren Müttern zu trennen. Mutter-Kind-Haltung gibt es hier nur bei Rindern, die zur Fleischgewinnung gehalten werden.
Was hat das neue Bundestierschutzgesetz gebracht?

Der Einsatz von Kuhtrainern ist in allen Betrieben weiterhin erlaubt, die bis zum 1. Jänner 2005 bereits einen Kuhtrainer hatten. Allerdings dürfen diese auch dann nur höchstens einen Tag pro Woche eingeschaltet sein. Es ist verboten Kuhtrainer neu zu installieren.

Auch die ständige Anbindehaltung ist laut dem neuen Gesetz nicht mehr erlaubt. Milchkühe müssen an mindestens 90 Tagen im Jahr Auslauf haben, außer „zwingende technische oder rechtliche Gründe“ sprechen dagegen. Es gibt aber sowohl konkrete Ausnahmen für kleine und mittlere Betriebe, als auch unerträglich lange Übergangsfristen für entsprechende bauliche Veränderungen bei bestehenden Betrieben.
So ist zu befürchten, dass mehr Betriebe Ausnahmen bekommen werden, als sich an das Verbot halten müssen. Da es bei uns hauptsächlich eher kleine Betriebe gibt, werden sehr viele Ausnahmen beantragen. Warum allerdings eine Kuh, die zu viert angekettet ist, weniger dringend Auslauf brauchen soll, als eine Kuh in einem Stall mit 100 Leidensgenossinnen, ist nicht zu verstehen.

Folgende Eingriffe sind nach dem Tierschutzgesetz weiterhin erlaubt:

1. Die Enthornung oder das Zerstören der Hornanlage, wenn
a. der Eingriff bei bis zu zwei Wochen alten Tieren durch Ausbrennen mit einem Brennstab erfolgt
b. der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird
2. Das Kupieren des Schwanzes von Kälbern im Ausmaß von höchstens 5cm, wenn der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird und eine betriebliche Notwendigkeit zur Minderung der Verletzungsgefahr für die Tiere gegeben ist.
3. Das Kastrieren männlicher Rinder; dieser Eingriff muss vom Tierarzt nach Betäubung durchgeführt werden.


2. Häufige Krankheiten der Milchkühe, ausgelöst durch die hohe Milchleistung und den maschinellen Milchentzug
(von Cristeta Brause, Tierärztin und Vorstandsmitglied bei Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Hessen e.V., Deutschland)

Betroffen sind hier vor allem der Stoffwechsel, die Euter- und Klauenkrankheiten, sowie der Verdauungstrakt.
2.1 Euterkrankheiten und Schäden

Das Euter als das Organ der Milchproduktion ist durch Selektion auf Hochleistung, sowie durch den maschinellen Milchentzug, vielfältigen Schädigungen ausgesetzt, sodass jede Milchkuh als euterkrank zu bezeichnen ist.
Die verschiedenen natürlichen Formen und Größen von Euter und Zitzen sind „unerwünscht“, weil sie melktechnische Probleme mit sich bringen. Deshalb wird bei Milchkühen züchterisch das sogenannte „Melkmaschinen-Euter“ angestrebt.
Eutergröße

Schon die Eutergröße hat bei Milchkühen folgende Probleme zur Folge:

* Behinderungen der Kuh beim Gehen, sich hinlegen und aufstehen.
* Intertrigo (Flexuriales Ekzem) an den Innenseiten der Oberschenkel durch ständiges Aneinanderreiben von Euter- und Oberschenkelhaut. Es können Nekrosen (Gewebstod), sowie Infektionsausbreitung in tieferen Muskelschichten des Beines als mögliche Komplikationen auftreten.
* Erhöhte Verletzungsgefahr für das Euter (durch Tritte von Nachbarkühen bei engen Liegeflächen im Stall z.B.).
* Reduktion von örtlichen bindegewebsassoziierten Abwehrzellen durch Selektion auf mehr Drüsengewebe zu Ungunsten des Bindegewebes.

Maschineller Milchentzug

Auch bei ordnungsgemäß funktionierenden Melkmaschinen führt der maschinelle Milchentzug zu einer erheblichen mechanischen Belastung aller anatomischen Zitzenanteile. Dies ist in den noch ungelösten technischen Problemen auch bei den heute gebräuchlichen Melkmaschinen begründet. Hierzu gehört u.a. die Entstehung von Vakuumschwankungen durch nicht exakt verschließbare Zitzengummis in den Melkbechern. So findet beispielweise beim Pulszyklus, der aus einer Saug- und einer Entlastungsphase (Auf- und Abbau des Betriebsvakuums) besteht, in der sog. „Entlastungsphase“ tatsächlich gar kein Vakuumabfall sondern der Aufbau eines Zitzenvakuums durch im Schlauchsystem hin- und herpendelnde Milchpfropfen statt! Es liegt in diesem zu unrecht als „Entlastungsphase“ bezeichneten Abschnitt des Pulszyklus die Vakuumhöhe sogar über dem Wert des Betriebsvakuums und belastet die Zitze noch mehr als der eigentliche Saugakt!

Zu diesen an sich schon nicht hinnehmbaren Belastungen für die Zitzen der Kuh gesellen sich leider noch die vielen vermeidbaren technischen Fehlfunktionen von Melkmaschinen, wie sei bei Überprüfungen von Melkanlagen immer wieder vorgefunden werden.

So entstehen an den Zitzen allein durch den maschinellen Milchentzug:

* Störungen der Blutzirkulation
* Entzündungen der Zitzenschleimhaut oder der gesamten Zitze
* Entzündungen der Milchgänge
* Blutmelken
* Hyperkeratosen
* Ausstülpung der Zitzenschleimhaut aus dem Strichkanal
* Zirkulärwunden an der Zitzenbasis
* Strichkanalverletzungen
* Nekrosen (Gewebstod) an der Zitzenspitze

Der Landwirt versucht nicht selten selber die sogenannte „Hartmelkigkeit“ durch Manipulation mit diversen Gegenständen wie Federkielen, Haarnadeln etc. in der Zitze zu „therapieren“, was oft erst recht zu weiteren Schäden an den Zitzen führt. Erweist sich eine Zitze durch oben beschriebene Schäden als melktechnisch untauglich, so wird das Tier meist geschlachtet.
Mastitis (Entzündung der Milchdrüse)

Bei den Mastitiden der Milchkuh handelt es sich um Entzündungen der Milchdrüsen und Milchgänge. Als Erreger werden hier Bakterien, Pilze und Algen angetroffen. Die Erregerinvasion in das Euter erfolgt in den meisten Fällen galaktogen (durch den Strichkanal in die Zitze und von da aufwärts).

Es ist davon auszugehen, dass jede Milchkuh eine Mastitis hat!

In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um die subklinische Form, die durch das Fehlen klinischer Symptome bei gleichzeitig vermehrtem Auftreten von Keimen und/oder somatischen Zellen in der Milch gekennzeichnet ist und jederzeit in die klinische Form übergehen kann.

Die klinischen Formen unterscheiden sich je nach Erreger- und Entzündungsart und reichen von relativ harmlos erscheinender örtlicher Entzündung über hoch schmerzhafte Entzündungen bis hin zur lebensbedrohlichen, fieberhaften Allgemeininfektion bzw. Intoxikation.

Die Infektion der Milchdrüse wird eindeutig durch die hohe Milchleistung selbst, sowie durch den maschinellen Milchentzug, begünstigt.

2.2 Klauenerkrankungen

Für die Produktion von 1 Liter Milch müssen 400 Liter Blut durch das Euter fließen!

Die Blutumverteilung in das Hochleistungsorgan Euter bewirkt natürlich in anderen Körperregionen ein entsprechendes Durchblutungs-Defizit, da das Gesamtblutvolumen der Kuh ja konstant bleibt.

Zu diesen anderen minder durchbluteten Regionen des Körpers gehören maßgeblich die Klauen der Kuh. Und schon alleine dieser Umstand begünstigt natürlich Folgeschäden an den Klauen.
Klauenrehe (Entzündung der Klauenlederhaut)

Für die Entstehung dieser Erkrankung werden Ursachen verantwortlich gemacht, die wiederum erst oft durch die Nutzungsart der Milchkuh entstehen: Schädigung des Organismus durch Toxine bei Pansenübersäuerung, Gebärmutterentzündung, Nachgeburtsverhalten und Mastitis, sowie durch Fütterungsfehler und mechanische Fehlbelastung der Klauen.

Das klinische Bild dieser hoch schmerzhaften Erkrankung entspricht dem der Hufrehe beim Pferd. Es besteht auch hier die Gefahr einer vollständigen Ablösung des Hornschuhs durch auf Gefäßschäden beruhender Ödembildung in der Klauenlederhaut.
Rusterholz’sches Sohlengeschwür

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um ein umschriebenes Geschwür am Übergang zwischen Trachten- und Sohlenhorn der Klaue. Dieses Geschwür kann sich in die Tiefe der Zehen fortsetzen und Gelenke, Sehnen etc. mit zerstören. Es tritt am häufigsten bei Milchkühen an den Außenklauen der Hinterbeine auf, und es ist nachgewiesen, dass seine Entstehung durch den schwankenden Gang der Kühe mit großem Euter begünstigt wird. Bei dieser Gangart „um das Euter herum“ wird nämlich die hintere Außenklaue übermäßig stark belastet, was zu einer druckbedingten Minderdurchblutung der Klauenlederhaut führt. Dies wiederum bewirkt das Wachstum von minderwertigem Horn, in welches Bakterien leichter eindringen können.
2.3 Erkrankungen der Verdauungsorgane
Pansenazidose (Pansenübersäuerung)

Durch die Verabreichung von leichtverdaulichem, kohlenhydratreichem und damit nicht wiederkäuergerechtem „Milchleistungs-Futter“ wird die Kuh der Gefahr ausgesetzt, eine Pansenazidose durch zu hohe Konzentration flüchtiger Fettsäuren im Pansen zu erleiden. Hierbei sterben die nützlichen Pansenbakterien zu Gunsten einer unphysiologischen Bakterienbesiedlung ab. Die Pansenschleimhaut wird durch den Säureangriff schwer geschädigt und kann ihre Schranken-Funktion zwischen Panseninhalt und Blutbahn nicht mehr aufrechterhalten. Es kommt schlimmstenfalls zu einem Übertritt von toxischen Stoffen und Säuren in die Blutbahn, was für die Kuh den sicheren Tod bedeutet.
Labmagenverlagerung

Der Labmagen des Wiederkäuers ist in seiner anatomischen Lage nicht besonders befestigt und kann bei Aufgasung im Tierkörper entlang der Bauchwand nach oben verlagert werden. Diese Labmagenverlagerung geht mit entsprechenden Abschnürungen der Blutgefäße einher. Dauerhaft kann dieses Leiden nur durch eine operative Fixierung des Labmagens in seiner anatomisch korrekten Position therapiert werden.
Die als Ursache diskutierten Faktoren der Labmagenverlagerung, wie die „Leistungs“ – Fütterung gepaart mit einer auf latentem Kalzium-Mangel beruhenden Muskelatonie des Labmagens, weisen deutlich auf den Zusammenhang zwischen Milchleistung und dieser Erkrankung hin. Die Häufigkeit der Labmagenverlagerung pro Patientenaufkommen ist synchron zur Entwicklung der Hochleistungskuh innerhalb der letzten 30 Jahre steil angestiegen.
2.4 Stoffwechselerkrankungen

Da der Organismus einer Kuh weder die Menge der produzierten Milch noch deren Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen ändern (also in Belastungssituationen auch nicht reduzieren) kann, ist die Milchkuh für Stoffwechselentgleisungen prädestiniert. Im wesentlichen bezieht sich dies auf die Entwicklung folgender vier Krankheitsbilder:
i) Die Ketose

Die Kuh als Wiederkäuer hat einen besonderen Energiestoffwechsel, der ihr nicht ermöglicht, einen höheren Energiebedarf über kohlenhydratreicheres Futter zu decken, da Kohlenhydrate bereits im Pansen durch Bakterien abgebaut und als „flüchtige Fettsäuren“ resorbiert werden. Von diesen wiederum kann lediglich nur ein Teil überhaupt zu Glukose umgebaut werden, die dem Tier dann erst in entsprechend geringem Umfang als Energielieferant zur Verfügung steht. Folglich ist auch der Wiederkäuer für das Erbringen von großen physischen Leistungen an sich nicht geschaffen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Milchproduktion der Kuh ganz erhebliche, mit hohem Energieverbrauch einhergehende, Leistungen abverlangt. Unter anderem muss der stets zu 5% in der Milch enthaltene Milchzucker aus dem ohnehin schon wenig vorhandenen Blutzucker des Tieres hergestellt werden.

Für eine hohe Milchleistung beträgt der tägliche Energieverbrauch der Kuh schnell das drei- bis vierfache des Erhaltungsbedarfs!

Ab einer täglichen Milchleistung von 30kg übersteigt die Energieabgabe über die Milch das Energieaufnahmevermögen der Kuh und es entsteht immer eine Ketose als Zeichen dieser Energiemangelsituation mit Abfall des Blutzuckerspiegels bei gleichzeitigem Anstieg von Ketonkörper im Organismus. Die Energielücke versucht der Körper durch Mobilisierung durch Körperfette als Ersatz-Energiequelle zu schließen, was die Bildung einer Fettleber mit den daraus entstehenden Komplikationen nach sich zieht. Im Endstadium findet auch ein Abbau von körpereigenem Eiweiß statt. Die Ketose führt ohne entsprechende Substitutionstherapie über ein Koma zum Tod des Tieres.
ii) Das „Fat-Cow-Syndrome“ und die Leberverfettung

Die Fütterung mit „Leistungsfutter“ in der Trockenstehzeit (d.i. die Phase, in der die Milchproduktion in den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten unterbrochen wird) führt einerseits zu einer generellen Verfettung der Tiere mit diversen Folgeproblemen.
iii) Die Hypokalzämie (Hypokalzämische Gebärparese)

Diese Erkrankung tritt meist um den Zeitpunkt des Abkalbens auf und ist in einem massiven Abfall des Blutkalziumspiegels durch Bereitstellung großer Kalziummengen für die in das Euter einschießende Milch begründet. Denn auch der Kalziumgehalt der Milch ist konstant und führt bei größeren Milchmengen dazu, dass die Kuh die erforderliche Menge an Kalzium (bis zum 6-fachen des Erhaltungsbedarfs) nicht so schnell aus natürlichen Speichern des Körpers mobilisieren kann. Folglich wird das im Blutkreislauf befindliche Kalzium in die Milch abgegeben, was eine Reduktion bzw. einen Stillstand aller Kalzium-abhängigen Funktionen des Organismus zur Folge hat. Insbesondere sistiert die Erregungsübertragung an Nerven- und auch Herz-Muskelzellen, sodass das Tier dort entsprechende Lähmungserscheinungen erleidet, die ohne Kalzium – Substitution von außen ebenfalls in ein Koma und schließlich zum Tod führen.
iv) Die Hypomagnesämie (Weidetetanie)

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen Abfall des Blutmagnesium-Spiegels, insbesondere durch die Aufnahme von eiweißreichem und magnesiumarmem Futter (z.B. junges Gras), welches noch die Magnesiumresorption über die Pansenschleimhaut beeinträchtigt. Da gleichzeitig eine Magnesium-Abgabe über die Milch stattfindet, weil auch der Magnesiumgehalt hier nicht steuerbar ist, sind wiederum besonders die Hochleistungstiere unter den Kühen gefährdet, an der Weidetetanie zu erkranken. Durch die antagonistische Wirkung des Magnesiums zu Kalzium dominiert hier das klinische Bild von Krämpfen, die bei Fortschreiten der Krankheit ebenfalls zum Tod des Tieres führen können.
3. Mögliche Auswirkungen des Milchkonsums auf die Gesundheit

Dass Milch wegen ihres hohen Kalziumgehalts besonders gesund sei, oder sich gar positiv auf den Knochenaufbau auswirken könnte, ist eine Annahme, die wissenschaftliche Studien mittlerweile widerlegt haben (z.B. eine Studie der Universität von Kalifornien, 2001).

Tierliche Produkte enthalten neben Kalzium auch viele schwefelhaltige Aminosäuren und sind sehr phosphatreich, was zu einer erhöhten Kalziumausscheidung führt. Bezeichnend ist hier, dass ausgerechnet die klassischen Milchländer wie USA, Großbritannien, Norwegen, Schweden und Finnland die höchsten Osteoporoseraten aufweisen. Hingegen ist bei Bevölkerungsgruppen, die keinerlei Milchprodukte zu sich nehmen (wie z.B. bei den afrikanischen Bantu-Frauen), diese Krankheit nahezu unbekannt.

Eine im August veröffentliche Studie der Harvard Universität hat ergeben, dass bei MilchtrinkerInnen ein um 32% höheres Risiko an Prostatakrebs zu erkranken besteht.

Und WissenschaftlerInnen der Harvard Medical School konnten im Rahmen der Nurses Health Studie bei hohem Milchkonsum eine Zunahme des Risikos für Eierstocktumore um 44 % feststellen. Bei Frauen, die täglich zwei oder mehr Gläser Milch getrunken hatten, lag die Zunahme sogar bei 66 %.

Auch für Kinder ist der Milchkonsum nicht ungefährlich. Besonders besorgniserregend ist hier die Zunahme der Diabetes. Für einen Zusammenhang zwischen dem Typ 1-Diabetes und dem Milchkonsum gibt es inzwischen so ernstzunehmende Hinweise, dass die amerikanische Akademie für Kinderheilkunde eine Warnung formulierte: Die frühe Gabe von Kuhmilch bei Säuglingen sei mitverantwortlich für die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen.

Auch am zunehmenden Auftreten von Allergien ist der Milchkonsum beteiligt. Rund zwei Prozent aller Kinder über zwei Jahre haben eine akute Kuhmilchallergie, was im zunehmenden Alter das Risiko für andere Lebensmittelallergien zusätzlich erhöht. Bei 20 % der Neurodermitiskranken sind Lebensmittelallergien vorhanden, bei denen Kuhmilch die Hauptrolle spielt.

Genau genommen ist Milch ein Drüsensekret. 1 ml Rohmilch enthält durchschnittlich 363.000 weiße Blutkörperchen und 24.400 Bakterien – ähnlich einer verdünnten Eiterflüssigkeit.

4. Das Mastkalb

Etwa mit acht Tagen kommt das Kalb in die Mastanstalt. In den meisten Fällen steht es hier alleine in einem Holzverschlag auf einstreulosem Lattenrost, der sogenannten Kälberbox. Prof. Bernhard Grzimek sagte darüber: “.....die den Maßen der Tiere wie ein Sarg angepasst ist“. Kein Körperkontakt, keine Beschäftigungsmöglichkeit, geschweige denn Bewegungsfreiheit. Aufstehen und Niederlegen sind auch hier das Einzige, das den Tieren zu tun bleibt.

Vorne können sie den Kopf herausstrecken um von einem Eimer mit Saugvorrichtung mehrmals täglich eine warme, fette, weiße Brühe zu trinken. Die Kälber leiden ständig unter Durst. Da sie auch bei der größten Hitze kein Wasser bekommen, müssen sie immer mehr von dem Milch-Austausch-Brei (besteht aus Magermilchpulver, billigen Fettsorten wie Talg und Walfett und Salz und enthält bis zu 32 % Fett, Kuhmilch zum Vergleich hat ca. 4 % Fett) trinken. Bis zu 15 Liter täglich und wenn alles optimal klappt, nehmen sie so die gewünschten 1400 Gramm täglich zu (ein natürlich lebendes Kalb nimmt am Tag ca. 700 Gramm zu).

Auf diese Weise werden sie zu einem Gewicht von ca. 250-280 kg gemästet. Biologisch gesehen sind sie zu diesem Zeitpunkt schon längst junge Rinder. Aber durch das Futter und die Haltung ist es tatsächlich möglich, bei den Tieren bis zu ihrer Tötung im Alter von ca. fünf Monaten, das weiße, verkaufsfördernde Baby-Fleisch zu erhalten.

Ab einem Gewicht von ca. 70 kg bräuchten die Kälber Raufutter, das fördert die Bildung des Pansenmagens, der die Aufschließung der Vitamine ermöglicht. Das ist allerdings unerwünscht, da das Fleisch dadurch einen rosa Schimmer bekommt. So verkümmern bei diesen Mastkälbern die Vormägen, Pansen, Haube und Blättermagen. Der künstliche Säugling wird gar nicht erst zum Wiederkäuer!

Diese Tierkinder werden durch absichtliche Fehlernährung auch künstlich blutarm gemacht. Er bekommt kein Eisen und kein Wasser. Protein und Eisen bilden zusammen Hämoglobin, das den Sauerstoff im Blut von den Lungen zu den Organen und Geweben transportiert, auch dadurch würde rosafarbenes Fleisch entstehen. Die Wände der Kälberboxen enthalten auch keine Metallstäbe, da die Kälber daraus beim Ablecken Eisen erhalten könnten.

Dass die Kälber in der Massentierhaltung grundsätzlich krank sind, bestätigen zahlreiche Fachleute. Die eingezwängten, falsch ernährten Tiere leiden an Blutarmut, an Eisenmangel, an Durchfall, Verhaltensstörungen, und Kreislauf- und Atembeschwerden, sie müssen ja ununterbrochen über ihren eigenen Ausscheidungen leben und somit die Luft mit dem hohen Ammoniakgehalt einatmen.

Hinzu kommt die seelische Qual der kompletten Isolation. Rinder sind Herdentiere. Für viele Kälber ist das alles zu viel und sie sterben frühzeitig (etwa 15 %), obwohl versucht wird, dem durch die reichliche Abgabe von Medikamenten entgegenzuwirken. Dazu gehören Antibiotika, Sulfonamide und Medikamente, die gegen Krankheitserreger vieler Arten helfen sollen.

Auch der illegale Einsatz von Hormonen und Masthilfsmitteln hat in den letzten Jahren immer wieder zu Skandalen geführt.

Antibiotika erweisen sich als mastfördernd. Trotz Futtereinsparung von 8-10 % ergibt sich bei Antibiotikabeimischung eine Gewichtszunahme von bis zu 15 %. Nebenwirkungen sind Skelettdeformationen und Stoffwechselerkrankungen. Östrogene sind reine Masthilfen. Bis 1980 wurde meistens Diäthylstilböstrol verwendet. Mittlerweile ist bestätigt, dass dieses Mittel krebserregend ist. Jetzt ist es nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich.
Was hat das neue Bundestierschutzgesetz für die Mastkälber gebracht?

* Die Anbindehaltung von Kälbern ist verboten.
* Für Kälber bis 150 kg muss eine weiche, trockene und verformbare Liegefläche vorhanden sein.
* Die Einzelbuchten (Kälberboxen) müssen einen direkten Sicht- und Berührungskontakt mit Artgenossen ermöglichen.
* Über acht Wochen alte Kälber müssen in Gruppen gehalten werden. Es gibt auch hier wieder eine Ausnahme für die kleinen Betriebe. Wenn ein Betrieb weniger als sechs Kälber hat, darf er diese weiter einzeln halten.
* Ab Beginn der zweiten Lebenswoche muss Raufutter mit ausreichendem Rohfasergehalt in steigender Menge zur Verfügung gestellt werden.
* Über zwei Wochen alte Kälber müssen über die Milch- und Milchaustauschgetränke hinaus Zugang zu geeignetem Frischwasser oder anderen Flüssigkeiten in ausreichender Menge haben, um ihren Flüssigkeitsbedarf decken zu können.

Quelle

Lieb Gruß

zaza Offline




Beiträge: 13.233

13.03.2007 16:56
#9 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Lieber mande

Das Fleisch aus Mastbetrieben macht den Menschen krank, weil die Tiere nicht gesund sind.

Lieb Gruß

florentine Offline




Beiträge: 5.116

13.03.2007 17:36
#10 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Wir essen so wie es geht Rind-und Schwein aus heimischem Stall.
Ein Freund von uns hält auch Hühner und Hasen freilaufend, da weiss man zum Glück, wo die Tiere herkommen und dass sie "gesund" groß gezogen werden.

Die Freundin meines Sohnes ist Vegetarierin, kein Problem bei uns, es gibt viele gute Mahlzeiten, zu denen man kein Fleisch braucht

Ich finde es auch ganz schrecklich, Hähnchen von diesen Grillwägen zu Kaufen oder auch Dönerfleisch

I LOVE MY POINTENCO:herzflagge:

zaza Offline




Beiträge: 13.233

13.03.2007 19:35
#11 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Ja - flo - wenn ich Fleisch hier vom Bauern bekomme, dann werde ich das auch essen

Lieb Gruß

Enibas Offline




Beiträge: 4.113

13.03.2007 20:56
#12 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Prima, Zaza!
Danke Dir für Deine Beiträge in dieser Ecke!

Liebe Grüße

Sabine

mande ( gelöscht )
Beiträge:

13.03.2007 21:07
#13 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Lieber mande

Das Fleisch aus Mastbetrieben macht den Menschen krank, weil die Tiere nicht gesund sind.(Zaza)


Kann stimmen. Aber dann ist es so, das ich sovieles dann nicht mehr essen kann. Wir kaufen immer Fleisch von ´normal´ gehaltenen Tieren.
Zum Beispiel Schwein, Rind und Huhn. Ist etwas teuerer, ja.
Aber auf die anderen Seite; egal was man kauft, sicher können wir nie sein, ob es ´rein´ist. Selbst wenn man vegetarisch lebt.
Teufelskreis von Menschen geschaffen. Immer mehr Menschen und alle wollen/müssen essen. Und dann soll es noch billig sein. Auf gesunde/artgerechte Art ist es nicht mehr zu machen.
Alternative ist Soja.
Oft ist Jammern und moralische Entrüstung nur wie Heuchelei. Die meisten Menschen essen Fleisch von nicht artgerechtgehaltenen Tieren. Und sie wissen es. Trotzdem entrüsten sie sich,, wenn sie sehen im Fernsehen
wie Tiere gehalten und transportiert werden.
Kein Fleisch essen, oder teuerer bezahlen. Können aber nicht alle.
Mit Grüssen,
Mande

P.S.:
Bei dein obigen Satz fällt auf, das deine Sorge den Menschen gilt, die krank werden. Was wäre, wenn Tiere in Mastbetrieben gesund wären. Wäre es dann in Ordnung. Denn in Mastbetrieben können ja Tiere nie artgerecht leben. Es wäre immer noch ´qualvoll´ für sie. Ich erwähne es nur, weil in diesem Satz das Tier nach Nützlichkeit gesehen wird.
Sicher, es ist nur ein Satz. Von anderen Sätzen, die du hinzufügen würdest, weiss ich natürlich nicht.

[ Editiert von Administrator mande am 13.03.07 21:50 ]

zaza Offline




Beiträge: 13.233

14.03.2007 00:33
#14 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Lieber mande

Natürlich geht es nicht nur um Tier die gesund gemästet werden - nein - Mast ist ein Verbrechen an uns selbst

Hast du schon einmal von den morphogenetischen Feldern gehört ?

Also - alles Leid das diese Welt erfährt wird übertragen an alle Lebewesen dieser Welt - natürlich auch da Gute - aber das schlechte überwiegt meiner Meinung nach

Lieb Gruß

mande ( gelöscht )
Beiträge:

14.03.2007 06:09
#15 RE: Von Affen, Menschen und Nichtmenschen antworten

Ein schönen guten Morgen, liebe Zaza.
Bei dem Wort Morphogenese muss ich an viele übergewichtige Nordamerikaner denken. Besonders bei den Kindern. Als würden sie auch gemästet.
Da ja Morphogenese die Entwickelung der äusseren Form der Lebewesen ist, könnte ich sie, was meine Haartracht anbelangt, auch gebauchen. Werden immer weniger!
Na, ja. Im Grunde hast du ja Recht.
Mit vielen Grüssen,
Mande.
Werde jetzt wieder in das Atelier gehen.

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