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Dieses Thema hat 92 Antworten
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 Lustiger Marktplatz mit eigenem Springbrunnen
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greatmum Offline




Beiträge: 7.842

17.01.2007 10:08
#16 RE: Demokratie antworten

Ich denke, jedem Menschen steht es zu, Machenschaften zu kritisieren, wenn er auch selbst etwas tut. Nur gibt es Millionen von Menschen, die gut reden und nix tun. Denn den meisten geht es lediglich um ihren eigenen warmen Hintern und das regt mich tierisch auf.

Ich finde es gut, dass du aufklärst, auch und gerade über dein Land. Ich denke, dein Denken, dass die Medien gerne und Vieles gerne anders darstellen als es ist, ist mehr als richtig. Durch deine Geschichten, egal ob als Märchen eingepackt oder wie hier als Diskussion, haben mich mehr gelehrt als jeder Fernsehbericht oder Zeitung es je getan haben

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

17.01.2007 10:22
#17 RE: Demokratie antworten


Danke Greatmum,
Du machst mich heute wirklich glücklich!

Drück Dich

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

19.01.2007 13:24
#18 RE: Demokratie antworten

Aus Tacheles, dem jüdischen Wochenmagazin

Leben unter Ahmadinejad

Die tachles-Reportage aus Thereran portraitiert das Leben der Juden in der iranischen Metropole.

(Gundula M. Tegtmeyer)

Die Abri-Shami-Synagoge ist bis auf den letzten Platz besetzt. Und noch immer strömen Gläubige in das Gotteshaus in der Khiabane Filastin, der Palästina-Strasse. Der Hausmeister schleppt weitere Stühle heran. Er hat Mühe, mit seiner schweren Last im Treppenhaus an den tobenden Kindern vorbeizukommen. Die «kanisa», wie eine Synagoge auf persisch bezeichnet wird, liegt im Stadtviertel Yusuf Abad, im Herzen der 15-Millionen-Metropole Teheran. Es ist sehr warm, und die Schwüle drückt. Alle Deckenventilatoren laufen auf Hochtouren. Einige Besucher haben es gut gemeint und Fenster zusätzlich aufgerissen. Aber statt der ersehnten Abkühlung strömt schlechte Luft hinein. Seit Tagen sind die Emissionswerte in der iranischen Hauptstadt wieder bedenklich hoch. Smogwarnungen gehören hier zum Alltag.

Es ist früher Vormittag. Die Temperatur wird im Laufe des Tages also noch klettern. Das Fasten in dieser Hitze und stickigen Luft fordert seinen Tribut. Einigen Frauen sackt der Kreislauf weg. Ungeniert legen sie sich auf den Fussboden inmitten der anderen Betenden. Niemand der Umstehenden nimmt Anstoss daran. Man rückt noch mehr zusammen, um den Geschwächten Platz zu machen. Andere Frauen begrüssen sich nach iranischer Sitte, tauschen Freundlichkeiten und Neuigkeiten aus und diskutieren lebhaft die auffällige Kleidung einiger Damen. Aber auch im Männerbereich geht es ähnlich zu, und plötzlich gibt es lautstarken Ärger. Zwei Familien streiten um die Verteilung der Sitzplätze. Umstehende eilen herbei und versuchen die erregten Gemüter zu beruhigen. Immer wieder fällt das persische Wort «saket», mit dem sie ihre Glaubensbrüder und -schwestern zu mehr Ruhe und Kontemplation mahnen. Die jüdische Gemeinde Teheran feiert Jom Kippur. Die Versteigerung der Alijot läuft an diesem Tage etwas schleppend an. «Es ist eine alte Tradition, da wir keine festgesetzten und regelmässigen Beiträge erheben. Unser jüdisches Gemeindeleben in Iran finanziert sich ausschliesslich durch Spenden und mittels Verpachtungen von Gebäuden und Land», erklärt Arash Abaie. Der 35-jährige Ingenieur arbeitet in einem privaten muslimischen Unternehmen und kennt das Gemeindeleben und die Geschichte der Juden in Iran sehr gut. Seit 20 Jahren engagiert er sich in der Gemeinde und hat eine Reihe von verantwortungsvollen Aufgaben und Funktionen übernommen. Neben seinem Beruf gibt er jeden Freitagvormittag in getrennten Klassen für jüdische Mädchen und Jungen Unterricht in Thora und jüdischer Geschichte. Arash ist Autor mehrerer Lehrbücher über das Judentum sowie Lektor für Bücher über den mosaischen Glauben, die von muslimischen Geistlichen in Iran geschrieben wurden. Aber damit nicht genug. Als offizieller Vertreter der iranischen Juden engagiert er sich im interreligiösen Dialog, und vom Ershad-Ministerium ist er als Ansprechpartner für die Presse genehmigt worden. Ausländische Journalisten erfahren von ihm viel über das Leben der Juden in Iran und dürfen in seiner Begleitung Synagogen und andere jüdische Einrichtungen besuchen.

Garantierte Religionsfreiheit

Heute gibt es in Iran noch etwa 100 Synagogen, davon 26 in Teheran. Die Gotteshäuser sind nach aussen hin eher unauffällig. Auf jüdische Symbole wird bewusst verzichtet. Ein Magen David, ein Davidstern, an einer jüdischen Einrichtung oder Synagoge? «Undenkbar» antwortet Arash, mit diesem Symbol wird in Iran Zionismus assoziiert. Sie werden also keinen Juden hier finden, der einen Magen David als Kettenanhänger trägt.» Die Zahl der Juden in Iran korrigiert Arash eher nach unten und spricht von insgesamt noch höchstens 20000 im ganzen Land, von denen schätzungsweise 10000 in Teheran leben. Die übrigen 10000 verteilen sich auf Städte wie Isfahan, Shiraz und Kermanshah. Die vier jüdischen Schulen in Teheran folgen dem staatlichen Lehrplan. Die iranische Verfassung garantiert religiösen Minderheiten als «dhimmi», als sogenannte Schutzbefohlene, Religionsfreiheit. Als «dhimmi» kommt nur ein Angehöriger einer Buchreligion in Frage. So haben jüdische Schüler Thora-Unterricht, Schüler muslimischen Glaubens lernen Qur`an und islamisches Recht. Auch im Parlament wird den Juden das Recht auf einen Abgeordneten als Vetreter ihrer Interessen garantiert. Diese Aufgabe nimmt Morris Motamed wahr. Darüber hinaus sind die Juden durch das Board of Directors of Tehran Jewish Community vertreten. Als Oberrabbiner amtiert Hakham Yousef Hamadani Cohen. Arash Abaie ist ein viel gefragter Mann. Bevor er an diesem Tag zu seinem nächsten Termin eilt, erwähnt er noch kurz das Youth Committee, die Iranian Jewish Students Organisation, das Cultural Committee und die Jewish Women Organisation – um einen Eindruck der Bandbreite jüdischer Aktivitäten zu geben.

Im Computer-Center werden auch Publikationen des Tehran Jewish Committee betreut. Leiterin der Abteilung ist Arashs Schwester Elham. Im Magazin «Ofegh-Bina» werden wichtige Gemeindeneuigkeiten und kulturelle Ereignisse mitgeteilt. Weitere Beiträge widmen sich der jüdischen Religion und dem jüdischen Leben ausserhalb Irans. In jeder Ausgabe wird eine Gemeinde vorgestellt. Lea Danialy betritt das Computer-Center. Eine technische Frage muss mit Elham geklärt werden. Die 23-jährige Redaktorin arbeitet neben ihrem Studium der persischen Literatur und Sprache an der Universität Teheran seit zwei Jahren für das Magazin «Ofegh-Bina», das 1999 gegründet wurde und monatlich erscheint. Aber nicht nur Juden lesen die Zeitschrift. Lea kennt einige Muslime persönlich, die die Zeitschrift regelmässig lesen, um mehr über das Judentum zu erfahren. Sie erzählt, dass in grossen Teilen der Bevölkerung sehr viel Unkenntnis herrscht. «Ich bin schon oft gefragt worden, wie wir Juden Weihnachten feiern», erzählt sie mit einer Mischung aus Belustigung, aber auch Entsetzen über die weit verbreitete Unkenntnis des Judentums. Zu beziehen ist «Ofegh-Bina» im Abonnement, im Jüdischen Zentrum, in den Synagogen und an der Universität. Finanziert werden die Produktionskosten durch Unterstützung der Gemeinde. «Nur durch den Verkauf – eine Ausgabe kostet lediglich umgerechnet 50 Cent – könnte sich das Blatt nicht tragen», erklärt Lea. Der Verkaufspreis ist bewusst so niedrig gehalten, damit möglichst viele Menschen zugreifen und sich auch finanziell schwach gestellte Leser jede Ausgabe leisten können.

Das jüdische Spital ist noch in Betrieb

Ein grosses Herz für Menschen mit Geldnöten hat auch das Dr.-Sapir-Hospital. 1942 gründete der jüdische Arzt Ruhollah Sapir die Charity Klinik in Kalimijan, dem einst traditionellen jüdischen Viertel. «Es herrschte Thyphus, eine typische Kriegskrankheit, die sich tückischerweise meist besonders schnell aufgrund der Lebensumstände unter den Armen verbreitet», erklärt Farangis Chassidim. Die energische Dame genoss in England eine Ausbildung als Krankenschwester und leitet seit nun mehr 40 Jahren als Managerin die Geschicke der Klinik. Sapirs erste Aktion war, die ganze Gegend zu desinfizieren. «Er konnte den Virus erfolgreich bekämpfen. Tragischerweise infizierte er sich aber selbst und starb nur gut ein Jahr nach dem ersten Spatenstich seines Spitals», fährt sie fort. «Mitstreiter und engagierte Ärzte setzten die mühselige Aufbauarbeit fort und konnten die Klinik im Laufe der Jahre um weitere Abteilungen erweitern». Trotz vieler Stürme und politischer Veränderungen im Land, hat die Klinik es geschafft, im Geiste ihres Gründers fortzubestehen: Religionszugehörigkeit, Abstammung sowie die finanzielle Situation der Patienten spielen keine Rolle. Kein Hilfesuchender wird abgewiesen. Die Charity Klinik verfügt über 102 Betten. Zudem gibt es eine Notfall-, eine Herz- sowie eine Geburts- und Säuglingsstation. Bis heute liegt die Leitung des Spitals in jüdischer Hand. Jüdische und muslimische Ärzte und das Pflegepersonal arbeiten eng zusammen.

Eine Spende vom iranischen Präsidenten

«Natürlich kommen wir oft an unsere finanziellen Grenzen. Manchmal können wir die Löhne nicht pünktlich auszahlen. Ohne die Unterstützung von iranischen Privatleuten, die im Ausland leben, hätten wir wahrscheinlich schon längst schliessen müssen», räumt die Managerin etwas verlegen ein. Eine Finanzspritze wurde dem Krankenhaus jüngst von ganz unerwarteter Stelle zuteil. Die Polemik des iranischen Präsidenten über die Schoah hatte ein weltweites Echo der Empörung ausgelöst. Haroun Yashayaei, bis Herbst 2006 Präsident der jüdischen Gemeinde, unternahm einen ungewöhnlichen und mutigen Schritt. Er schrieb Mahmoud Ahmadinejad einen Brief, in dem er sich über dessen Erklärungen zur Ermordung der europäischen Juden beschwerte. Eine Antwort blieb ihm der iranische Präsident schuldig. Stattdessen spendete er demonstrativ Geld für die Dr.-Sapir-Klinik – und setzte seine Kampagne fort: mit der Ausschreibung eines Karikaturen-Wettbewerbs über den Holocaust und mit der Anberaumung der unsäglichen «Holocaust-Konferenz», die am 11. und 12. Dezember 2006 in Teheran stattfand. Sie war eine Ansammlung von fragwürdigen Relativierern und Holocaust-Leugnern. Der Zeitpunkt der Konferenz war bewusst gewählt. Kurz danach fanden in Iran die Wahlen zum sogenannten Expertenrat, einem der wichtigsten Gremien der islamischen Republik (er ernennt und kontrolliert den Revolutionsführer und prüft die ideologische Eignung von Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten) sowie die Kommunalwahlen statt. Dieser Wahlgang war der erste seit der Wahl Ahmadinejads im Sommer 2005. Diese Abstimmung war der erste wirkliche Test für den Staatspräsidenten. Bei den Wahlen zum Expertenrat konnte Ahmadinejads Intimfeind Ali Akbar Haschemi Rafsandschani reüssieren. Er bekam die meisten Stimmen aller Teheraner Kandidaten.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Rafsandschani – ein pragmatischer Konservativer – erstmals eine offene Kooperation mit den Reformern in Form einer gemeinsamen Kandidatenliste eingegangen ist. Das Ergebnis zeigt auch die polarisierende Wirkung Ahmadinejads in Iran. Seinem radikalen Kurs dürften die Reformer die neue Mobilisierung zu verdanken haben. Verloren hat Ahmadinejad allerdings auch nicht. Sein Mentor Ajatollah Mohammad Taghi Mesbah Jasdi hat zumindest in Teheran deutlich weniger Stimmen bekommen als Rafsandschani und nur das sechstbeste Ergebnis der Kandidaten für den Expertenrat erreicht. Dennoch muss festgestellt werden, dass der wahrscheinlich erste offene Islamist der iranischen Geistlichkeit ein achtbares Ergebnis erhalten hat. Mesbah Jasdi bringt seit Jahren eine Radikalität in den theologischen Diskurs Irans, die auch für die islamische Republik unvergleichbar ist.

Normaler Alltag?

«Judentum ist Rassismus» titelte die einst liberale iranische Tageszeitung «Hamshari» zum Al-Quds-Tag. Dieser Tag, der letzte Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan, wurde von Ajatollah Khomeini nach der Islamischen Revolution von 1979 gegründet. Es ist ein Tag des Protests. Gefordert werden die islamische Befreiung Jerusalems und die Vernichtung des zionistischen Staates. Arash Abaies Reaktion auf die Polemik in den iranischen Medien ist erstaunlich gelassen. Während er antwortet, breitet er weitere Tageszeitungen mit ähnlichen Verunglimpfungen anlässlich des Jerusalem-Tags auf dem Tisch aus. «Wir iranischen Juden haben gelernt, damit zu leben. Es ist jedes Jahr dasselbe. Für einige Tage müssen wir mit dieser staatlich gelenkten Polemik und den Demonstrationen leben. Unser Alltag läuft normal weiter und das Verhältnis zwischen uns und unseren muslimischen Nachbarn, Freunden und Kollegen wird davon in den meisten Fällen nicht beeinträchtigt.» Seine Zeit ist schon wieder knapp. Bevor Arash an diesem Abend einen Privatschüler empfängt, mahnt er in einem eindringlichen und persönlichen Appell: «Niemals in der Geschichte Irans konnte ein Herrscher die Bevölkerung zu einer einheitlichen Meinung hinter sich vereinen. Dasselbe gilt auch für den derzeitigen Präsidenten Ahmadinejad, hinter dem nur eine Minderheit steht, auch wenn die Aussenwirkung anders sein mag. Egal welcher Präsident herrscht, keiner von ihnen repräsentiert das Spektrum der unterschiedlichen politischen Meinungen in meinem Land. Die Welt sollte also nicht den Fehler begehen und das iranische Volk vorschnell verurteilen.» Während einer Teheraner Demonstration von Studenten gegen die eigene Regierung brannten vor einigen Wochen keine amerikanischen und israelischen Flaggen. Es waren die Konterfeis von Ahmadinejad. Erinnerungen an die Studentenproteste vor einigen Jahren werden wach. Damals war die Regierung mit grosser Härte gegen die jungen Menschen vorgegangen. Unvergessen bleibt das Foto, das einen jungen Iraner zeigt, der das blutüberströmte T-Shirt eines getöteten Kommilitonen verzweifelt und anklagend in die Höhe hält.

zaza Offline




Beiträge: 13.233

19.01.2007 18:06
#19 RE: Demokratie antworten

Ja, die Wollbrüder sind sicher ein Problem fürs ganze Volk

Die Lage spitzt sich meines Erachtens zu

Bushs Irakpläne - wie man den Iran in den Krieg treiben will

Aufmarsch rund um den Iran

könnt ich - würd ich alle Österreicher als Schutzschild gegen die Amis im Iran aufbauen

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

20.01.2007 10:56
#20 RE: Demokratie antworten

Ach zaza, das ist so lieb von Dir gesprochen.

Vielleicht kommt mal eine Zeit, in der die Menschen sich besinnen und diese schrecklichen Machtkämpfe und Unterdrückungsmechanismen enden. Nur... ich denke, wir werden das wohl kaum erleben dürfen, oder vielleicht wenn wir beide so alt werden wie Methusalem!

Liebe Grüße

zaza Offline




Beiträge: 13.233

20.01.2007 14:22
#21 RE: Demokratie antworten

Das mit den Unterdrückunsmechanismen nimmt eher zu als das es abnimmt Hier in der westlichen Welt werden wir zwar nicht religiös unterdrückt, aber der 11. September hat dazu geführt das wir immer besser kontroliert werden und somit ein aufbegeheren einzelner Gruppen gegen Unterdrückunssmechanismen schon im Keim erstickt werden können

Frage: Was will Ahmadinejad mit der Provokation (leugnen des Holocaust) erreichen ? Ich glaub ja nicht das der Mann wirklich so blöd ist und das tatsächlich auch glaubt ? Andererseits warum reagieren denn die Juden darauf überhaupt ? Es gibt doch genügend Zeugnise und heute noch Zeitzeugen der Geschehnisse - der kann doch sagen was er will - mit seiner behauptung macht er sich doch im Grunde nur lächerlich und die ganze westliche Welt denkt der hat sie nich alle im Oberstübchen

Ich würde vorschlagen das Israelische Parlament sollte in einer Sitzung Ahmadinejad und seine Meinung über den Holocaust als Anliegen bringen und alle sollten in ein herzliches Lachen über ihn und seine Aussage ausbrechen

Da möcht ich nicht wissen wie Ahmadinejad sich dann fühlt

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

21.01.2007 11:17
#22 RE: Demokratie antworten

Genau das ist es, zaza!

Nichts ist so schlimm, wie das Lächerlichmachen eines Menschen. Ahmadinejad ist - obwohl er es ungern zugibt - sehr eitel und redet darum viel Stuss, was auch im Iran immer mehr mit Missmut hingenommen wird. Der Außenpolitik Irans schadet er mit seinen Aussagen allerdings am meisten.

Würde man ihn lächerlich machen, wie Du es vorschlägst, könnte das natürlich auch nach hinten losgehen. Aber wie schön wäre es, wenn im Iran selbst die Menschen mal wieder über ihn lachen könnten, ihn so richtig auslachen würden - das wäre wirklich sein Ende. Das Gesicht durch Lächerlichkeit zu verlieren, ist eine gute Idee!

Liebe Grüße

zaza Offline




Beiträge: 13.233

21.01.2007 14:19
#23 RE: Demokratie antworten

Ja das wär eine gute Sache

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

22.01.2007 10:48
#24 RE: Demokratie antworten

Irgendwie ziehen immer wieder dunkle Wolken auf, und das nicht nur am Himmel, sondern auch in unseren Köpfen. Das Säbelrasseln, die Angstmache und der Werteverfall führen dazu, dass die Menschen immer unsicherer werden und eigentlich das Wesentliche damit aus den Augen verlieren, das Miteinander, dass sich Erfreuen an kleinen Dingen, dass das Leben so lebens- und liebenswert machen kann.



Ein Lächeln oder fröhliches Lachen, das von Herzen kommt, bedeutet heute so viel. Wir dürfen uns nicht von der Medienwelt und der Politik manipulieren lassen, sondern müssen immer wir selbst bleiben. Solange wir uns dieses kleine Stück Menschsein bewahren, besteht immer die Hoffnung auf Veränderung.

Ich wünsche euch allen einen schönen Wochenanfang!

greatmum Offline




Beiträge: 7.842

22.01.2007 15:50
#25 RE: Demokratie antworten

Zitat
Gepostet von Aramesh

Ein Lächeln oder fröhliches Lachen, das von Herzen kommt, bedeutet heute so viel. Wir dürfen uns nicht von der Medienwelt und der Politik manipulieren lassen, sondern müssen immer wir selbst bleiben. Solange wir uns dieses kleine Stück Menschsein bewahren, besteht immer die Hoffnung auf Veränderung.

Ich wünsche euch allen einen schönen Wochenanfang!




Ja Aramesh, ein Lächeln erhöht die Lebensqualität enorm. Das kann man jedem nur wünschen

Auch dir einen schönen Wochenanfang!

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

23.01.2007 11:32
#26 RE: Demokratie antworten

Zur Gleichheit

[color=navy]Unser Grundgesetz Artikel 3.3

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Ihr denkt jetzt vielleicht, wieso schreibt sie das jetzt, was jeder Hahn vom Dache kräht und wir alle längst wissen? Ja, als ich heute lustlos während der Dienstagssitzung vor mich hindümpelte, kam jemand auf einen Kollegen aus der Verwaltung zu sprechen, der mit seiner Eheschließung auch seinen Nachnamen abgelegt hatte, was von einigen anwesenden Herren dummdreist kommentiert und beschmunzelt wurde. Ein Kollege nannte ein Anliegen in Verbindung mit dessen neuen Nachnamen. Darauf entgegnete blitzscnell ein anderer: "Der Pole!"

Ich war sofort hellwach. Schon allein, wie er es hervorbrachte, so verächtlich und abwertend, fand ich unglaublich. Es klang wie ein Schimpfwort. Den Rest der Sitzung habe ich schweigend über mich ergehen lassen. Das ist sonst nicht meine Art, aber ich wusste, selbst wenn ich mich wieder einmal auflehne - dafür bin ich bekannt - beiße ich eh nur auf Granit. Ich fand es beschämend, dass kein anderer des Gremiums etwas dagegen sagte - wir waren immerhin 15 Teilnehmer. Gerade was dieses Thema betrifft, habe ich schon aufgrund meiner Vita schlechte Karten. Äußere ich mich mal zu einem derartigen Thema, so heißt es, 'Sei doch nicht so empfindlich, Du bist doch nicht gemeint!' Als wenn es mir nur um meine Person dabei ginge. [/color]

greatmum Offline




Beiträge: 7.842

23.01.2007 14:06
#27 RE: Demokratie antworten

Liebe Aramesh

Das ist leider ein weit verbreitetes Übel. Dabei geht es ja nicht nur um ausländische Mitbürger, deren Herkunftsland verächtlich ausgesprochen wird, sondern dabei geht es immer um Jemanden, der einfach nur Woanders her kommt, sich anders verhält, etwas Anderes besitzt.

Selbst die für mich wunderbare Frau, Mutter Theresa, wird oft in den Schmutz gezogen, weil sie unendgeldlich anderen Menschen half. Wie oft habe ich diesen Namen schon verächtlich aussprechen hören.

Und leider ist es so, dass, sagt man was dazu, persönlich angegriffen wird, oder eben wie bei dir, sagt man was, es heißt: Du bist ja nicht gemeint.

Boah, bei so was geht mir die Hutschnur hoch

zaza Offline




Beiträge: 13.233

23.01.2007 17:05
#28 RE: Demokratie antworten

Mich auch immer aufregen muss über soetwas

Aber ich bin ja nicht aufs Maul gefallen - vor einigen Jahren als das mit der Neonaziszene in Deutschland zum heißen Thema wurde war ich in Hanover - meine Freunde luden mich zu einer Party ein - und als ein Gast mitbekommen hat das ich aus Österreich komme - hat er abfällig eine Bemerkung über Hitler gemacht wo im Grunde mitschwang dass wir Österreicher eigentlich Schuld sind am Holocaust - ich sagte zu ihm - ich weiß nicht was du wills - bei uns hat er sich mit Kunst durchgeschlagen - ihr habt ihn dann zum Reichskanzler gemacht

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

25.01.2007 08:04
#29 RE: Demokratie antworten

Gut pariert Zaza!

Wir müssen uns über eines klar sein, das Dritte Reich ist Geschichte, welche der heutigen Generation nicht zum Vorwurf, sondern zur Mahnung gereichen sollte. Die Rechte Szene allerdings lebt nach wie vor unter uns. Man darf sie nicht unterschätzen, denn sie ist wie eine Seuche, entstanden aus dem Morast dumpfen Rassismusses. Als ich noch aktiv in der Ausländerpolitik mitgewirkt habe, sprach man plötzlich von den rechten Intellektuellen. Es ist nicht so, dass kahle Dumpfbacken durch die Straßen wandern mit wüsten Parolen auf den Lippen und Schlagstöcken in den Händen. Das ist furchtbar, doch nur das schlagende Fußvolk. Viel schlimmer und gefährlicher sind die Hintermänner im sog. feinen Anzug, die Köpfe, die alles delegieren und im Verborgenen lenken und überall in unserer Gesellschaft auftreten.

In Hamburg haben wir zur Zeit das Problem mit dem Wachpersonal der Hamburger S-Bahn, dessen Gesinnung wohl stark rechts orientiert ist.
Hier ein Ausschnitt aus der heutigen Hamburger Morgenpost:


Scheiß Türke!" "Scheiß Moslem!" "Was bist du denn für ein Jude?" Sprüche, die bei der S-Bahn-Wache zum alltäglichen Sprachgebrauch gehören sollen. Denn ausgerechnet unter denjenigen, deren Aufgabe es ist, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, soll es führende Mitarbeiter geben, die unverhohlen ihr rassistisches Gedankengut zur Schau stellen. Diejenigen, die das behaupten, sind ebenfalls S-Bahn-Wachmänner. Und zwar solche, die das Verhalten ihrer Kollegen nicht länger decken wollen.

Alles begann mit einer anonymen E-Mail an die MOPO. Angehängt: das etwas unscharfe Foto eines Mannes, der sich ein Bärtchen auf die Oberlippe geklebt hat. Dieses Bild zeigt einen hochrangigen Mitarbeiter der S-Bahn-Wache. Es gibt keinen Zweifel: Er imitiert Adolf Hitler, den Mann, der Millionen Juden hat umbringen lassen. Das Foto soll lange am Schwarzen Brett gehangen haben. Bis zuletzt war es auf einem dienstlichen Computer gespeichert. Nur ein geschmackloser Scherz?

"Mehr als das", meint der Mann, der die E-Mail an unsere Redaktion geschickt hat. Er hat Angst, erkannt zu werden, fürchtet Repressalien, wenn bekannt wird, wer er ist. Aber immerhin der MOPO gibt er sich zu erkennen - und packt aus: "Ich habe selbst erlebt, wie sich bestimmte Kollegen zu Dienstbeginn mit erhobenem rechten Arm grüßen", erzählt er. "Dienstbesprechungen werden in einem Ton abgehalten, der an die Reden Hitlers erinnert." Weiter behauptet der Mann: "Mehrere Mitarbeiter sind bekennende NPD-Anhänger." Wer anderer Meinung sei, werde abgekanzelt mit Sprüchen wie: "Ihr seid doch eh nur Juden!"

Die MOPO konfrontiert die S-Bahn-Pressestelle mit den Vorwürfen. Von dort wird Jens Müller, der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma "Securitas", eingeschaltet. Denn es ist sein Unternehmen, das das Personal der S-Bahn-Wache stellt. Müller behauptet: "Üble Nachrede!" Angeblich werde mit dem "Hitler-Foto" gar nicht Hitler, sondern lediglich ein bärtiger Kollege karikiert. "Wir distanzieren uns von Rassismus und Neonazismus", versichert er. Für den Mitarbeiter, der auf dem Bild zu sehen ist, lege er seine Hand ins Feuer. "Etliche Kollegen habe ich befragt, ob er durch rassistisches Verhalten aufgefallen ist. Alle haben das verneint."

Ob Müller die Falschen gefragt hat? Denn die MOPO hat inzwischen mit weiteren S-Bahn-Wachleuten Kontakt - und die bestätigen die Vorwürfe gegen den Kollegen. Einer sagt: "Der Mann ist ein ganz übler Rechtsextremist. Andere Vorgesetzte decken sein Verhalten auch noch." Ein weiterer Wachmann berichtet der MOPO, wie sich der Betreffende gegenüber ausländischen Fahrgästen verhalte: "Wenn er einem Afrikaner begegnet, stößt er gern Affenlaute aus." Beleidigt würden auch Menschen, die deutlich als Moslems zu erkennen seien. "Von denen will er dann wissen, wann sie denn die nächste Bombe hochgehen lassen." Der Mann, der mit seinem Hitler-Foto stolz hausieren gegangen sein soll, wird als "untragbar" bezeichnet. Aber statt ihn zu entfernen, sei er jüngst sogar befördert worden.


Hat es da noch Worte?

Annett S ( gelöscht )
Beiträge:

25.01.2007 11:23
#30 RE: Demokratie antworten

Hallo Aramesh,

es tut mir leid, dass Deine Familie und Freunde schwere Zeiten durchleben. Ich hoffe, dass sie alles unbeschadet überstehen.
Ausländer und Fremdenhass hat es leider schon immer und überall, zu allen Zeiten auf der Welt gegeben und es ist wohl etwas, was sich nicht abschaffen lässt. LEIDER! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass oft Angst, Unwissenheit und Engstirnigkeit dahinter stecken. Meist ist es auch so, dass diese Dinge gezielt benutzt werden, um von anderen "eigenen" Problemen abzulenken. Ich habe eine deutsche Freundin, die zum Islam (sie ist Suffi) übergetreten ist und nun ein Kopftuch trägt, auch sie wird im Ort schief angesehen. Eine Deutsche mit einem Kopftuch?! Sie ist bis jetzt öfters von der Polizei im Auto kontrolliert worden als vorher!
Gibt es etwas was, womit ich Dir und Deiner Familie/Freunden helfen kann? Geld habe ich leider keines, aber vielleicht hast Du ja Kinder in Deiner Familie die sich über gebrauchte Sachen oder evtl. Spielzeug freuen würden? Gib mir Bescheid, wenn ich es habe gebe ich es gerne!

Übrigens hast Du schon mal überlegt einen Selbstverteidigungskurs für Frauen zu besuchen? Die Polizei bietet solche Kurse an, und auch einige gute private Anbieter gibt es.Oder interresierst Du dich für Karate etc? Das gibt Dir Sicherheit und die Gewissheit, Dich verteidigen zu können. Ein guter Kurs schult nicht nur die körperlichen Technicken, sondern auch die Selbstbehauptung.

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