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Dieses Thema hat 4 Antworten
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zaza Offline




Beiträge: 13.233

28.12.2006 13:23
RE: Artikel übers Glück ;) antworten

Quelle


Lebensqualität

Mehr Glück für weniger Geld
VON WERNER VONTOBEL

Geld macht glücklich – wenn man Glück hat. Doch die Glücksforschung zeigt, dass es eine bessere und zuverlässigere Methode zur Steigerung des Lebensgefühls gibt: Weniger Arbeit und mehr Steuern für glücksbringende Staats- und Sozialausgaben.



Normale Nachbarn

Macht Geld glücklich? Die Glückforschung hat diese Frage über Jahrzehnte hinweg und in Dutzenden von Ländern studiert, und ist zu einem klaren Ergebnis gekommen: Bis zu einem Normaleinkommen (in der Schweiz etwa 4000 Franken pro Monat für einen Einpersonenhaushalt) konsumiert man, um (besser) zu leben. Bei höheren Einkommen und den entsprechenden Mehrausgaben kommt es vor allem darauf an, wie viel Prestige man damit gewinnt, und wie viel Neid der Lebensstil der Nachbarn weckt.

Doch das bedeutet auch, dass mich das hohe Einkommen der Nachbarn unglücklich machen kann. Diese Wirkung ist – wie eine Studie aus den USA zeigt – ganz beträchtlich: Wenn mein Nachbar 10 Prozent mehr verdient, mindert das mein Glück genau so stark, wie wenn ich selbst 10 Prozent weniger verdiene.

Tipp: Wohne eher unter deinen Verhältnissen, meide protzige Freunde, lese keine Gesellschaftsnachrichten.

Mehr Freizeit und gute Freunde

Wer mehr arbeitet, um mehr zu verdienen, macht meist ein schlechtes Geschäft: Die verlorene Freizeit kostet mehr Glück als die höhere Kaufkraft zu zurückbringen kann. Die Grössenordnungen sind (für Einkommen klar über der Armutsgrenze) ganz beträchtlich. So zeigt etwa eine Studie aus Deutschland, dass eine Stunde mehr Arbeitsweg pro Tag das Glück gleich stark verringert wie eine Einkommenseinbusse von 30 Prozent. Die verlorene Stunde hindert uns daran, Dinge zu tun, die wirklich Spass machen. Zum Beispiel Freunde besuchen. Wer seine Freunde nur einmal pro Monat statt fast täglich trifft, so eine Studie aus England, müsste sein Einkommen mehr verdoppeln, um diesen Glücksschaden zu reparieren.

Tipp: Pflegen sie auch die privaten Freundschaften auch auf Kosten der Arbeitszeit.

Mehr Sex und kurze Wege

Sex bringt von allen denkbaren Tätigkeiten die intensivsten Glücksgefühle. Lange Arbeitswege hingegen sind einer der übelsten Glückskiller. Jede Woche, statt bloss jeden Monat einmal Sex zu haben, steigert das Glück stärker als eine Lohnerhöhung von 50 Prozent. Wobei nicht ganz klar ist, was Ursache und was Wirkung ist. Haben glückliche Menschen mehr Sex, oder macht vorsätzlich betriebener Sex glücklich? Menschen mit mehr als einem Sexpartner (in den vergangenen 12 Monaten) sind weniger glücklich als Menschen mit nur einem Sexpartner. Auch bezahlter Sex macht nicht glücklich.

Tipp: Vergessen sie sowohl tatsächliche als auch vorgeschobene Überstunden. Sex (mit der Ehefrau) bringt mehr Glück als eine erfolgreiche Karriere oder ein Seitensprung.

Prestige. Gründen sie viele LGGs

Status ist wichtig. Chefs haben im Schnitt ein solideres Immunsystem und leben etliche Jahre länger als ihre Untergebenen. Doch, wer sich beim Gerangel um einen Chefposten aufreibt und doch Zweiter bleibt, verliert doppelt. Doch es gibt einen Ausweg aus dem Dilemma: Die Langlebigkeit der Chefs kommt nämlich vorwiegend davon, dass ihnen bei der Arbeit niemand dreinredet und von der Wertschätzung, die Untergebene ihren Chefs entgegen bringen (müssen). Doch Lob kann man sich auch selbst organisieren.

Tipp: Gründen sie LGGs – Lob-Gemeinschaften auf Gegenseitigkeit. Buddhisten gehen sogar noch weiter: Sie üben sich darin, die andern grundsätzlich zu lieben und bringen so – Mutter Natur sei Dank – die eigenen Glückshormone in Wallung.

Interessante Arbeit

Eine interessante, selbst bestimmte Arbeit macht glücklicher als ein hoher Lohn. Deshalb sind Selbständige glücklicher als Angestellte, auch wenn diese im Schnitt rund 30 Prozent mehr verdienen. So genannte McDonalds-Arbeit, wo jeder Handgriff und sogar der Gesichtsausdruck vorgeschrieben und vom Chef kontrolliert wird, gefährdet die körperliche und seelische Gesundheit fast so sehr wie die Arbeitslosigkeit.

Tipp: Wenn sie einen unangenehmen Chef haben, suchen sie einen anderen Job. Oder sagen sie dem Chef frech ihre Meinung, das befreit und sie haben nicht viel zu verlieren.

Mehr Staatsausgaben

Wenn hohe Einkommen kaum noch zusätzliches Glück bringen, dann hält sich auch der Glücks-Schaden, den höhere Steuern verursachen, in engen Grenzen. Andererseits stiften mit Steuern finanzierte öffentliche Güter wie Sicherheit, saubere Luft oder auch Gerechtigkeit oft einen hohen Nutzen. Mit Studien belegte Beispiele zeigen das: Die im vergleich zu französischen Provinzstädten hohe Kriminalität in Paris, vermindert das Glücksgefühl der Einwohner von Paris gleich stark wie ein um 14 Prozent vermindertes Einkommen. Und die US-Bewohner wenden 11 Prozent ihres Einkommens für höhere Mieten auf, wenn sie dadurch in ein sichereres Quartier ziehen können.

Dieser Nutzen ist wesentlich höher als die dafür nötigen staatlichen Aufwendungen. Bereits mit 0,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts lässt sich die innere Sicherheit beträchtlich erhöhen.

Tipp: Höhere Steuern lohnen sich, sofern der Staat das Geld einigermassen vernünftig investiert.

Mehr soziale Sicherheit

Für die meisten Menschen ist Sicherheit viel wichtiger als ein hohes Einkommen. Das bedeutet insbesondere, dass eine gute Sozialversicherung wesentlich mehr bringt, als sie kostet. Die Grössenordnungen sind beträchtlich. So zeigt etwa eine Ländervergleich, dass eine Senkung des Arbeitslosengeldes von 31 auf 28 Prozent des letzten versicherten Lohnes (wodurch der Staat etwa 0,3 BIP-Prozent einspart) das allgemeine Glücksempfinden gleich stark mindert ein Rückgang des Bruttosozialprodukts um 2,5 Prozent. Der Nutzen übertrifft also die Kosten um das Achtfache.

Tipp: Im Zweifelsfall lohnt sich ein Ausbau der Sozialversicherung.

HolySmokes Offline




Beiträge: 7.720

28.12.2006 13:40
#2 RE: Artikel übers Glück ;) antworten

Zitat
Normale Nachbarn

Macht Geld glücklich? Die Glückforschung hat diese Frage über Jahrzehnte hinweg und in Dutzenden von Ländern studiert, und ist zu einem klaren Ergebnis gekommen: Bis zu einem Normaleinkommen (in der Schweiz etwa 4000 Franken pro Monat für einen Einpersonenhaushalt) konsumiert man, um (besser) zu leben. Bei höheren Einkommen und den entsprechenden Mehrausgaben kommt es vor allem darauf an, wie viel Prestige man damit gewinnt, und wie viel Neid der Lebensstil der Nachbarn weckt.

Doch das bedeutet auch, dass mich das hohe Einkommen der Nachbarn unglücklich machen kann. Diese Wirkung ist – wie eine Studie aus den USA zeigt – ganz beträchtlich: Wenn mein Nachbar 10 Prozent mehr verdient, mindert das mein Glück genau so stark, wie wenn ich selbst 10 Prozent weniger verdiene.

Tipp: Wohne eher unter deinen Verhältnissen, meide protzige Freunde, lese keine Gesellschaftsnachrichten



Das habe ich jetzt aber genau zwei Minuten zu spät gelesen, gerade noch habe ich mir in einem Online-Unterhaltunsmagazin die Bleiben der Stars und Sternchen auf Reisen angeschaut ... Glücksfaktor (meiner) ist im Keller ...

Aramesh ( gelöscht )
Beiträge:

28.12.2006 14:09
#3 RE: Artikel übers Glück ;) antworten

Was ist aber nun Glück? Etwas Vergängliches, nichts von Dauer. Ein Moment - ein Höhepunkt - im Leben eines Menschen. Zufriedenheit ist doch etwas Langlebigeres oder nicht?

Wenn ich mich als zufrieden betrachte, bin ich dann weniger glücklich?

Liebe Grüße

mande ( gelöscht )
Beiträge:

28.12.2006 15:03
#4 RE: Artikel übers Glück ;) antworten

-Ich bin glücklich, wenn ich zufrieden bin-,
sagt Mande!

Aramesh Offline




Beiträge: 7.480

29.12.2006 11:33
#5 RE: Artikel übers Glück ;) antworten

Genau so ist auch mein Empfinden!

Glück ist für mich eine Befriedigung meiner Ansprüche, die zur Zufriedenheit führt... Aber die Definition der Bedeutung des Glücks ändert sich durch die unterschiedlichen Auffassungen der Menschen, weil ein jeder sein Glück anders empfindet.

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